Viel Unsicherheit auf Seiten der Eltern gab es dennoch, wie eine der beiden Kernzeitleiterinnen der Grundschule Wollmatingen, Frau Kaiser-Schroff, berichtet: „Seit heute Morgen halb acht beantworte ich E-Mails von Eltern, die sich erkundigen. Die Kinder haben sich natürlich riesig gefreut, ihre Freunde wiederzusehen.“ Sie fährt fort: „Nur die Erstklässler, die fangen gefühlt von ganz vorn wieder an.“

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Alisa Gefel besucht die erste Klasse der Grundschule Wollmatingen und ist an dem gestrigen Morgen super aus dem Bett gekommen. „Es war schön, die Freunde in der Klasse wiederzusehen“, sagt sie, bevor sie mit ihrem Vater Dimitri nach Hause geht. Der Papa betont noch: „Natürlich sind wir als Eltern auch froh, dass die Schule wieder losging.“

Alisa Gefel mit Vater Dimitri auf dem Schulhof der Grundschule Wollmatingen.
Alisa Gefel mit Vater Dimitri auf dem Schulhof der Grundschule Wollmatingen. | Bild: Jana Mantel

Das finden auch die beiden Lehrerinnen der Grundschule Wollmatingen, Gabriele Wiehler und Juljana Fischer, die derzeit eine dritte Klasse unterrichten: „Hausaufgaben und Disziplin war heute überhaupt kein Thema“, sagen sie unisono.

Gabriele Wiehler fährt fort: „Man hat gemerkt, dass das Lernen in Gemeinschaft den Kindern sehr gefehlt hat.“ Auf einer Skala von eins bis zehn sollten die Kinder Homeschooling bewerten, fast alle standen gesammelt auf der eins, wogegen sich alle bei der Ziffer zehn tummelten, als es um die Frage ging, wie sehr sie sich freuten wieder in der Schule zu sein.

Juljana Fischer (links) und Gabriele Wiehler sind Lehrerinnen der Grundschule Wollmatingen.
Juljana Fischer (links) und Gabriele Wiehler sind Lehrerinnen der Grundschule Wollmatingen. | Bild: Jana Mantel

„Beim Homeschooling fällt all das weg, was Schule schön macht“, fasst Wiehler es treffend zusammen und Fischer ergänzt: „Die Kinder waren richtig dankbar und haben super gearbeitet.“

Mutter: „Meine Tochter konnte es kaum erwarten“

Ein Hauch von Normalität hatte auch der gestrige Tag bei Marion Schneider, die selbst als Lehrerin eine Abschlussklasse des Gymnasiums an der Geschwister-Scholl-Schule unterrichtet.

„Heute hat sich keiner der Schüler bei mir in der Klasse über irgendein Schulthema beschwert“, erzählt sie lächelnd. „Alle waren froh, wieder in der Schule zu sein. Ich selbst eingeschlossen. Die Kollegen hatte ich ja auch lange nicht gesehen!“

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Fast schon surreal beschreibt sie die Situation wieder in echt an der Schule zu sein, während sie auf ihre Tochter Ida wartet, die heute mit ihrer halben ersten Klasse auch wieder mit dem Unterricht starten konnte. „Meine Tochter konnte es kaum erwarten, wieder in die Schule zu gehen“, ergänzt die Mutter.

Rektorin: „Den Eltern wird momentan sehr viel abverlangt“

Das Modell der Grundschule Wollmatingen sieht vor, dass eine Woche lang die ersten und dritten Klassen beschult werden, jeweils eine halbe Klasse von 7.50 bis 10.05 Uhr und die zweite Hälfte von 10.30 bis 12.45 Uhr. In der Woche danach sind dann nach dem gleichen Muster die zweiten und vierten Klassen dran.

Uta König, Rektorin an der Grundschule Wollmatingen, erklärt, dass sie sich mit dieser Entscheidung sehr schwer getan hat: „Ich denke, für die Schüler ist es so eine gute Variante, denn so haben sie zumindest eine Woche lang täglich Kontakt zu ihren Mitschülern und Lehrern.“

Uta König, die Schulleiterin der Grundschule Wollmatingen (Aufnahme von 2019)
Uta König, die Schulleiterin der Grundschule Wollmatingen (Aufnahme von 2019) | Bild: Scherrer, Aurelia/SK-Archiv

Sie versteht sehr wohl, dass es für die Eltern dagegen nicht die beste Lösung ist. „Den Eltern wird momentan sehr viel abverlangt, aber ich bekomme ganz wenig Beschwerden – die Eltern halten sich wirklich tapfer“, so König.

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Sie wäre froh, wenn die Stunden für Schulleitung und Sekretariat aufgestockt werden könnten. Uta König erklärt: „Wir haben hier neben dem ‚normalen‘ Unterricht noch die Schulanmeldung laufen und Corona heißt eher mehr Verwaltungsaufwand als weniger.“

Coronatests direkt vor Ort in den Schulen, das fände sie eine gute Idee, wie auch die Verpflichtung, dass Grundschüler, zumindest zeitweise, Masken tragen sollten: „Wenn ich einem Kind etwas erkläre und ihm nahe komme, würde ich mich selbst schon sicherer fühlen, wenn ich nicht direkt ohne Maske angehustet werden würde.“

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