Jeden Tag dieselbe Beobachtung, die Wolfgang Schöffler Sorgen macht. Gegen 13 Uhr, wenn an der Wallgutschule Unterrichtsschluss ist, fahren viele Eltern den Schulbereich an, um ihre Kinder mit dem Auto von der Schule abzuholen. Sie halten dabei auch gern an der Kreuzung Zasiusstraße/ Wallgutstraße.

An dieser Stelle, wo der Bordstein abgesenkt ist, damit Kinder den Schulhof verlassen können und hier die Straße queren, ist eine Zickzacklinie eingezeichnet. Schöffler hat Bedenken wegen der Sicherheit der Kinder, auch seine Tochter geht hier zur Schule. Wenn Kinder hier die Straße überqueren wollen und gleichzeitig Autos auf der Zickzacklinie halten, haben die Schüler eine schlechte Sicht und können die Straße nicht gefahrlos überqueren.

Was bedeutet die Zickzacklinie?

Wolfgang Schöffler hat sich wegen dieser Frage sogar an die Stadtverwaltung gewandt. Dort erhielt er die Antwort, dass es sich um eine Zickzacklinie handele, die "erstens überfahren werden darf und auf der zweitens zum Ein- und Ausstieg gehalten werden darf".

Auf Nachfrage des SÜDKURIER bestätigt dies Walter Rügert, Pressesprecher der Stadt. Die Zickzacklinie sei kein eigenständiges Verkehrszeichen, sondern verlängere eine Verkehrsregelung, die bereits angeordnet ist.

In diesem Fall beziehe sie sich auf das Parkverbot im Kreuzungsbereich. Die Zickzacklinie gebe es an dieser Stelle schon sehr lange. Ziel sei es damals gewesen, dort in der Nähe der Kreuzung keine parkenden Autos mehr zu dulden. Das kurze Anhalten und Weiterfahren ist aus Sicht der Stadtverwaltung kein Sicherheitsrisiko.

Die Zickzacklinie ohne parkende oder haltende Autos.
Die Zickzacklinie ohne parkende oder haltende Autos. | Bild: Hanser, Oliver

Eltern haben wegen zunehmenden Verkehrs Angst um die Kinder

Einige Eltern sehen das allerdings anders. Thomas Hartrampf, der seine Tochter und deren Freundin von der Schule abholt, beobachtet den Verkehr seit Längerem. "Es gibt hier immer mal wieder gefährliche Situationen", sagt er, "ich sehe die vielen Autos, in denen die Kinder abgeholt werden und überlege, was man machen könnte. Hier ist einfach zu viel Verkehr, manche fahren auch zu schnell."

Maya Gulder, Mutter einer Zweitklässlerin, macht sich mehr Gedanken um die Gartenstraße. Dort sehe man beim Überqueren der Straße überhaupt nichts, Kinder noch weniger als Erwachsene wegen der parkenden Autos. "Eine Ampel oder ein Zebrastreifen wären gut", findet sie.

Eine weitere Querungshilfe wäre rechtlich nicht zulässig

Handlungsbedarf sieht die Stadtverwaltung in diesem Areal auch deshalb nicht, weil es in der Gartenstraße bereits eine Querungshilfe gibt, so Walter Rügert. Zudem wäre es gar nicht ohne Weiteres möglich, Zebrastreifen oder Ampel einzurichten, da im Bereich der Wallgutschule Tempo 30 gilt – und es in Tempo-30-Zonen nicht vorgesehen ist, Querungshilfen zu installieren.

Eine städtische Arbeitsgruppe sehe sich allerdings regelmäßig die verschiedenen Verkehrssituationen in der Stadt an und bewerte diese. Sie sei zu dem Schluss gekommen, dass an der Wallgutschule der Umfang der Sicherheitsmaßnahmen akzeptabel sei.