Diese Schlagzeile hätte es eigentlich schon vor etwa zehn Jahren geben müssen: Der Katamaran fährt endlich aus den Roten Zahlen. So wurde es den Bürgern, Steuerzahlern und damit Finanziers der neuen Verkehrsverbindung einst versprochen. Nun ist es so weit, die 30 000 Euro Defizit aus dem vergangenen Jahr sprechen eher für eine ehrliche Rechnungslegung bei der Reederei, als dass sie den Ruf des Millionengrabs weiter verstärken könnten.

Ist der Katamaran damit in der Normalität angekommen? Genau betrachtet, nicht. Denn öffentliche Verkehrsmittel schaffen es nur ganz selten, kostendeckend betrieben zu werden. Selbst U- und S-Bahnen in Millionenstädten sind oft defizitär, da, anders als beim reinen Tourismus- oder Freizeitverkehr, auch wenig nachgefragte Fahrzeiten bedient werden müssen. Bemerkenswert ist deshalb gerade der inzwischen ausgesprochen hohe Kostendeckungsgrad.

Zustande gekommen ist die Beinahe-Wende in der Bilanz vor allem durch Kundenorientierung. Rabatte außerhalb der Hauptsaison, Sonderangebote und Kombi-Karten hat die Reederei erst zögerlich eingeführt und viel zu lange eine schlechte Auslastung billigend in Kauf genommen. Gerade in den Anfangsjahren hat das die Akzeptanz des neuen Verkehrsmittels auf dem Obersee (und, langfristig, neuer Ideen im Konstanzer Nahverkehr allgemein) geschwächt. Die Folgen davon werden noch lange zu spüren sein.

Dennoch können die Konstanzer ihren Frieden mit dem Katamaran machen. Vom zugeschossenen Geld sind erhebliche Summen über die Verträge mit den Stadtwerken am Ende wieder bei der Stadt Konstanz gelandet. Die 6,5 Millionen Euro in zwölf Jahren entsprechen in etwa dem, was der Stadtbus in weniger als zwei Jahren an Verlust einfährt. Und wenn das alles als Argument nicht ausreicht: Die deutliche Mehrzahl der Fahrkarten wird nach wie vor in Friedrichshafen verkauft – die Schiffe bringen also tagtäglich, ohne Autoverkehr, auch Kaufkraft nach Konstanz.