Der Autor und Performance-Künstler Simon Weiland bittet ins Welttheater. Nach dem Erfolg seiner ersten Triologie „Das Paradies“ und der Aufführung einzelner Sequenzen aus seinem neuen Programm führt Weiland an drei Abenden nun erstmals das Gesamt-Projekt „Welttheater“ auf. Start der Reihe ist am Dienstag, 16. Februar, 20 Uhr, im Kulturzentrum K 9 unter dem Titel „Ein starkes Stück – Die Entstehung des Ego“. Teil zwei – „Geist? – Die Tricks des Ego“ gibt es am 23. Februar, Teil drei – „Diesseits/ Jenseits – Die Befreiung vom Ego?“ – am 1. März.

Alle drei Teile können aber durchaus unabhängig voneinander angesehen und verstanden werden. Das Gesamtprojekt handelt von einem Regisseur, der im Rahmen eines Theaterstücks namens „Kain und Abel“ seinen Schauspieler in die Rolle des Kain zwängt. Im zweiten Teil wird der Schauspieler sich immer mehr von seinem Regisseur emanzipieren und versucht schließlich im letzten Teil der Reihe mit dem Autor in Kontakt zu treten. Das vielschichtige Stück beschäftigt sich stark mit psychologischen Konzepten, Identitätsbildung und Rollenidentifikation, die durch die Figuren Autor, Schauspieler und Regisseur zum Ausdruck gebracht werden sollen. Die Figuren repräsentieren jeweils einen Teil der menschlichen Psyche.

Neben der Darstellung durch eine Person bezieht sich auch das Format der Trilogie bewusst auf das antike Theater, den Ursprung der Theatertradition, und verbindet dies mit einem zeitlos aktuellen Diskurs. „Kann das eigene Bewusstsein darüber entscheiden, ob etwas als leidvoll empfunden wird oder nicht? Diese Frage will ich auf die Bühne bringen“, sagt Weiland. „Ich möchte Bewusstseinsprozesse zeigen.“, Diese Bewusstseinsprozesse sollen für den Betrachter in Anlehnung an Bertolt Brechts episches Theater sichtbar gemacht werden. Brechts Konzept ist darauf ausgelegt, dass der Betrachter sich nicht mit den Protagonisten identifiziert und dadurch eine Distanz zum Dargestellten herstellt.

Neben dem sehr reduzierten Bühnenbild, das zeigen soll, „dass man auch in unserer Wachstumsgesellschaft gar nicht so viel braucht, wie man immer meint“, wie Weiland erklärt, spielt auch die Mehrdimensionalität der Sprache und ihre Interpretation eine zentrale Rolle.