Konstanz Wo räumt die Stadt zuerst den Schnee? Welche Streu-Pflichten habe ich? Wir klären die wichtigsten Winterfragen

Welche Pflichten haben die Konstanzer bei Schnee und Eis zu erfüllen? Bevor es zum ersten Mal richtig schneit erklären wir, welche Pflichten Sie haben, wo Sie aus öffentlichen Boxen Streusalz holen können und wo die Stadt zuerst die Straßen räumt.

Wie der Winter wird, wie oft Eis und Schnee den Autofahrern in Konstanz das Leben schwer machen werden, soweit kann Henry Rinklin nicht blicken. Wenn er den Wetterdienst im Computer studiert, reichen die Aussichten für die nächsten Tage. In denen rechnete der Leiter des Winterdienstes der Technischen Betriebe Konstanz (TBK) am Mittwochmittag mit kaum bis wenig Arbeit für seine Abteilung. Sollte es doch Überraschungen geben: Der Winterdienst ist für den ersten Einsatz bereit. Sich bereit zu machen, das gilt insbesondere auch für die Bürger.

 

Welche Pflichten habe ich?

Immobilien- und Grundstückseigentümer, oder im Auftrag die Mieter, müssen von Fußgängern genutzte Gehwege und private Flächen reinigen, räumen und streuen. Der Stadt Konstanz, in diesem Fall im Auftrag den Technischen Betrieben, obliegt die Räumung und Steuung der Straßen und Wege, für die sie als Straßenbaulastträger zuständig ist.

 

Kommt die Stadt immer ihrer Pflicht nach?

Aus Sicht mancher Bürger nicht. Henry Rinklin hat in seinem Büro Ordner voller Rechtsstreitigkeiten, in denen Bürger nach einem Sturz auf glatter Fläche Schadenersatz fordern. Die Stadt Konstanz sei allerdings noch nie von einem Gericht zu einem Ausgleich verurteilt worden, auch strafrechtliche Prozesse seien zu ihren Gunsten geendet. Beim Winterdienst sei es wichtig, "dass alles dokumentiert ist", sagt Rinklin, um die verrichtete Räum- und Streuarbeit stets belegen zu können.

 

Worauf muss ich beim Winterdienst achten?

Er darf laut Satzung zum Reinigen, Schneeräumen und Streuen der Gehwege Salz und salzhaltige Stoffe nur im Ausnahmefall verwenden, wenn sich zum Beispiel Glatteis auf einer Treppe lediglich mit unverhältnismäßig hohem Aufwand entfernen lässt. Das bedeutet, der Bürger darf nur Splitt, Asche und Sand streuen.

 

Woher bekomme ich Splitt?

In Baumärkten ist es zumeist nicht zu finden, gerne aber das Salz. Die Technischen Betriebe haben im Stadtgebiet 35 Streuboxen aufgestellt, an denen sich der Bürger kostenfrei bedienen kann.

Verschieben des Kartenausschnitts mit zwei Fingern, ein Fingertip auf ein Symbol zeigt die genaue Position.

 

 

In ihnen lagern 40 Tonnen Splitt. Die TBK bauen die Boxen über die Sommermonate ab und lagern sie ein, damit die Behälter nicht mutwillig zerstört oder als Mülleimer verwendet werden.

 

Warum dürfen aber die Technischen Betriebe Salz streuen?

Die TBK betreuen im Winter 280 Kilometer Straßen, Wege, zudem städtische Gebäude, Bushaltestellen und Straßenübergänge. Wenn sie eine komplette Runde mit vier Lastwagen und sechs Kleinfahrzeugen fahren, benötigen die 70 bis 80 Mitarbeiter 25 bis 26 Tonnen Salz; dieses wird mit Sole gemischt, damit das Salzkorn schwerer wird und an Ort und Stelle liegen bleibt.

Bei Splitt bräuchten die TBK das bis zu 20-Fache: es müsste umso öfter Material mit größerem Aufwand angeliefert werden, das wäre umso teurer für den Steuerzahler. Bei diesen Summen sei Salz umweltverträglicher, erklärt Henry Rinklin. Der Split müsste nach dem Abtauen aufwändig beseitigt werden, die Steinchen stellten durchaus eine Verkehrsgefährdung dar, etwa für Motorradfahrer in Kurven. Split streuen die TBK allerdings in Ufernähe, wo Salz in den See zu laufen droht.

 

Wo räumt die Stadt zuerst die Straßen frei?

 

Wie kontrolliert die Ortspolizei die Einhaltung der bürgerlichen Streu- und Räumpflicht?

Quasi gar nicht, weil das für die Ortspolizisten nicht leistbar sei, erklärt das Presseamt auf Anfrage. Allerdings erreichten die Verwaltung drei bis vier Beschwerden im Jahr, dass ein Nachbar nicht räume. In diesen Fällen schreibe die Stadt die betroffenen Eigentümer an und erinnere sie an ihre Pflichten. In den vergangenen fünf Jahren sei einmal ein Bußgeld verhängt worden, sagt Pressesprecher Uli Hilser. Bei Verstößen gegen die städtische Satzung drohen Strafen von bis zu 500 Euro.

 

Pflichten und Boxen

Gehwege müssen laut Satzung der Stadt Konstanz werktags bis 7 Uhr, sonn- und feiertags bis 8 Uhr und jeweils bis 22 Uhr geräumt und gestreut sein. Bei Bedarf sind Nacharbeiten notwendig. Der Streu- und Räumplan der TBK berücksichtigt Hauptverkehrsstraßen. Ab einer Höhe von zwölf Zentimetern Schnee werden auch Nebenstraßen geräumt.

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