Als ich, 25 Jahre alt, keine Kinder, zum ersten Mal den Begriff Stoffwindel gehört habe, war meine Reaktion in etwa so: „Ihhh, wer benutzt denn so was?“ Zu fremd war mir der Gedanke, die mit Exkrementen gefüllten Windeln in der gleichen Maschine zu waschen, in die auch meine Handtücher, T-Shirts und Socken kommen. Als ich einige Monate später selbst meinen Neffen wickele, finde ich die Idee zwar schon sympathischer, aber der Geruch lässt mich wieder schnell davon abkommen.

Geht es jedoch nach den Entsorgungsbetrieben Konstanz, erhalten Eltern in Zukunft 50 Euro Zuschuss, wenn sie ihre Babies mit Baumwolle statt Plastik wickeln. Dadurch könnten aus den rund 3,5 Millionen Windeln pro Jahr, die in Konstanz anfallen, künftig ein paar weniger werden.

So sieht die Geschichte ganz anders aus. Und ich frage mich: Warum bekommen wir nicht viel mehr Anreize, uns ökologisch sinnvoll zu verhalten? Wie wäre es beispielsweise mit einem Zuschuss für diejenigen, die ihr Wasser täglich aus der Leitung trinken, anstatt es in Plastikflaschen zu kaufen? Die in einem Unverpackt-Laden einkaufen? Und was steht einem Bonus an jene im Wege, die ihr Auto häufiger stehen lassen und auf Bahn oder Rad ausweichen? Für die Reinigung der Stoffwindeln gibt es sogar Dienstleister, entnehme ich der Beschlussvorlage. Die schicken frische Windeln dann per Post zu oder liefern sie selbst. Hoffentlich wird das in die Ökobilanz mit eingerechnet.

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