Aus dem Konstanzer Doppelort Dettingen-Wallhausen nimmt die Konstanzer Stadtverwaltung gewichtige Aufgaben mit ins Jahr 2017, die Dettingen betreffen. Dazu gehören unter anderem zwei Baupläne, die erstellt werden sollen. Das Amt für Stadtplanung und Umwelt (ASU) hat sie für den Bereich Dorfplatz/Brunnenhalde und Brühläcker angekündigt. Im tiefer gelegenen Bereich bei der Brunnenhalde sollen Gebäude für Seniorenwohnen entstehen. Oberhalb soll es eine Wohnbebauung geben. Nach einem vor etwa anderthalb Jahren abgeschlossenen Ideenwettbewerb waren einige Architekturbüros dazu aufgerufen, ihre Pläne zu überarbeiten. Daraus möchte das ASU den erforderlichen Bebauungsplan erstellen.

Eine ähnliche Vorgehensweise sieht das Amt beim Neubaugebiet Brühläcker vor. Im Herbst hatten 20 Architekturbüros zusammen mit Landschaftsarchitekten gleichfalls einen Ideenwettbewerb bestritten. Daraus ging ein eindeutiger Sieger hervor. Aus dessen Entwurf wird im ASU ein Bebauungsplan entworfen. Im Gebiet Brühläcker sollen in den kommenden Jahren rund 60 Wohnungen vor allem für Familien entstehen und damit den Konstanzer Wohnungsmarkt entlasten.

Mit der Zunahme der Bevölkerung wird der Parkdruck in Dettingen weiter zunehmen. Der zentrale Parkplatz neben dem Dorfplatz ist bereits nicht immer ausreichend. Mit den dort geplanten Neubauten wird sich die Situation weiter verschärfen. Durch eine Bebauung im Gebiet Dorfplatz/Brühläcker wird ein erheblicher Mehrbedarf erwartet. Für den Zentralparkplatz und den Schulweg veranlasste der Ortschaftsrat in diesem Jahr einige kleinere Veränderungen, die eine Entschärfung der Verkehrssituation bringen soll. So erhielt die Zufahrt zum Schulhof eine Schranke. Auf dem Parkplatz wurden einige Kurzzeitparkplätze eingerichtet, um das Bringen und Abholen von Kindergartenkindern zu erleichtern.

Für das zukünftige Bürgerhaus gibt es bereits einen Vorschlag, wie der Umbau des alten Schulhauses gestaltet werden kann, sodass auch die bisher dort vertretenen Vereine Narrenzunft Moorschrat und Musikverein Dettingen-Wallhausen unterkommen. 2017 stehen neben dem Bauplan auch die Pächterschule für den im Erdgeschoss vorgesehen Gastronomiebetrieb muss auf der Agenda. Vorgesehen ist der Abriss eines Anbaus so wie der Neubau eines Veranstaltungssaales.

Nach dem Rückgang des Flüchtlingszustroms hatte das Landratsamt beschlossen, etliche Einrichtungen für die Flüchtlingsunterbringung zu schließen. Gebäude sollen ihren Nutzern zurückgegeben und fliegende Bauten abgebaut werden. Da die ehemalige Tennis- und Squash-Halle in Dettingen aber vom Landkreis gekauft und in eine Notunterkunft umgebaut wurde, rechnet Ortsvorsteher Roger Tscheulin nicht mit einer baldigen Schließung.

Das Gebiet um die Marienschlucht mit seinem Uferweg zwischen Wallhausen und Bodman bleibt vorerst gesperrt. Wo es sinnvoll und ungefährlich erscheint, sollen Wege geräumt und Brücken repariert werden. Auf Konstanzer Gemarkung ist auch eine alternative Wanderwegführung mit guter Aussicht über den See im Gespräch. Eine Öffnung des Uferwegs ist 2017 nach aktuellem Sachstand nicht zu erwarten.

In der katholischen Kirchengemeinde der Konstanzer Bodanrückgemeinden planen Pfarrer Armin Nagel und der Pfarrgemeinderat eine Änderung der Gottesdienstordnung. So sollen die Gottesdienstzeiten so entzerrt werden, dass ein einzelner Seelsorger das ganze Programm schafft. Gemeinsam mit Pfarrgemeinderat und Mitarbeitern möchte Armin Nagel die Zentralisierung der Verwaltung in Litzelstetten umsetzen. Allerdings soll es weiterhin Ansprechpartner in den drei Pfarrgemeinden geben sowie die Sprechstunden des Pfarrers erhalten bleiben.

 

Dettingen-Wallhausen im Jahresrückblick

  • Radweg: Im Herbst eröffneten Landrat Frank Hämmerle, OB Uli Burchardt und Allensbachs Bürgermeister Stefan Friedrich den straßenbegleitenden Radweg zwischen Dettingen und Allensbach. Er gilt als großer Sicherheitsgewinn für die Radfahrer. Touristen können nun die Entfernung zwischen Überlinger See und Gnadensee einfacher überbrücken. Aber auch für viele Einheimische ist die Verbindung zwischen beiden Orten nun viel attraktiver geworden.
  • Flüchtlinge: Anfang des Jahres zogen die ersten Flüchtlinge in die Notunterkunft am Moosweg ein. Zur großen Freude der Bürger handelte es sich um Familien. Auch die Zahl der untergebrachten Menschen – 300 oder mehr – wurde bei weitem nicht erreicht. Mittlerweile gehören die Flüchtlinge zum Ortsbild von Dettingen. In der alten Tennishalle leben überwiegend Menschen aus Afghanistan oder Syrien.
  • Marienschlucht: Die Folgen der Sperrung der Marienschlucht und des Uferweges zwischen Wallhausen und Bodman sind erheblich. Der Schiffsverkehr zur beliebten Schlucht ist eingestellt. Rund ein halbes Dutzend Gastronomiebetriebe im Einzugsbereich beklagen einen deutlichen Rückgang an Marienschlucht-Besuchern. Auch der Schiffsbetrieb zwischen Wallhausen und Überlingen verzeichnet einen spürbaren Rückgang.
  • Traglufthalle: Der Tennisclub Dettingen-Wallhausen sanierte im Sommer drei seiner Sandplätze. Im September wurde darüber eine Traglufthalle errichtet, die dem Verein einen Winterbetrieb und die Fortführung der Kinder- und Jugendarbeit ermöglicht.
  • Wohnraum: Im Neubaugebiet Schmidtenbühl Nord stellte die Wohnungsbaugesellschaft Konstanz (Wobak) vier Gebäude fertig. Die 24 Wohnungen des geförderten Wohnungsbaus sind mittlerweile alle bezogen. Private Bauträger begannen mit der Erstellung von weiteren Gebäuden im Geschosswohnungsbau. (nea)

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