Konstanz Wirrwarr im Schilderwald: Die Baustelle an der Kindlebildkreuzung führt bei Autofahrern zu Verwirrung

Zahlreiche Schilder und gelbe Markierungen - die Bauarbeiten auf der Bundesstraße leiten den Verkehr um. Gerade im Dunkel der Wintermonate können Autofahrer dort schnell auf die falsche Spur geraten.

Als Marcus Mattick nach seiner Schicht mit seinem Auto den Heimweg antrat, war es bereits dunkel. Noch auf dem Hinweg passierte er die Baustelle auf der B33 auf Höhe der Kindlebildkreuzung – so wie er es täglich gewohnt war. Wenige Stunden später war die Verkehrsführung geändert. "Ich war kurz irritiert", schildert Mattick den Vorfall. Durch das Verkehrsschild in Richtung Reichenau auf der rechten Seite komme es schnell zur Verwirrung. Für Autofahrer könne der Eindruck entstehen, die Spur geradeaus führe nach Konstanz. Doch das ist in Wirklichkeit die Gegenfahrbahn.

Mattick selbst hat in der Baustelle einen anderen Autofahrer auf der Gegenfahrbahn beobachtet: "Er ist rückwärts gefahren, weil er versehentlich falsch fuhr", erklärt Mattick gegenüber dem SÜDKURIER. Mitteilungen über einen Geisterfahrer haben die Polizei aber bisher nicht erreicht, so Bernd Schmidt, Pressesprecher der Polizei. Ihm sei lediglich zugetragen worden, dass ein LKW auf die falsche Spur geraten sei. Im gesamten Jahr 2017 hat die Polizei bisher sechs Unfälle an der Kindlebildkreuzung verzeichnet. Drei dieser Unfälle sind auf der B33 passiert, allerdings in der Gegenrichtung – in Richtung Singen.

Eine Barke nach der anderen

Unzählige rot-weiße Leitbarken sowie Schilder und Linien sollen den Weg durch die Baustelle an der Kindlebildkreuzung weisen. Dahinter steht ein Konzept der Neubauleitung Singen, die die verantwortliche Behörde ist. "Prinzipiell entsteht das Verkehrskonzept in Absprache mit der Verkehrsbehörde und der Polizei", sagt Daniel Schrodin von der Neubauleitung Singen. Von verkehrsbedingten Problemen wie Geisterfahrern habe er noch nichts gehört, so Schrodin. Die Behörde stehe diesbezüglich in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei. "Wir versuchen, mit den Beschilderungen den Verkehrsteilnehmer zu führen", sagt Schrodin. Dafür wurden auf der Straße gelbe Markierungen angebracht, die den richtigen Weg zeigen sollen.

Außerdem wurden im Baustellenbereich zahlreiche rot-weiße Leitbarken aufgestellt. Doch für einige Autofahrer sind genau die das Problem: "Ich habe das Gefühl, dass ich auf eine Wand voller rot-weißer Warnbarken zufahre", erzählt beispielsweise Autofahrerin Silvia Stadler gegenüber dem SÜDKURIER. Auch Marcus Mattick sieht bei der Verkehrsführung ein Problem: "Eine Abhilfe wäre eine bessere Beschilderung oder diesen Knotenpunkt auszuleuchten", erklärt er. Die Baustelle ist bisher nur mit Leuchten auf den Leitbarken versehen. Eine weitere Installation von Beleuchtungen ist bei der Neubauleitung kein Thema. "Flutlichter für Baustellen sind außerorts nicht üblich", sagt Schrodin.

Langsam fahren hilft

Dennoch ist der Neubauleitung die verkehrstechnische Besonderheit der Baustelle durchaus bekannt: "Die Schwierigkeit ist natürlich, dass dort auf engsten räumlichen Verhältnissen umgebaut werden muss", sagt Projektverantwortlicher Schrodin. Deshalb sei die Änderung der Verkehrsführung bei neuen baulichen Phasen oft unumgänglich, so wie zuletzt am 14. November. "Natürlich müssen sich die Autofahrer bei jeder neuen Verkehrsphase daran gewöhnen", sagt Schrodin.

Ein wichtiger Teil des Verkehrskonzeptes für die Baustelle ist auch die Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30. Auch Silvia Stadler hält die Einhaltung des Tempos für wichtig: "Dann hat man genügend Zeit, sich zu orientieren", erklärt sie. "Wenn man die 30 einhält und sich an der Fahrbahnmarkierung orientiert, dürfte das nicht passieren", erklärt auch Marcus Matt. Trotzdem hält er besondere Vorsicht an der Baustelle für geboten: "Jeder kann mal einen Moment unaufmerksam sein. Daher kann diese Stelle für nicht Ortskundige schnell mal zu Fehlern führen." Wer das Konzept nun einmal verstanden hat, der muss sich künftig auf keine Überraschungen mehr einstellen. Bis zum Ende der Bauarbeiten Mitte nächsten Jahres will die Neubauleitung Singen die aktuelle Verkehrsführung in der Baustelle beibehalten.

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