Schon im Mai hat die Postbank bekannt gegeben, dass sie ihre Filiale in der Moltkestraße in Petershausen nicht mehr selbst betreiben wird. Trotzdem ist immer noch nicht klar, was aus der Filiale wird, in der Kunden mit Finanzdienstleistungen sowie Postservice bedient werden.

Einen Standort für Postdienstleistungen in Petershausen muss es geben – sagt das Gesetz

Die Post kann immer noch nichts Definitives mitteilen, wie Hugo Gimber, Pressesprecher der Deutschen Post DHL Group, auf Anfrage schreibt. "Wir prüfen mehrere Möglichkeiten und stehen in Verhandlungen mit Interessenten. Entscheidungen sind noch nicht gefallen."

Allerdings gibt es eine gute Nachricht für Postkunden. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss die Post in abgesetzten Ortsteilen mit mehr als 2000 Einwohnern eine Poststelle betreiben. Dies trifft in Petershausen zwar nicht zu, da es direkt an die Stadt anschließt, für den Ortsteil gilt aber: In zusammenhängend bebauten Gebieten muss eine Filiale in 2000 Metern Entfernung erreichbar sein. Es wäre also nicht möglich, die Kunden dahingehend zu vertröstend, dass sie Pakete auch an der Marktstätte aufgeben können. Finanzdienstleistungen soll es bei einer künftigen Filiale allerdings nicht mehr geben, schreibt Gimber.

Eine Interessentin für eine Filiale mit Postdienstleistungen wartet auf Signale

Wer das Geschäft mit Postdienstleistungen betreiben wird, ist nach wie vor unklar. Eine Interessentin ist der SÜDKURIER-Redaktion bekannt, sie berichtet aber von verwirrenden Signalen seitens der Post. Zunächst habe es eine mündliche Zusage gegeben, dann eine Absage. Sie sei jedoch nach wie vor interessiert an der Aufgabe und habe auch schon Aufwand betrieben, um Personal zu finden.

Nicht jeder würde eine Post vermissen

Die Akzeptanz der Kunden gegenüber der Situation hat unterschiedliches Ausmaß. "Die Post sollte Post bleiben", sagt Doris Schuster mit Nachdruck. Die Seniorin räumt dabei als Motiv auch Nostalgie ein: "Ich finde es schade, dass alles privatisiert wird. Außerdem schreibe ich gern, die Gebühren für Briefmarken werden aber immer teurer".

Anne-Maria Rothgänger und Marcel Hübner können den Verlust einer Postfiliale in Petershausen verschmerzen, fänden es aber besser, wenn sie bleibt.
Anne-Maria Rothgänger und Marcel Hübner können den Verlust einer Postfiliale in Petershausen verschmerzen, fänden es aber besser, wenn sie bleibt. | Bild: Wagner, Claudia

Meinungen scheinen in dieser Sache generationsabhängig zu sein. Marcel Hübner, 31, ist deutlich gleichmütiger. "Ich finde es gut, wenn die Post bleibt. Für mich ist es bequem, hier ein Paket abzuholen, ich wohne in der Nähe. Aber die Dinge verändern sich. So schlimm wäre es ohne Post nicht. Sie hat ohnehin nie geöffnet, wenn ich frei habe und Zeit, ein Paket abzuholen."

Esther Gnädinger nutzt die Postbankfiliale in Petershausen für eine Überweisung, sie wohnt aber im Paradies und ist nur selten hier.
Esther Gnädinger nutzt die Postbankfiliale in Petershausen für eine Überweisung, sie wohnt aber im Paradies und ist nur selten hier. | Bild: Wagner, Claudia