Konstanz – Der Siemens-Konzern baut sein Geschäft rund um die Logistik aus, die Zentrale bleibt aber in Konstanz: Das Münchener Großunternehmen hat angekündigt, in Dubai eine neue weltweite Logistikzentale errichten zu wollen. Die auf Brief-, Paket- und Gepäcksortier- und Transportanlagen spezialisierte Sparte SPPAL (Siemens Postal, Parcel and Airport Logistics) sieht darin ein ausdrückliches Bekenntnis des Konzerns zu dem zeitweise sogar ganz infrage gestellten Geschäftsfeld, wie es als Reaktion auf eine Konzern-Pressemitteilung aus dem Konstanzer Werk heißt. Es gebe keine Bestrebungen, Arbeitsplätze oder Funktionen an den Arabischen Golf zu verlegen.

Mit der Entscheidung für Dubai reagiert Siemens auf die wachsende Bedeutung der Golfstaaten für den weltweiten Flug- und Schiffsverkehr. Das Emirat plant derzeit die Weltausstellung Expo 2020 und setzt auf starkes Wachstum seiner Infrastruktur. Nach der Expo wolle Siemens auf dem Gelände das Geschäft mit Technik für Luftdrehkreuze und Schiffshäfen ausbauen, heißt es in der Mitteilung weiter. Zugleich rücke Siemens damit näher an Kunden, die für die weitere Entwicklung des Geschäfts als besonders bedeutsam gehalten werden.

In Dubai ist schon jetzt Technik aus Konstanz im Einsatz. So hat SPPAL unter anderem Ende 2015 den Auftrag gewonnen, die Gepäckförderanlage am Flughafen in Abu Dhabi zu modernisieren und zu erweitern. Neben neuen Förderelementen gehört auch ein automatisches System zur Durchleuchtung des Gepäcks sowie Geräte zur Erkennung von Sprengstoffspuren zu dem Auftrag. Auch die Kapazitäten beim Check-In wurden ausgebaut, denn der Luftverkehr in Dubai nimmt rasant zu. Im Jahr 2014 sind über 20 Millionen Passagiere dort gestartet, 2017 sollen es schon 30 Millionen sein.

Auch die Betriebssysteme für die hochkomplexen Gepäckförderanlagen, die zum Teil in Konstanz entwickelt werden, spielen in den ehrgeizigen Plänen von Siemens eine große Rolle, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Im Fokus steht auch das große Industrie-Thema Internet der Dinge (IoT, internet of things), bei dem Anlagen direkt miteinander kommunizieren. "Mithilfe der Digitalisierung und die Nutzung von MindSphere, unserem offenen, cloudbasierten IoT-Betriebssystem, kurbeln wir das Wachstum an und erhöhen die Effizienz im Logistikbereich", wird Siemens-Vorstandsmitglied Roland Busch in der Erklärung zitiert.

In Dubai geht es Konzern in Dubai, wie aus der Mitteilung weiter hevorgeht, heben dem Flughafengeschäft auch um Anlagen für Seehäfen und um weitere Vorhaben im Bereich Güterumschlag. In diesen Bereichen ist die als eigenständiges Unternehmen unter dem Konzerndach geführte Konstanzer Firma SPPAL nicht aktiv, sondern andere Siemens-Sparten.