Konstanz Wegen verstärkter Sicherheitsvorkehrungen: Das Konstanzer Weinfest kostet zukünftig drei Euro Eintritt

Drei Euro sollen Besucher über 15 Jahren für den Zutritt zum Konstanzer Weinfest in Zukunft bezahlen. Dafür erhalten sie einen Festpin, der für die vier Tage der Veranstaltung Gültigkeit besitzt.

"Ohne diese Sicherheitsgebühr könnten wir das Weinfest nicht mehr durchführen", sagt Cheforganisator Stefan Müller. "Die Sicherheitsbestimmungen der Stadt Konstanz zwingen uns dazu." Per se möchte er dieses Konzept gar nicht verurteilen: "Aber Fakt ist, dass wir dadurch immense Mehrkosten haben."

So muss zu jeder Zeit die möglichst genaue Besucherzahl auf dem Stephansplatz nachvollziehbar und das Festgelände eingezäunt sein. "Im vergangenen Jahr hat uns die Polizei die Rückmeldung gegeben, dass teilweise statt der vorgegebenen 7000 geschätzte 10.000 Menschen auf dem Festgelände waren", erklärt Rathaussprecher Walter Rügert. "Wie der Veranstalter sicherstellt, dass in Zukunft eine gewisse Besucherzahl nicht überschritten wird, ist komplett seine Sache."

Maximale Besucherzahl für Weinfest

Dazu kommen die festlegte Anzahl von Zu- und Ausgängen sowie die Notausgänge. Bisher war das Weinfest jederzeit offen und hatte dementsprechend auch keine Maximalbesucherzahl. In Zukunft müssen die kommenden und die gehenden Besucher gezählt werden. Ist die maximale Anzahl, die erst noch definiert werden muss, erreicht, wird der Zugang verwehrt – bis Besucher das Fest verlassen und dadurch wieder Kapazitäten frei werden. "Das bedeutet, dass wir rund 40 Mitarbeiter mehr bezahlen müssen als bisher", erklärt Mit-Organisator Dirk Dudy.

Damit kommen auf die Konstanzer Weinfest GbR alleine auf diesem Sektor Mehrkosten von rund 40.000 Euro zu. "Genaue Zahlen können wir erst nennen, wenn unser 56-seitiges Sicherheitskonzept durch ist", so Stefan Müller. Derzeit liegt es bei der Stadt, die es in Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Sicherheits- und Rettungsdienst genehmigen muss. Da Müller im Bereich der Sicherheit keine ungelernten Kräfte engagieren darf, sind ihm weitgehend die Hände gebunden: "Wir müssen also auf eine Sicherheitsfirma zurückgreifen, bei der speziell ausgebildete Mitarbeiter diese Ausgaben übernehmen." 

Die Gläser des Weinfestes 2018 werden 50 Cent weniger kosten als in den Vorjahren. Stefan Müller möchte den Gästen damit ein Stück weit entgegenkommen. "2,50 statt drei Euro pro Glas", sagt er. "Aber selbstverständlich können die Besucher auch Gläser aus den Vorjahren mitbringen und nutzen." Die 19 Weinstände müssen sich verpflichten, ausschließlich Wein der Güte Qualitätswein zu verkaufen, der Mindestpreis für ein 0,1-Liter-Glas beträgt 2,10 Euro.

Standbetreiber arbeiten weitgehend autark

"Wir wollen damit eine gewisse Qualität sicherstellen", so Dirk Dudy. "Auch gibt es pro Wein maximal einen Stand. Dadurch haben wir eine große Palette von Sorten." Die Standbetreiber arbeiten weitgehend autark, wie Stefan Müller erklärt: "Sie bestimmen den Preis des Weines, der aber über dem Mindestpreis liegen muss, und sie bestimmen, welchen Wein sie verkaufen." Gläser müssen sie beim Veranstalter besorgen, damit ein einheitliches Bild entsteht.

Stefan Müller organisiert nun im zwölften Jahr das Weinfest, zuvor hatte er seit 1995 einen eigenen Stand. "Ich denke, dass wir in den vergangenen Jahren ein sehr gutes Niveau erreicht haben", sagt er. "Vor allem das junge Publikum mit Liebe zum Wein hat zugenommen." Zwischen Stadt und Veranstalter besteht kein Vertrag, sondern ein Sondernutzungsrecht für die Weinfest GbR für den Stephansplatz, das den Rahmen der Veranstaltung regelt.

 

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