Eines ist schon jetzt sicher: Es wird eine schöne und begehrte Wohnlage sein. Der Hafen schräg gegenüber, ins Strandbad nur wenige Minuten, die Bushaltestelle um die Ecke – und rundherum viel Grün. Doch wie viele Neu-Wallhauser sollen in den Genuss kommen, dort leben zu dürfen? Das ist eine wesentliche Frage, die die Politik jetzt zu beantworten hat. Denn die Stadtverwaltung schlägt für das kleine Neubaugebiet Ziegelhütte 60 Wohneinheiten vor, der Ortschaftsrat hat dagegen einstimmig für eine Reduzierung auf 40 Einheiten gestimmt. Jetzt müssen zunächst der Technische und Umweltausschuss (Dienstag, 17. April 16 Uhr, Untere Laube 24) und dann der gesamte Gemeinderat (Dienstag, 24. April, 16 Uhr, Ratssaal) entscheiden.

Erst sollten es 44 Einheiten sein, dann 60

Dass das Gebiet Ziegelhütte zur Bebauung ansteht, ist bereits seit Jahren bekannt – es ist Teil des Handlungsprogramms Wohnen. Allerdings war es zunächst von 44 Wohneinheiten ausgegangen. Nachdem aber klar wurde, dass die Ziele aus dem Jahr 2014 nicht reichen, um den Bedarf an Wohnungen zu decken, kam es zu einer Überprüfung (Evaluierung) und Aktualisierung des Programms. Dazu gehörte auch ein so genanntes Dichtemodell, das für zahlreiche künftige Baugrundstücke eine stärkere Nutzung vorschlug als zunächst angenommen. Auf dieses Dichtemodell stützt die Stadtverwaltung dann auch ihre Vorgabe von 60 Wohneinheiten.

Die Verwaltung steht von zwei Seiten unter Druck

Gerade weil es um die Frage geht, wie eng Menschen zusammenleben sollen, geht vom Gebiet Ziegelhütte eine Signalwirkung aus. Denn die Stadtverwaltung steht von zwei Seiten unter Druck: Der Wohnungsmarkt entspannt sich in keiner Weise, auf der anderen Seite gibt es auch an anderen Orten Befindlichkeiten, die eine Bebauung insgesamt oder eine hohe Dichte ablehnen. Im Ortschaftsrat Dettingen-Wallhausen endete die Abstimmung am 21. März dann auch mit elf zu null Stimmen für eine Reduzierung auf 40 Einheiten. Ortschaftsräte hatten betont, dass "die Fläche nicht auf das Maximum ausgereizt" werden dürfe.

Ist eine dichtere Bebauung wirklich automatisch schlechter?

Das Amt für Stadtplanung und Umwelt will dennoch die geplanten 60 Wohnungen ermöglichen. Dichte und lebenswerte Architektur stünden nicht im Widerspruch, heiß es zur Begründung. Außerdem soll der Wettbewerb, aus dem dann der Bebauungsplan entwickelt wird, insbesondere qualitätvolle Freiräume gerade für Familien ermöglichen. Bis diese einziehen können, wird es aber noch dauern: 2019 könnte der Bebauungsplan beschlossen werden, dann folgt 2020 die Erschließung, 2021 rücken die Bagger an.

Ziegelhütte

Zum Bebauungsplan Ziegelhütte gehören neben drei bereits bebauten Grundstücken an der Uferstraße rund 8500 Quadratmeter in der Nähe des Wallhauser Hafens, die bisher unbebaut sind. Die Fläche gehört zu 60 Prozent der Stadt Konstanz und zu 40 Prozent dem Land. Gut 550 Quadratmeter davon sind für eine Grünfläche reserviert. (sk)