So unterschiedlich können die Meinungen sein. Nach der Einrichtung des alkoholfreien Kiosks am Herosé b.froobie freuten sich viele Menschen über "eine tolle Idee" oder "den sinnvollen Baustein". Wenig zu tun hat das Personal bei gutem Wetter seither eher nicht. Auch auf den Facebook-Seiten des SÜDKURIER oder in der Gruppe "Du bist aus Konstanz, wenn..." wird die Idee teils positiv bewertet.

Spott und Häme über alkoholfreien Kiosk auf Facebook

Zu lesen ist dort aber auch jede Menge Spott und Häme über die gemeinsame Initiative des Präventionsteams von b.free, dem studentischen Unternehmen Froobie, der Stadt und dem Landkreis.

Der Tenor: Das bringt doch alles nichts, der dreimonatige Versuch sei von vornherein zum Scheitern verurteilt. Nun bilden Kommentare in den sozialen Netzwerken sicher kein für die gesamte Bevölkerung gültiges Urteil ab. Sie sind aber ein Anhaltspunkt. Dafür, dass einigen in der Stadt neue Ideen – selbst, wenn sie nur testweise ausprobiert werden – nichts und eine vorzeitige Verteufelung viel wert ist. 

Was vom Partyspaß übrigblieb: Jeden Morgen müssen Mitarbeiter der Technsichen Betriebe derzeit den Herosé-Park von den Hinterlassenschaften der Feiernden befreien. Trotz zusätzlich aufgestellter Mülltonnen bietet die öffentliche Grünfläche bei Tagesanbruch regelmäßig ein trauriges Bild. Menschen die Lars Schmidt müssen das wegräumen, was andere einfach in die Gegend werfen.
Kein seltener Anblick: Überreste einer Party-Nacht im Herosé-Park (Archivbild). | Bild: Jörg-Peter Rau

Familie Freudenberg und ihre Erlebnisse auf den Kanaren

Dass das auch anders geht, beweist die zehnjährige Lara Freudenberg. Während der Pfingstferien – also noch vor der Einrichtung des b.froobie-Kiosks – war sie mit ihrer Mutter Katja Freudenberg zwei Wochen im Urlaub. Es ging zum Baden auf die Kanarischen Inseln. Katja Freudenberg erinnert sich: "Dort sind die Strände super sauber, denn dort trafen sich regelmäßig Freiwillige, die aufgeräumt haben. Und auch das Bewusstsein ist dort anders." 

Beim Tauchen am Herosé-Gelände entdeckt: Scherben, Flaschen und Kuchengabeln

Nun gehen Lara und Katja Freudenberg auch in Konstanz gerne ins Wasser, am liebsten am Herosé-Park. "Auch weil wir zu zweit nicht weit kommen", erklärt Katja Freudenberg. Als Lara nach der Zeit auf den Kanaren wieder einmal in den Bodensee statt in den Atlantik eintauchte, fand sie riesige Scherben, leere Flaschen, zwei Kuchengabeln und andere Dinge, wie ihre Mutter berichtet. Da hatte Lara eine Idee: Warum den Geist der Insel im Süden nicht nach Konstanz bringen?

Aktion findet am 24. Juni statt

"Sie wollte unbedingt dieses Plakat malen und damit eine Aktion ins Leben rufen", sagt Katja Freudenberg. Und so steht jetzt Bunt auf Weiß: "Nervt dich auch der Müll am Herosé? Dann hilf doch!" Los geht es die Müllsammelaktion am Sonntag, 24. Juni, ab 11 Uhr. Lara gibt noch den Tipp, Badesachen einzupacken, denn es werde auch im Wasser gesammelt. Mülltüten und Plastikhandschuhe wollen die Freudenbergs vor Ort ausgeben.

Aufruf zum Mitmachen auf Facebook sorgt für viel Aufmerksamkeit

Übrigens: Um weitere Helfer zu finden, teilte Mutter Katja den Aufruf ebenfalls auf Facebook – und erhält Dutzende Gefällt-Mir-Angaben und Fragen, ob man ihren Beitrag denn selbst auch teilen darf. "Mit diesen Reaktionen hätten wir nicht gerechnet", sagt Katja Freudenberg. So unterschiedlich können sie eben sein, die Meinungen zu neuen Ideen für ein ruhigeres und saubereres Herosé-Gelände.