Wer eine vermietete Wohnung saniert, muss sich das zuerst einmal genehmigen lassen, damit die Preise anschließend nicht in den Himmel klettern. Auch der Verkauf von Wohnungen ist eingeschränkt, damit niemand verdrängt wird. Die Stadtquartiere behalten ihre soziale Mischung. Das ist die Idee von Milieuschutzsatzungen. Und die Konstanzer Stadtverwaltung wie auch weite Teile der Kommunalpolitik sind sich über das Ziel einig. Milieuschutzsatzungen als Weg dorthin sehen sie aber nicht als geeignetes Werkzeug an.

Nicht einmal mehr die Freie Grüne Liste, die sich für Milieuschutzsatzungen zum Beispiel in bestimmten Quartieren von Petershausen stark gemacht hatte, hält noch eineitlich an ihrer Forderung fest. Die Argumente von Stadtplanungsamts-Chefin Marion Klose am Donnerstagabend wirkten so überzeugend, dass am Ende nur noch Gisela Kusche für den FGL-Antrag votierte. Auch die SPD stimmte dagegen, die bürgerlichen Parteien waren von vornherein eher skeptisch.

Für Marion Klose und Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn, das wurde deutlich, ist die Milieuschutzsatzung ein stumpfes Schwert. Sanierungen bis auf einen zeitgemäßen Standard müsse die Stadt auf jeden Fall genehmigen. Auch neue Fenster oder Wärmedämmungen, bei denen die hohen Kosten regelmäßig auf Mieter abgewälzt können, kann die Stadt nicht wirklich verhindern. Und für ein größeres Gebiet lückenlos zu kontrollieren, was Vermieter mit ihren Wohnungen tatsächlich machen, habe sich in den anderen Städten überdies als extrem aufwendig erwiesen. Fazit des Bürgermeisters: "Das bringt in Konstanz nicht viel."

Stattdessen, so der Beschluss, soll Konstanz mit aller Kraft am Handlungsprogramm Wohnen weiterarbeiten. Matthias Heider (CDU) sieht darin das wichtigste sozialpolitische Werkzeug beim Thema Wohnen. Jürgen Ruff (SPD) betonte, auch seine Partei sei gegen Luxus-Sanierungen mit anschließendem Bevölkerungsaustausch. Allerdings sei die Schaffung von neuem Wohnraum eine bessere Antwort auf den überhitzten Markt.