Konstanz Zehn Jahre Jazz im Kulturzentrum in Konstanz

Großer Publikumsandrang herrschte bei der Jubiläumsfeier mit prominenten Gästen im Wolkensteinsaal vor. Heiße Rhythmen erklangen bis in den späten Abend hinein.

Wenn man sein Zehnjähriges feiert, darf es schon mal etwas Besonderes sein. Der Organisator der Reihe, der Drummer Patrick Manzecchi, hatte echte Urgesteine eingeladen: Saxophonist, Komponist und Arrangeur Pee Wee Ellis (76) und Fred Wesley (74), Posaune, die beide schon bei dem „Godfather of Soul“ James Brown spielten und Trompeter Gary Winters (The New JB Horns) brachten zusammen mit der Amrod Brothers Band den übervollen Wolkensteinsaal im Kulturzentrum zum Kochen.

Los geht's mit der wohl ersten Funk-Nummer überhaupt: „Cold Sweet“, von Pee Wee Ellis 1964 komponiert, heizt kräftig ein mit hartem Groove, dem suggestiv repetierten Grundrhythmus, über dem die Instrumente ihre Parts spielen und improvisieren. Manzecchi als unbestechlicher Rhythmusgeber kann sich an Solo-Stellen feinfühlig zurücknehmen und überlässt den Mitspielern die Improvisationen. „The Chicken“ (Pee Wee Ellis, 1974) ist zum funky-Jazz-Standard geworden, und heute darf der Konstanzer Nachwuchs-Keyboarder Konrad Bogen (18) Paul Amrod einmal ablösen und zeigen, was er draufhat.

Immer noch fingerfertig, flott und auch in der überblasenen Lage seines Tenor-Saxophons sicher intonierend, glänzt Pee Wee Ellis in seinen Soli und freut sich wie ein Kind über gelungene Impros. Fred Wesleys kreatives Posaunenspiel steht dem in nichts nach, und auch Trompeter Gary Winters liefert – sichtlich gut gelaunt – rasende und kickernde Skalen auf seinem Instrument. Die Band, das sind neben Paul und Willy Amrod (Bass), der erst später dazustößt, Benjamin Engel an den Saxophonen, Uli Binetsch an der Posaune, Reinhard Stehle und Ted Orr an den Gitarren.

Überraschend – und umjubelt – springt R.A.D (Rose Ann Dimalanta) ein, Ex-Keyboarderin bei Prince, und übernimmt problemlos die Basslinie des fehlenden Bassisten im ersten Set.

Dominierten im ersten Teil die Kompositionen von Pee Wee Ellis, so luden im zweiten die funkigen Stücke von Willy Amrod zur Party. Denn die heißen Rhythmen hielten die Zuhörer nicht länger auf den Stühlen: Da wurde gewippt, gesungen, getanzt – und der Saal mutierte zur lauten Disco. Eine echte „House Party“ – so der Titel der Zugabe von Fred Wesley – wurde anlässlich des Jubiläums bis in den späten Abend gefeiert.

Kulturzentrum

In dem Gebäudekomplex befinden sich das Kulturbüro, die Stadtbücherei, die Städtische Wessenberg-Galerie, der Kunstverein, die Volkshochschule, sowie der Bildungsturm. Das Kulturzentrum in dem roten Gebäude befindet sich an der Ecke zur Wessenbergstraße und Katzgasse. Das Kulturbüro befindet sich in Richtung Stefansplatz.

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