Die guten Nachrichten zuerst. Drei Fußgängerbrücken werden in Konstanz saniert und dabei von einem Landesförderprogramm zur Sanierung von Brückenbauten unterstützt: am Bärengraben nahe dem Rheintorturm, am Susosteig zwischen Stadtgarten und Inselhotel und an der sogenannten Lagobrücke über die Bahngleise.

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Rund 400.000 Euro der Gesamtkosten von etwa 2,5 Millionen Euro übernimmt das Land, wie aus einer Übersicht des Verkehrsministeriums hervorgeht.

Instandhaltung der Lagobrücke kostet rund zwei Millionen Euro

Doch zumindest bei einer der Brücken wirft die gute Nachricht Fragen auf. Dass die Sanierungen am Bärengraben und am Susosteig knapp 300.000 Euro beziehungsweise um die 180.000 Euro kosten, ist angesichts des Alters der Brücken nachvollziehbar. Das Land übernimmt dort zusammengerechnet ein knappes Drittel der Summe.

Eine Aufnahme von den Aufbauarbeiten der Brücke im Februar 2004.
Eine Aufnahme von den Aufbauarbeiten der Brücke im Februar 2004. | Bild: Oliver Hanser

Am teuersten allerdings werden die Reparaturen an der jüngsten der genannten Brücken, jene über die Gleise vom Lago-Einkaufszentrum in Richtung Klein Venedig. Insgesamt zwei Millionen Euro kosten die notwendigen Maßnahmen für das 2004 errichtete Bauwerk, 250.000 Euro Fördergelder spendiert das Land. So teuer die Sanierung einerseits erscheint, so drängend ist sie andererseits.

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Stand- und Verkehrssicherheit laut Überprüfung beeinträchtigt

Denn an der Lagobrücke wurden laut städtischem Tiefbauamt „Beeinträchtigungen des Bauwerks in den Bereichen Stand- und Verkehrssicherheit sowie in der Dauerhaftigkeit“ festgestellt. Dies nicht in jüngerer Vergangenheit, sondern bereits bei Bauwerksuntersuchungen in den Jahren 2010 und 2016, die gemäß Industrienorm durchgeführt wurden.

„Insbesondere die Prüfung aus dem Jahr 2016 ergab eine Einstufung mit der Zustandsnote 3,4 für das Brückenbauwerk“, erklärt Walter Rügert, Pressereferent der Stadtverwaltung, auf Anfrage. Damit liegt die Brücke gerade noch so im Notenbereich „nicht ausreichend“, ein Zehntel schlechter und der Zustand der Lagobrücke würde als „ungenügend“ eingestuft.

Das bedeuten Zustandsnoten bei Bauwerken

Kurzzeitige Sperrung wegen gelöster Teile bereits im Jahr 2017

Rückblick: Anfang 2017 musste der Steg mit den roten geschwungenen Bögen kurzzeitig gesperrt werden, da sich Teile der Konstruktion wegen eines raschen Temperaturwechsels gelöst hatten.

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Es folgte eine Not-Reparatur, wenngleich die Sicherheit der Brücke laut damaligen Angaben der Stadtverwaltung zu keiner Zeit gefährdet gewesen war. Damals erklärte die Verwaltung auch: Die oben erwähnte Überprüfung der Brücke im Jahr 2016 hätte keine Auffälligkeiten ergeben.

Zweieinhalb Jahre später heißt es nun von selber Stelle: Im Prüfbericht 2016 sei empfohlen worden, „das Bauwerk umfassend instand zu setzen. Eine Schadensausbreitung auf andere Bauteile ist zu erwarten, wenn keine Sanierung erfolgt“.

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Starttermin der Arbeiten hängt laut Stadtverwaltung von Abstimmung mit der Bahn ab

Parallel zur Instandsetzung der Brücke – die Arbeiten umfassen unter anderem die Bereiche Entwässerung und Korrosionsschutz – will das Tiefbauamt auch die beiden Treppenanlagen am Aufzugsturm der Lagobrücke erneuern und den Berührungsschutz über die elektrifizierten Gleise auf den neuesten Stand der Technik bringen. Der Aufzugsturm selbst bleibe erhalten, teilt Rathaus-Sprecher Walter Rügert mit.

Der Aufzugturm bleibt laut Tiefbauamt erhalten.
Der Aufzugturm bleibt laut Tiefbauamt erhalten. | Bild: Oliver Hanser

Unklar ist, ab wann die kostspieligen und langwierigen Arbeiten (die Reparaturen sollen laut Tiefbauamt circa ein Jahr dauern) beginnen werden und in welchem Zeitraum Fußgänger, insbesondere Lago-Kunden, auf die etwa 150 Meter entfernte Brücke in der Verlängerung der Bodanstraße ausweichen müssen. „Hier sind zuvor noch Abstimmungsgespräche mit der Bahn zu führen“, heißt es seitens der Stadt. Der genaue Bauablauf sei noch zu erstellen.