Hunderte wunderschöne Boote schippern jedes Jahr zur Bodenseewoche nach Konstanz. Doch in eines davon hineinzuschauen ist schwierig. Jetzt nimmt Sie der älteste Skipper der Bodenseewoche mit auf seine 99 Jahre alte "Fifty-Fifty".

Video: Ulrike Stamm

Spitzenplätze fordert Fritz Höchner von seiner 99 Jahre alten Dame nicht mehr. Zu gut kennt er die "Fifty-Fifty", schon seit 48 Jahren gehört ihm das Boot. Wenn er den Besuchern in Segler-Outfit das Innere der Kabine vorführt, ist der Stolz ihm anzusehen.

Die Vorbesitzer, Kaufleute aus St. Gallen, kannte Höchner schon seit seiner Jugendzeit, mit 16 ist er das erste Mal auf dem Boot mitgesegelt.

"Ich habe damals den Wunsch geäußert, dass sie an mich denken, wenn sie das Boot jemals verkaufen", erzählt der 76-Jährige. 1968 war es dann so weit: Die "Fifty-Fifty" wurde ihm angeboten, Höchner schlug zu.

Inzwischen kann sie in Sachen Geschwindigkeit mit modernen Booten nicht mehr mithalten. Die "Fifty-Fifty" ist dennoch etwas ganz Besonderes. Boote wie sie mit ihrer Mahagoni-Vertäfelung werden heutzutage gar nicht mehr gebaut. Es wäre schlicht zu teuer. 

Neue Boote mögen mehr Luxus haben, doch an Bord der "Fifty-Fifty" hat die Crew alles, was sie braucht. Und das Boot ist laut Steuermann Höchner das einzige seiner Klasse, das eine Bar besitzt.

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Damit alles schön kühl bleibt, gibt es mehrere Stauräume und einen Kühlschrank auf dem Boot, alles platzsparend, versteht sich.


Der größte Stauraum ist unter einem Bodenbrett im Salon.

Der zweite befindet sich direkt daneben - unterm Bett.

Apropos Bett: Sieht eigentlich ganz gemütlich aus.

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Der Kühlschrank ist tatsächlich elektrisch betrieben. Um ihn zu öffnen, muss man die Leiter, die aufs Deck führt, zur Seite klappen.

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Auch eine Küche darf nicht fehlen.

Trotz der üppigen Ausstattung ist die "Fifty-Fifty" nur 12 Meter lang, wiegt aber sechs Tonnen. Unter dem blauen Sonnendeck haben locker sechs Personen Platz.

Die "Fifty-Fifty" hat eine lange Geschichte: Gebaut im Jahr 1918, war sie urpsrünglich ein Partyboot, später fuhr sie Regatten - auch auf der Bodenseewoche. Plaketten im Salon zeugen von diesen Teilnahmen, so wie diese: 1. Rang im Jahr 1947. 

Heute geht es Fritz Höchner und seiner Crew nicht mehr um Siege bei Regatten. Zusammensein steht ihm Vordergrund – wenn das Boot nach der Regatta wieder fest vertäut im Hafen liegt, stoßen die Segler auf einen weiteren Tag im langen Leben der "Fifty-Fifty" an.

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