Gute Nachrichten von Siemens in Konstanz: Darauf hat man in den Jahren 2008 bis 2012 dringend gewartet. Die Logistiksparte des Konzerns war wegen der schwierigen Marktlage, wegen eines massiven Arbeitsplatzabbaus und wegen Verkaufsabsichten in den Schlagzeilen. Da grenzt es an ein kleines Wunder, dass am Montag mit dem Umzug der zweite Teil des Umzugs abgeschlossen wurde und ein wichtiger Arbeitgeber dem Standort mit hoher Sicherheit erhalten bleibt. Das ist vor allem der Beharrlichkeit, dem Optimismus und dem Exzellenzstreben von Geschäftsführer Michael Reichle zu verdanken.

Möglich wurde der Neubeginn in modernen Bürogebäuden in einer beispielgebenden Fertigungshalle vor allem dadurch, dass der riesige Konzern die Sparte SPPAL (Siemens Postal, Parcel and Airport Logistics) aus den Fesseln des Industriegiganten entlassen und als quasi mittelständische Firma neu aufgestellt hat. Nur so wurden die richtungsweisenden Entscheidungen und eine neue Hinwendung zu den Märkten möglich. Zugleich beendet der Umzug auch die Debatte über Gewerbe-Leerstand: Auf dem einstigen Pharma-Campus herrscht wieder Leben.

Die Voraussetzungen für einen dauerhaften Erfolg sind gut, obwohl sich die Produktion in Konstanz gegen Industriebetriebe in Osteuropa und Asien durchsetzen muss. Noch immer tragen die Konstanzer Siemensianer viel Wissen im Bereich Zeichenerkennung in sich. Und eine Hochschulstadt ist im härter werdenden Kampf um Fach- und Führungskräfte beileibe nicht der schlechteste Standort. Das sollte allen Beteiligten Mut geben, weiter für die Wirtschaft in Konstanz einzutreten. Denn für den Wohlstand in der Stadt spielt sie eine zentrale Rolle.