Dass Planungen – also die Theorie – möglicherweise nicht zu der später gelebten Wirklichkeit passen, das könnte auch bei der Fahrradstraße Petershauser Straße/Jahnstraße eintreffen. Dies wurde bei einer Veranstaltung der Bürgergemeinschaft Petershausen deutlich, die Gregor Gaffga, Radverkehrsbeauftragter der Stadt, als Referent eingeladen hatte.

So störten sich beispielsweise Zuhörer daran, dass in der Jahnstraße vor dem Zähringerplatz die Haltemarkierungen für Radfahrer hinter der für die Autos angebracht werden sollen. Sie sind davon überzeugt, dass viele Radfahrer dazu verleitet würden, fälschlicherweise den linksseitigen Überweg Richtung Friedrichstraße zu nutzen. Gaffga selbst ist von dieser Lösung überzeugt. Dass diese Regelung möglicherweise später geändert wird, wollte er nicht ausschließen. Er verwies ausdrücklich darauf, dass die vorgestellten Detailpläne noch nicht politisch abgesegnet seien.

Ebertplatz ist weiterer Konfliktpunkt

Einen weiteren Konfliktpunkt erwarten mehrere Zuhörer am Ebertplatz. Dort treffen Radfahrerströme aus der Petershauser Straße, der Sankt-Gebhard-Straße und von der Fahrradbrücke zusammen. Strittig bleibt unter den Besuchern, ob die Sankt-Gebhard-Straße zu einer Hauptverkehrsachse für Radfahrer aufgewertet werden solle oder nicht. "Das ist nicht zielführend aus Sicht der Verwaltung", erklärte Gaffga. Diese Straße stellt die direkte Verbindung zwischen Ebertplatz und Z-Brücke dar. Problem dabei ist, dass der Radverkehr über den Brückenvorplatz führt, der ursprünglich als Aufenthaltsbereich gedacht war und bereits von Kindern als Spielfläche genutzt wird.

<b>Spanierstraße</b><br><br>Das Problem:  Ein Großteil des Radverkehrs zwischen Petershausen und Altstadt führt über die Spanier-/Reichenaustraße. Auf den Spuren in Richtung Ebertplatz komme es immer wieder zu gefährlicher Enge, bemängelt Daniela Jarde. Zu Zeiten der Hochbelastung sei der Übergang ohne gefährliche Schlenker und Ausweichmanöver kaum zu schaffen. Für die neue Masse der Fußgänger und Radfahrer sei der Überweg zu eng.
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Die Lösung: Mit einer möglichen neuen Radstraße durch Jahn- und Petershauser Straße könnten die Übergänge neu gestaltet werden.
Das Problem: Ein Großteil des Radverkehrs zwischen Petershausen und Altstadt führt über die Spanier-/Reichenaustraße. Auf den Spuren in Richtung Ebertplatz komme es immer wieder zu gefährlicher Enge, bemängelt Daniela Jarde. Zu Zeiten der Hochbelastung sei der Übergang ohne gefährliche Schlenker und Ausweichmanöver kaum zu schaffen. Für die neue Masse der Fußgänger und Radfahrer sei der Überweg zu eng. | Bild: Rindt

Ob eine eindeutige Beschilderung oder eine Trennung von Fußweg/Spielfläche und Radfahrbahn die bessere Lösung sein wird, blieb offen. Die Einrichtung der neuen Fahrradstraße und die Eröffnung der Z-Brücke über den Petershauser Bahnhof sollen noch im Frühjahr sein. Über den Sommer soll eine Zählung Aufschluss über die Verkehrsströme geben.

Ist ein Kreisverkehr die Lösung?

Unterschiedliche Ansichten gab es darüber, wer denn nun Vorfahrt haben soll, wenn eine andere wichtige Verkehrsachse eine Fahrradstraße kreuzt. Bei der Kreuzung Schottenstraße haben Autos und Busse in der Gartenstraße Vorfahrt. Die Markgrafenstraße kreuzt die Sankt-Gebhard-Straße ebenfalls mit Vorrang. Einen Kreisel als denkbare Lösung für den "Kuddelmuddel" (CDU-Stadtrat Marcus Nabholz) beim Ebertplatz schlug FGL-Stadtrat Günter Beyer-Köhler vor. Dies sei nicht einfach zu verwirklichen, da die Spanierstraße eine Bundesstraße sei, so Gaffga. Den Einwand, dass es beim Torhaus bereits einen Kreisverkehr gibt, nahm er zur Kenntnis.

Gregor Gaffga, Radverkehrsbeauftragter <em>Bild: nea</em>
Gregor Gaffga, Radverkehrsbeauftragter Bild: nea