Die dritte Fahrradstraße soll mit leuchtend blauen Straßenbelägen und Sonderrechten für Radler die Mainaustraße beim Krankenhaus mit der Fähre in Staad verbinden. Dazu will die Verwaltung eine bereits vorhandene Route durch das Musikerviertel, am Lorettowald entlang und durch Staad aufwerten.

Bisher verläuft der Radweg von der Fähre in Richtung Stadt entlang der Hauptverkehrsroute – hier mit einer roten Linie dargestellt. Wo die zukünftige Fahrradachse verlaufen wird, zeigen die hellblauen Punkte.

Video: Google Earth/ Sondermann, Julia

Autos sollen auf allen bisher freigegebenen Straßen auch weiterhin fahren dürfen. Allerdings müssen sie, falls es zur Umsetzung kommt, auf Radler mehr Rücksicht nehmen.

Von der Fähre aus wird die neue Rad-Route an dieser Stelle starten. Die Entfernung bis zur Einmündung des Felchengangs in die Schiffstraße beträgt auf der neuen Strecke 2,8 Kilometer. Über den bestehenden Radweg an der Mainaustraße sind es 2,4 Kilometer, aber mit mehr Steigung.
Von der Fähre aus wird die neue Rad-Route an dieser Stelle starten. Die Entfernung bis zur Einmündung des Felchengangs in die Schiffstraße beträgt auf der neuen Strecke 2,8 Kilometer. Über den bestehenden Radweg an der Mainaustraße sind es 2,4 Kilometer, aber mit mehr Steigung. | Bild: Wagner, Claudia

Gregor Gaffga, der Radverkehrs-Experte im Rathaus, rechnet mit einer Umsetzung 2020 und 2021. Die Kosten für kleinere Umbauten im Straßenraum, die blauen Markierungen, Reparaturstationen und vor allem für den Ausbau des Salesianerwegs beziffert er auf rund 1,8 Millionen Euro.

Die Stadt könne hoffen, dass 84 Prozent über Zuschüsse gedeckt werden, so Gaffga. Man wolle aber auch "prüfen, wo es Einsparmöglichkeiten gibt". Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn wirbt für die Achse: "Wir sollten nicht stehenbleiben beim Radverkehr."

Ab dem Tannenhof geht es weiter am Waldrand entlang. Hier kann die Fahrradroute die bestehende Zufahrt zu den Sportplätzen nutzen. Allerdings ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand. Auch die Sanierung hier wäre Teil der Radachse.
Ab dem Tannenhof geht es weiter am Waldrand entlang. Hier kann die Fahrradroute die bestehende Zufahrt zu den Sportplätzen nutzen. Allerdings ist die Straße in einem sehr schlechten Zustand. Auch die Sanierung hier wäre Teil der Radachse. | Bild: Wagner, Claudia

Braucht es die nächste Fahrradstraße wirklich?

Am Sinn dieser Verbindung gibt es auch Zweifel. Immerhin gibt es auch an der Mainaustraße selbst über den Tannenhof und den Staader Berg einen durchgehenden Radweg, den Langensteiner-Schönborn aber für "nicht mehr praktikabel" hält. Überdies hat die neue Strecke zwar etwas weniger Steigungen, ist aber nicht kürzer.

Besonders umstritten ist der von der Verwaltung vorgeschlagene Ausbau des Salesianerwegs am Rand des Lorettowalds. Denn für eine Strecke von 530 Metern soll es rund 1,2 Millionen Euro kosten, die bisher teils nur geschotterte Strecke beim Haus Don Bosco sowie die marode Straße hinter dem Tannenhof auszubauen.

Im Moment ist der Salesianerweg am Rand des Lorettowalds relativ schmal und grob geschottert. Die Verwaltung hält vier Meter Breite für erforderlich, das wäre mehr als der Radweg an den Gleisen durch Petershausen und das Oberlohn.
Im Moment ist der Salesianerweg am Rand des Lorettowalds relativ schmal und grob geschottert. Die Verwaltung hält vier Meter Breite für erforderlich, das wäre mehr als der Radweg an den Gleisen durch Petershausen und das Oberlohn. | Bild: Wagner, Claudia

In der Politik sind die Meinungen geteilt. So erklärte Anselm Venedey (Freie Wähler) jüngst: "Da wird keiner fahren." Auch Heinrich Fuchs (CDU) meldete Zweifel an. Alfred Reichle (SPD) sagte, dass "Zuschüsse auch Steuergelder" seien.

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Anne Mühlhäußer (Freie Grüne Liste) nannte die blauen Markierungen "eine gute Sache", und Stephan Kühnle (FGL) sagte, die Bodensee-Runde sei der "meistgenutzte Touristen-Radweg Deutschlands". Thomas Buck (Junges Forum) forderte grundsätzlich mehr Geld für Radwege: "Schade, dass Fahrräder keinen Stau erzeugen, sonst hätte man mehr Druck im Kessel."

Hier soll die neue Fahrradstraße in Petershausen beginnen: Wer von der Stadt kommt und Richtung Fähre will, biegt auf Höhe des Klinikums in die Beethovenstraße ab. Sie wird blau markiert, und die Rad-achse erhält an den Kreuzungen Vorrang.
Hier soll die neue Fahrradstraße in Petershausen beginnen: Wer von der Stadt kommt und Richtung Fähre will, biegt auf Höhe des Klinikums in die Beethovenstraße ab. Sie wird blau markiert, und die Rad-achse erhält an den Kreuzungen Vorrang. | Bild: Wagner, Claudia