Ein paar Blümchen dürfen es wieder sein: Die Stadtverwaltung beugt sich der andauernden Kritik an der lieblosen Gestaltung des Platzes vor dem Konzil und kündigt an, dass die Grünfläche in Teilen wieder mit Blumen bestückt wird. Das lässt auch erwarten, dass bis zur endgültigen Neugestaltung des Platzes noch einige Zeit vergehen wird:

Nach mehreren Anläufen will die Verwaltung nun wenigstens ein Provisorium schaffen, das etwas freundlicher wirkt als die derzeitige Gestaltung, die eigentlich längst Geschichte sein sollte. Wörtlich teilt das Pressereferat der Stadt dazu mit: "Bis eine endgültige Lösung für die Neugestaltung der Konzilmole umgesetzt wird, soll die Grünfläche künftig auch wieder partiell mit Blumen versehen werden. Die ersten Pflanzen werden in den nächsten Wochen gesetzt."

Immer wieder wird der Platz ein Thema unter Konstanzern

An Konstanzer Stammtischen wie in den sozialen Medien wird das Thema Konzilvorplatz immer wieder diskutiert. Zuletzt hatten Bürger auf Initiative von Konzil-Wirt Manfred Hölzl und Jungem Forum beherzt eingegriffen und die Grünfläche mit selbst mitgebrachten, blühenden Topfpflanzen ergänzt. Auf Facebook wurden Vorschläge laut, die Mainau einzubeziehen oder den Bereich im Rahmen eines Schulprojekts von Jugendlichen gestalten zu lassen. Allerdings zeigen die Kommentare auch, dass die einfache Wiese zum Sitzen ebenfalls ihre Unterstützer hat.

Und jetzt heißt die Preisfrage: Finden Sie den Unterschied. Denn so präsentiert sich die Fläche genau zehn Jahre später: Statt Asphalt ist der Belag jetzt überwiegend Schotter, ansonsten hat sich nicht viel geändert. Nur die Beete sind weg, dafür stehen drei Palmen in der Ecke. Der Brunnen ist weiter in Betrieb.
Und jetzt heißt die Preisfrage: Finden Sie den Unterschied. Denn so präsentiert sich die Fläche genau zehn Jahre später: Statt Asphalt ist der Belag jetzt überwiegend Schotter, ansonsten hat sich nicht viel geändert. Nur die Beete sind weg, dafür stehen drei Palmen in der Ecke. Der Brunnen ist weiter in Betrieb. | Bild: Hella Wolff-Seybold

Der für kaputt erklärte Brunnen sprudelt noch immer fröhlich

Fast schon erstaunlich wirkt, dass der Brunnen noch immer in Funktion ist, obwohl er vor zweieinhalb Jahren schon für völlig marode erklärt worden war. Der Brunnen sei weiterhin "dringend erneuerungsbedürftig", heißt es aus der Stadtverwaltung auf eine SÜDKURIER-Anfrage.

2017 habe die vorgeschlagene Neugestaltung mit einem ganz flachen Wasserbassin ähnlich einem Vorbild aus Bordeaux in Frankreich aber keine Mehrheit gefunden, im Haushalt ist das Projekt derzeit auch nicht vorgesehen. Ob der bestehende Brunnen mit seinen markanten in Waschbeton eingefassten drei Becken länger in Betrieb bleiben kann, ist im Moment noch nicht klar.

Spenden für ein neues Wasserspiel warten auf ihre Verwendung

Für Manfred Hölzl würde mit einer freundlicheren und einladenderen Gestaltung des Platzes vor dem Konzil jedenfalls ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Der Konzil-Pächter hatte in der Vergangenheit mehrfach erklärt, dass er das Umfeld des Hauses zum See hin als nicht gelungen empfindet, auch die zwischenzeitlich gepflanzten drei Palmen überzeugten ihn nicht.

Anlässlich eines runden Geburtstags hatte der Wirt, der auch für die CDU im Gemeinderat sitzt, anstelle von Geschenken um eine Spende für einen neuen Konzilbrunnen gebeten. Die rund 10.000 Euro, die dafür zusammenkamen, konnte er bisher nicht ihrem Zweck zuführen.

Die Chronologie: Über den Platz am Konzil wird seit Jahren debattiert

Gestaltungswettbewerb 2012: Für den Platz, den alle mit dem Schiff ankommenden Konstanz-Besucher als erstes sehen, wird ein Gestaltungswettbewerb ausgerichtet. Unter Regie des damaligen Baubürgermeisters Kurt Werner geht es darum, dem Ort einen neuen Charakter zu geben. Sieger wird ein moderner Entwurf ohne Blumenbeete und anderen Zierrat. Schnell ist vom "Exerzierplatz" die Rede.

  • Brunnen-Probleme 2015: Im Dezember 2015 überrascht die Stadtverwaltung mit der Information, der aus drei rechteckigen Bassins bestehende Brunnen sei stark beschädigt. Die Reparatur koste zwischen 38 000 und 49 000 Euro und sei dringend. Doch auch am Brunnen scheiden sich die Geister. Als Kompromiss kommt heraus, dass der Brunnen abgestellt und mit Holz-Plattformen zum Verweilen abgedeckt wird. Die Kosten dafür beziffert die Verwaltung auf 20.000 Euro.
  • Wasserspiegel-Idee 2016: Die Stadtverwaltung präsentiert eine neue Idee: In einem ganz flachen Wasserbecken soll sich das Konzilsgebäude als eines der wichtigsten Baudenkmale der Stadt attraktiv spiegeln. Die Idee wird nicht weiter verfolgt, es gibt noch nicht einmal eine Kostenschätzung.