Schwarzwald-Baar-Kreis Vorwürfe lauten auf Drogenhandel und in einem Fall auch auf versuchten Mord: Staatsanwaltschaft klagt elf Mafia-Verdächtige an

Die Staatsanwaltschaft Konstanz erhebt Anklage gegen elf Männer, denen bandenmäßiger Drogenhandel vorgeworfen wird. Einem der Angeklagten wirft die Anklagebehörde auch versuchten Mord vor. Die Männer mit italienischem Hintergrund wurden bei Razzien Mitte vergangenen Jahres festgenommen. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Mehr als neun Monate nach einer umfangreichen Durchsuchungsaktion von Polizei und Staatsanwaltschaft mit Schwerpunkt im Schwarzwald, erhebt die zuständige Staatsanwaltschaft Konstanz Anklage gegen elf Männer italienischer Staatsangehörigkeit und Herkunft wegen bandenmäßigen Drogenhandels sowie weiterer schwerer Straftaten.

Wie die Staatsanwaltschaft Konstanz weiter mitteilt, lautet die Anklage gegen einen Angeschuldigten zudem auf versuchten Mord. Die in Deutschland und Italien geführten Ermittlungen hätten Bezüge zur sizilianischen Cosa Nostra und zur kalabrischen 'Ndrangheta erbracht.

Es geht vor allem um Drogenhandel 

Die Anklageschrift listet laut Staatsanwaltschaft auf 117 Seiten 54 Tatvorwürfe auf. Im Mittelpunkt stehe ein lukrativer Rauschgifthandel in großem Stil, den die zwischen 25 und 52 Jahre alten Angeschuldigten laut Anklage von Ende 2013 an bis Mitte 2017 betrieben haben sollen.

Die vier Hauptangeschuldigten sollen den Handel initiiert und kontrolliert, drei weitere sich an den Geschäften in unterschiedlicher Weise beteiligt haben. Vier weitere Angeschuldigte sollen sich in großem Umfang als Dealer betätigt haben. Bei den Taten geht es um 250 Kilogramm Marihuana sowie Haschisch im zweistelligen und Kokain im einstelligen Kilogrammbereich.

Bei Durchsuchungen seien fast 50 Kilogramm Rauschgift sichergestellt worden, heißt es weiter. Die Polizei beschlagnahmte Vermögen im Wert von 400.000 Euro, das aus dem Erlös stammen soll. In Zusammenarbeit mit italienischen Fahndern wurden Vermögensgegenstände im Wert von weiteren 4,5 Mio. Euro in einem Parallelverfahren sichergestellt

Fünf Schüsse auf das Fenster einer Gaststätte 

Einem der vier Hauptangeschuldigten legt die Anklagebehörde außerdem versuchten Mord zur Last. Er soll wegen einer aus Rauschgiftgeschäften entstandenen Streitigkeit im Mai 2017 mit einem scharfen Revolver fünf Schüsse in das erleuchtete Fenster einer Gaststätte im Schwarzwald-Baar-Kreis abgegeben haben. Dabei hätte er in Kauf genommen, dass Menschen dadurch hätten getötet werden können. Damals blieben zwei Menschen, die sich in der Gaststätte befanden, unverletzt.

Die Staatsanwaltschaft Konstanz hebt in ihrer Mitteilung die gute Zusammenarbeit deutscher und italienischer Ermittler hervor. Das Ermittlungsverfahren, an dem zeitweise bis zu 300 Beamte beteiligt waren, wurde über neun Monate geführt. Dabei standen die Ermittler beider Länder in regelmäßigem Austausch. Wesentliche Erkenntnisse seien unter anderem durch Überwachungsmaßnahmen gewonnen worden.

Die Männer sollen überwiegend im Schwarzwald-Baar-Kreis gewohnt haben 

Wie die Anklagebehörde weiter mitteilen, befinden sich neun der Männer, die überwiegend im Schwarzwald-Baar-Kreis gewohnt haben sollen, in Untersuchungshaft. Ein weiterer Angeschuldigter wurde von Italien nach Deutschland ausgeliefert. Zwei weitere Beteiligte sollen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß sein. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 46 Beschuldigte, von denen sich 35 nicht in Haft befinden. Die Verfahren gegen diese 35 Personen wurden abgetrennt und werden gesondert geführt.

Aus Sicherheitsgründen werde die Verhandlung gegen die Angeklagten voraussichtlich nicht am Landgericht Konstanz stattfinden.

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