Jetzt geht alles Schlag auf Schlag. Das Vincentius-Krankenhaus zieht nach Petershausen in seinen attraktiven Neubau, das bisherige Krankenhaus wird abgerissen, die Archäologen retten, was zu retten ist – und dann drehen sich die Kräne. Am Ende wird ein großes Vorhaben fertiggestellt sein mit 126 neuen Wohnungen, etwas Gewerbe und einer durchaus großstädtischen Optik. Und die Bürger können beobachten, wie Immobilienentwicklung inzwischen läuft.

Bis heute ist die Kritik nicht verstummt, dass die Vincentius AG mit ihrem Grundstück das gemacht hat, was auch viele verkaufswillige Eigenheimbesitzer tun: Sie hat gegen Höchstgebot veräußert, was das Projekt unter einer Prämisse der Rendite gestellt hat. Allerdings – der Erlös dient dem Bau des neuen Vincentius-Krankenhauses und damit wieder einem sozialen Zweck. Wer das Verfahren als kapitalgetrieben kritisiert, sollte diesen Aspekt zumindest beachten.

Am Ende wird das Vincentius-Areal allein durch seine Größe und die prominente Lage zum Labor für den Ernstfall in dem von so hohen Erwartungen begleiteten Handlungsprogramm Wohnen werden. Wird der neue Schottenplatz städtebaulich und sozial zum Erfolg, kann er durchaus als Schablone für solche Investorenprojekte dienen. Erfüllt er dagegen die Erwartungen nicht, muss die Politik eine Antwort darauf finden. Denn Misstrauen in Investoren gibt es, leider auch aus gutem Grund, in der Stadt mehr als genug.