Es war spät am Abend, als das Telefon des Rentners in seiner Wohnung in Staad klingelte. Der Mann, der sich am Mittwoch gegen 22 Uhr am anderen Ende der Leitung meldete, stellte sich als „Frank Bader„ vor, die auf dem Display angezeigte Nummer lautete: 110.

Keine halbe Stunde später legte der Staader Rentner einen weißen Beutel mit Gold und Bargeld vor seine Tür. Gold und Bargeld, das er nicht wieder sehen sollte.

Ein von der bayerischen Polizei entwickelter Comic zeigt anschaulich die Vorgehensweise der Betrüger, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben. Kernbotschaft ist, dass echte Polizeibeamte niemals unter 110 anrufen, niemals nach Bargeld oder Schmuck fragen, und auch niemals Geld oder andere Wertgegenstände für Bürgerinnen und Bürger verwahren. Der Comic kann heruntergeladen und weiterverbreitet werden, zum Beispiel ausgedruckt und insbesondere an ältere Verwandte oder Bekannte verteilt werden.
Ein von der bayerischen Polizei entwickelter Comic zeigt anschaulich die Vorgehensweise der Betrüger, die sich am Telefon als Polizisten ausgeben. Kernbotschaft ist, dass echte Polizeibeamte niemals unter 110 anrufen, niemals nach Bargeld oder Schmuck fragen, und auch niemals Geld oder andere Wertgegenstände für Bürgerinnen und Bürger verwahren. Der Comic kann heruntergeladen und weiterverbreitet werden, zum Beispiel ausgedruckt und insbesondere an ältere Verwandte oder Bekannte verteilt werden. | Bild: Polizei Bayern

Schon wieder haben Betrüger mit der Masche des falschen Polizisten zugeschlagen. Es ist eine Masche, die laut Polizei momentan beinahe täglich angewendet wird.

Mann aus Staad hatte noch Glück im Unglück

Eine Vielzahl von Bürgern mit Wohnsitz in Konstanz und den eingemeindeten Orten wandte sich in den letzten Tagen an das Polizeipräsidium Konstanz. Sie alle berichteten über telefonische Kontaktaufnahmen durch angebliche Polizeibeamte, die vorgaben, bei einer rumänischen Einbrecherbande Hinweise auf die jeweiligen Wohnadressen gefunden zu haben.

Der Mann aus Staad hatte noch Glück: Eigentlich sollte er am Donnerstag weiteres Geld abheben und an die angeblichen Beamten übergeben. Doch vor der Übergabe las er im SÜDKURIER über den Falsche-Polizisten-Trick und verständigte die Polizei. Die Täter werden derzeit noch gesucht.

Bild: Polizei Bayern

Was ist konkret vorgefallen?

Dem Rentner aus Staad erzählte der falsche Beamte am Telefon, dass zwei mit dem Corona-Virus infizierte Einbrecher festgenommen worden seien. Acht weitere aus Rumänien stammende Diebe seien noch auf der Flucht. Und nun wird es skurril: Die Täter hätten einen Zettel hinterlassen, eine Einbruchs-Liste. Und der Staader Rentner sei, so sagten ihm die Verbrecher am Telefon, laut dieser Liste das nächste Opfer. Deshalb solle er sein Geld und sein Gold dem vorgeblichen Polizeibeamten anvertrauen.

Bild: Polizei Bayern

Noch während des Telefonats legte er die weiße Stofftasche vor die Tür. Gegen 22.30 Uhr muss sie von einem Komplizen abgeholt worden sein. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen nun aufgenommen und sucht Zeugen. Der Vorfall ereignete sich in Staad oberhalb des Fährhafens im Wohngebiet zwischen Schiffstraße und Staader Straße.

Zeugen gesucht: Personen mit weißer Stofftasche in Staad

Personen, die Hinweise zu dem am Mittwochabend im Zeitraum von 21.30 bis 22.30 Uhr im Bereich des Tatortes aufgetretenen Abholers des weißen Stoffbeutels geben können oder sonst verdächtige Wahrnehmungen machten, werden gebeten, sich beim Kriminalkommissariat Konstanz unter der Nummer (07531) 995-0 zu melden.

Die Masche

Bild: Polizei Bayern

Die Polizei Baden-Württemberg warnt die (ältere) Bevölkerung vor der Falsche-Polizisten-Masche. Immer häufiger haben Betrüger damit Erfolg. Mittels technischer Manipulation schaffen sie es, dass die Nummer „110“ auf dem Telefondisplay des potenziellen Opfers auftaucht.

Polizei bittet, ältere Verwandten zu warnen

Am Telefon versuchen sie ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände im Haus oder auf der Bank an einen Unbekannten zu übergeben, der sich ebenfalls als Polizist ausgibt. Dazu behaupten die Betrüger beispielsweise, dass Geld- und Wertgegenstände bei ihren Opfern zuhause oder auf der Bank nicht mehr sicher seien oder auf Spuren untersucht werden müssten.

Hier gibt es den von der bayrischen Polizei erarbeitete Comic „Der falsche Polizist“

Hier ist ein Kurzfilm, der die Vorgehensweise der Betrüger zeigt