207 Seiten ist er dick, der Bericht über die Unternehmen und Betriebe, an denen die Stadt Konstanz beteiligt ist. Allgemeines Lob aus der lokalen Politik erhält Kämmerer Ulrich Schwarz für den "kompakten Überblick".

Nur auf den zwei Seiten zum Eigenbetrieb Bodenseeforum, da fehle doch etwas, merkte Joachim Filleböck (CDU) bei der Vorstellung des Berichts an. Wo denn die detaillierten Zahlen zur 100-Prozent-Tochter stünden, wo doch bei anderen Betrieben ausführlich auf die Bilanzen eingegangen werde?

Prognostizierter Verlust 2017: Rund 2,3 Millionen Euro

Lediglich von einem erwarteten Verlust für 2017 in Höhe von 2,3 Millionen Euro ist dort zu lesen. Man warte noch auf die Freigabe der Eröffnungsbilanz durch das Rechnungsprüfungsamt, erklärte Schwarz. Und Oberbürgermeister Uli Burchardt schob nach: „Im kommenden Jahr muss das Bodenseeforum dann auch drin sein.“

Fraglich ist, wie lange es noch als – kompletter oder teilweiser – städtischer Betrieb dort steht. Die Verwaltung ließ über den Wirtschaftsplan für 2019 nichtöffentlich beraten. Eine von mehreren Optionen ist aber der Ausstieg der Stadt aus dem Prestigeprojekt. Ein Weiter-so mit dem bestehenden Konzept ist noch nicht vom Tisch, auch eine Fortführung als Stadthalle wie in Singen oder dem Radolfzeller Milchwerk ist denkbar.

Entschieden wird in der Sitzung des Gemeinderats am 13. Dezember – dann auch wieder öffentlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Warum trotz unklarer Zukunft ein neuer Caterer gesucht wird

Bild: Scherrer, Aurelia

Eines lassen die Mitglieder des Betriebsausschusses Bodenseeforum allerdings schon jetzt suchen: einen neuen Dienstleister für das Catering im Haus. Der bestehende Vertrag läuft Mitte Februar 2019 aus. Ohne neuen Partner liefe das Veranstaltungshaus Gefahr, handlungsunfähig zu sein, erklärte der Geschäftsführer Jochen Lohmar.

Bild: Hanser, Oliver

Ausschreibung zunächst nur auf ein Jahr

„Wir könnten Veranstaltungen nächstes Jahr dann schlicht nicht mehr mit Catering versorgen“, fasste er zusammen. Denn alle Gedankenspiele um die künftige Rolle der Stadt im Bodenseeforum betreffen erst die Zeit ab 2020, wie OB Burchardt betonte.

Die Ausschreibung ist auf insgesamt drei Jahre ausgelegt. Wobei zunächst nur ein Jahr fix ist und zweimal um jeweils zwölf Monate verlängert werden kann. Insgesamt ist das Paket der Stadtverwaltung 600.000 Euro wert. Die Summe richtet sich laut Lohmar nach dem geschätzten Jahresumsatz für das Catering, die Ausschreibung müsse EU-weit erfolgen.

Aussagen von Leiterin des Rechnungsprüfungsamts sorgen für Irritation

Dies wiederum stellte Elisabeth Uhl, Leiterin der Rechnungsprüfungsamts der Stadt, infrage. Eine Ausschreibung mit einem Wert von jährlich 200.000 Euro erfordere kein EU-weites Vergabeverfahren, widersprach sie und sorgte damit für Irritationen bei Jochen Lohmar.

„Das Verfahren ist bewusst flexibel strukturiert, weil die Zukunft des Bodenseeforums derzeit offen ist“, sagte er auf Rückfragen nach der Sinnhaftigkeit eines neuen Caterers bei der derzeitigen Ungewissheit über das Haus als Ganzes.

Kritiker beschwichtigte er außerdem mit den Hinweisen: der neue Vertrag könnte mit dreimonatiger Frist gekündigt werden, außerdem verdiene der Dienstleister nur, wenn es auch Veranstaltungen im Bodenseeforum gibt. Das Bereitstellen von Snacks bis zu kompletten Buffets gilt als durchlaufender Posten in der Bilanz, die Kosten müssen – mit Ausnahme von städtischen Veranstaltungen – vom jeweiligen Kunden erstattet werden.