Für Autobesitzer ist es mehr als nur ärgerlich: Das geparkte Fahrzeug ist beschädigt – doch der Verursacher ist getürmt. Am vergangenen Wochenende ist dies mehreren Fahrzeughaltern in Konstanz passiert. So etwas komme immer wieder vor, bestätigt Dieter Popp vom Polizeipräsidium Konstanz auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Am Wochenende wurde in einem Fall ein abgestelltes Fahrzeug gar absichtlich zerkratzt. Zusammengerechnet liegen die Schäden im fünfstelligen Bereich. Wie so oft in solchen Fällen, sei die Polizei auch diesmal auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, betont Popp.

Die Fälle vom Wochenende in der Übersicht

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„In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Fälle gehäuft, wo Personen nicht gewillt sind, Parkschäden zu melden, die sie selbst verursacht haben“, sagt der Polizei-Pressesprecher. Es vergehe fast kein Tag, an dem keine Meldungen zu einer Unfallflucht bei der Polizei eingingen, häufig in Zusammenhang mit geparkten Autos.

So seien im Konstanzer Stadtgebiet 311 Unfallfluchten „im Zusammenhang mit dem Ein- und Ausparken“ im Jahr 2019 gemeldet worden, vergangenes Jahr seien es 249 gewesen. Für das laufende Jahr liegen noch keine Zahlen vor.

Aber was droht, wenn jemand nach einem Parkrempler Unfallflucht begeht?

Unfallflucht ist eine Straftat, die mit Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden kann, wie Dieter Popp erklärt. Bei der Unfallflucht nach einem Parkrempler hänge die Höhe der Geldstrafe vom Einzelfall ab – und dabei auch von der Höhe des entstandenen Schadens und den Vermögensverhältnissen des Unfallflüchtigen.

Belaufe sich der Schaden bei einem Parkrempler auf weniger als 1000 Euro, fielen Geldstrafen in der Regel noch relativ gering aus, erklärt Popp. „Aber ab einem Schaden von 1500 Euro kann es bis zur Entziehung der Fahrerlaubnis gehen.“

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Begeht man nach einem Parkrempler hingegen keine Unfallflucht, übernehme die Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die Schadensregulierung. Und werde der Parkrempler der Polizei gemeldet, handele es sich um einen sogenannten Kleinstunfall, der als Ordnungswidrigkeit behandelt werde. Je nach Ursache für den Parkrempler falle ein Bußgeld im niedrigen zweistelligen Bereich an.

Wie sollen Zeugen eines Parkremplers mit anschließender Unfallflucht reagieren?

Auf keinen Fall sollte man den Unfallverursacher aufhalten, rät Dieter Popp: „Man weiß nicht, wie das Gegenüber in dieser Situation reagiert. Wir raten dazu, lieber auf der sicheren Seite zu bleiben und sofort die Polizei anzurufen.“

Am Besten sei natürlich, wenn man mit dem Handy ein Foto vom Nummernschild des Autos machen könne, das ein anderes Fahrzeug beschädigt habe. Es reiche aber auch, sich zumindest einen Teil des Kennzeichens sowie den Fahrzeugtyp und die Farbe des Autos zu merken.

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