Massenabfertigung bei der Besichtigung, Mieten jenseits von gut und böse, gläserne Transparenz vor dem Vermieter. Abgekürzt wird die Wohnungssuche in Konstanz damit zum Horrorszenario. Doch alles halb so wild.

Es reicht der Blick in die diversen Internet-Portale, schon eröffnet sich Wohnungssuchenden ein wahrer Blumenstrauß. Da ist für jeden etwas dabei. Fast geschenkt gibt es ein 33-Quadratmeter-Apartment (nein, keine Wohnung, ein Apartment!) nahe der Fahrradstraße.

Für 900 Euro bekommen die neuen Mieter der sanierten Altbauten nicht irgendetwas, sondern den möblierten Traum vom Wohnen, inklusive ausziehbarem Bett, Stehlampe und neuem Laminatboden. Freilich werden die potenziellen Mieter geduzt, bei diesen Preisen können nur junge, coole Menschen infrage kommen.

44 Euro warm – pro Quadratmeter

Wer doch auf den Geldbeutel schauen muss, der hat es nicht weit. In einer 6er-WG in der Reichenaustraße zahlt man nur 44 Euro warm – ungeschickterweise pro Quadratmeter.

Dann lieber gleich ganz große Brötchen backen und auf Luxus setzen – am "elitären Yachthafen" an der Schweizer Bodenseeseite. Seltsam irgendwie, dass die laut Makler in Allmannsdorf liegt, aber sei's drum. Es kommt schließlich auf die wahren Werte an. Und die haben es in sich.

2,1 Millionen Euro Kaufpreis und echte Steuerträume

Auf 175 Quadratmetern ziehen die neuen Käufer nach Bezahlung von 2,1 Millionen Euro plus drei Prozent Provision nicht einfach in 3,5 Zimmer ein, sondern "residieren, wo andere Urlaub machen, vielleicht die eigene Yacht direkt vor der Türe, an einem der schönsten Flecken dieser Welt".

Nur gut, dass die Verkäufer noch mit reichlich Ausrufezeichen auf die "sehr vorteilhaften Steuermöglichkeiten" hinweisen – der Standort biete schließlich den zweitniedrigsten kantonalen Steuersatz der Schweiz. Wie plötzlich Allmannsdorf dann doch wieder seine Staatszugehörigkeit gewechselt hat.