Um die Bedeutung der Katholischen Frauengemeinschaft zu beschreiben, genügt ein einziger Satz der Vorsitzenden Hildegard Knörzer: "Ein Gemeindeleben ohne Frauen gibt es nicht." Schon seit 100 Jahren sind Frauen in der Wollmatinger Kirchengemeinde organisiert, aus dem rein religiösen Bereich heraus hat sich die Gemeinschaft weiter entwickelt. Natürlich sind die Frauen Teil des kirchlichen Alltags und gestalten zum Beispiel den Gottesdienst, darüber hinaus organisieren sie aber auch Wanderungen, Gymnastik, Ausflüge oder eine Frauenfasnacht, sie sind sozial aktiv zum Beispiel mit Besuchsdiensten in Heimen oder dem ZfP Reichenau. "Wir sind für alle Frauen offen", sagt Hildegard Knörzer. Denn auch eine lange Tradition schützt nicht vor Mitgliederschwund.

Heute sind 160 Frauen Mitglied der Gemeinschaft, der harte Kern sind 40 bis 60 Damen. Der Großteil davon über 60 Jahre alt, was dem Vorstand durchaus auch Sorge bereitet. "Wir wollen das Leben in der Gemeinde erhalten und die Traditionen weiterführen", sagt Rosemarie Hugel. Dazu werden Frauen in der Gemeinde gezielt angesprochen.

Schon zur Gründung des christlichen Müttervereins am 28. Januar 1917 "ließen sich 220 aufnehmen. Alle kauften das 'Gebetbuch für christliche Mütter' zu 1,20", wie in der Pfarrchronik St. Martin vermerkt ist. Die Frauen im dörflichen Wollmatingen seien sich inmitten des ersten Weltkriegs Stütze und Halt gewesen, erzählt Rosemarie Hugel von den Anfängen der Frauengemeinschaft. Auch heute entstehen in der Gemeinschaft echte Freundschaften, jede bringt sich mit ihren Fähigkeiten ein. Mesnerin Rosemarie Hugel zum Beispiel gestaltet Gottesdienste, Marlies Bantle organisiert Feste und Hildegard Knörzer ist seit 25 Jahren Vorsitzende und somit für irgendwie alles zuständig.

Gefeiert wird die Geschichte der Frauengemeinschaft am Samstag, 24. Juni, mit einem Gottesdienst um 18 Uhr in der St. Martinskirche in Wollmatingen. Anschließend findet im Gemeindezentrum eine Feierstunde mit Vortrag, Liedern und einem kleinen Blick in die Vergangenheit statt.