Ein ungewöhnlicher Einsatz hat am Mittwoch bis in den späten Abend hinein für Aufsehen über Konstanz gesorgt. Und außerdem zu teils wilden Spekulationen in den sozialen Netzwerken geführt. Mehrere Stunden kreisten deutsche und Schweizer Helikopter über dem gemeinsamen Grenzgebiet. Bemerkenswert: Zum ersten Mal überhaupt landete ein Schweizer Armee-Helikopter auf deutschem Hoheitsgebiet, bestätigt die Bundespolizei.

Wie kam es dazu?

Bei der Aktion handelte es sich um eine sogenannte Hubschrauber-Sprungfahndung, die von der Bundespolizei Konstanz gemeinsam mit den Kollegen der Landespolizei, des Zolls und des Schweizer Grenzwachtkorps durchgeführt wurde. Hubschrauber-Sprungfahndungen gelten in Polizeikreisen als effektive Form der Schleierfahndung, insbesondere bei länderübergreifenden Einsätzen. Hier werden Boden- und Luftfahrzeuge kombiniert, um die Einsatzkräfte schnell und über weite Strecken zu verlegen und für einen Überraschungseffekt zu sorgen.

Warum fand dieser Einsatz am Mittwoch statt?

Der Großeinsatz am Mittwoch im Grenzgebiet dauerte laut Roman Strohmayer von der Pressestelle der Bundespolizeidirektion in Stuttgart etwa zehn Stunden, von 14 Uhr bis Mitternacht. Er diente laut der Mitteilung der Bundespolizei der "Bekämpfung der illegalen Migration sowie der grenzüberschreitenden Betäubungsmittel-, Waffen- und Eigentumskriminalität". Strohmayer erklärt auf Nachfrage, der Einsatz habe zu 24 Treffern geführt. So seien unter anderem zwei Personen festgestellt worden, nach denen gefahndet wurde, in vier Fällen lagen Verstöße gegen das Waffengesetz vor.

Wie haben die Polizisten gearbeitet und warum nutzten sie Helikopter zu Unterstützung?

Von Schweizer Seite aus wurde dabei ein Helikopter vom Typ EC 635 verwendet. Dieser sei laut Bundespolizei mit einer Handwärmebildkamera ausgestattet gewesen und sicherte die Kontrollstellen am Boden aus der Luft ab. Künftig sei geplant, diesen öfter auch auf und über deutschem Boden einzusetzen. Parallel dazu transportierte die deutsche Bundespolizei ihre Einsatzkräfte mit einem zivilen Helikopter vom Typ AS 332, auch Super Puma genannt.

Fand eine solche Aktion zum ersten Mal statt?

Laut des Berichts von Roman Strohmayer handelte es sich am Mittwoch bereits um den 34. gemeinsamen Fahndungseinsatz in diesem Jahr dieser Art. Aus polizeilicher Sicht hatten sie über 700 Mal zu Treffern geführt, darunter seien knapp 200 Straftaten aufgedeckt worden. Überwiegend handle es sich um Aufenthalts-, Waffen- und Betäubungsmitteldelikte.