Dinge können sich ändern – so könnte man die Entscheidung von Koko-Chef Marc Oßwald sehen, aus dem Zeltfestival nun doch auszusteigen, nachdem er noch im vergangenen Monat dessen Fortbestand zugesichert hat. Man kann diese Entscheidung aber auch als Kapitulation vor einer stärker werdenden Festivalkonkurrenz um das begrenzte Budget des Publikums sehen. Oder als Symptom dafür, dass die alten Konzepte heute nicht mehr so gut laufen – auch wenn es eine an sich sympathische Veranstaltung trifft. Und: Kein Wirtschaftsunternehmen kann dazu verpflichtet werden, auf Dauer ein erfolgloses Produkt anzubieten.

Eigentlich sind das alles ganz normale Vorgänge. Kommunikationstechnisch ist der Ausstieg von Koko dennoch ein Desaster. Denn der Eindruck, dass Konstanz abgehängt wird, kaum dass der Konstanzer Teil des Unternehmens nicht mehr dazugehört, muss sich aufdrängen. Oßwald hat sich das selber zuzuschreiben. Das Vertrauen aller Beteiligter – und des Publikums – muss er nun neu erwerben. Seine jetzigen Aussagen zu Rock am See 2018 wird man genauso an seinen Taten messen wie seine Aussagen zum Zeltfestival.