Nach den vergangenen zwei Wochen ist Anja Dobe einigermaßen erschöpft. Vor allem emotional ist sie ausgelaugt.

Zuerst kann sie die gute Nachricht gar nicht fassen: Ein Bewohner aus Allmannsdorf meldet sich als Reaktion auf den SÜDKURIER-Artikel bei ihr mit der Nachricht, dass er ihr eine Wohnung anbieten könne. Die Wollmatingerin macht gleich einen Besichtigungstermin aus – und ist begeistert: Die Wohnung passt, der Preis auch. Ihr Sohn freut sich, obwohl der Schulweg dadurch länger wird.

Anja Dobe erhält einen Schlüssel

Kurz darauf telefoniert Anja Dobe mit der Vermieterin, die einverstanden ist, einen Mietvertrag abzuschließen und sich offenbar nicht mehr erinnert, dass Haus und Grund den Auftrag hatte, die Wohnungsvermittlung zu übernehmen. Anja Dobe erhält die Schlüssel für die neue Wohnung und kündigt schriftlich ihre alte. Ihren Haushalt packt sie schon mal in Kisten.

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Und schon zerplatzt der Traum

Und dann beginnen die Probleme. Wenige Tage später: Dobe und ihr Sohn freuen sich auf die neue Wohnung, da ruft ein Mitarbeiter von Haus und Grund an und sagt ihr, dass sie keine Berechtigung für die Wohnung in Allmannsdorf habe. Es gebe einen anderen Mietinteressenten, der den Zuschlag bekomme, berichtet Anja Dobe.

Daraufhin telefoniert Anja Dobe mit der Vermieterin, die ihr am Telefon grünes Licht gibt. Bei Haus und Grund wiederum heißt es, sie könne auf keinen Fall einziehen, sie werde auch keinen Mietvertrag erhalten.

Auf die Freude folgt der Tiefschlag

Die nächsten Tage verbringen die Dobes traurig. Anja Dobe schreibt an die eigene Hausverwaltung in Wollmatingen und bittet um Rücknahme der Kündigung. Mutter und Sohn packen die Kisten wieder aus. Es kommt zu einem Gespräch mit Dobes Anwältin. Sie rät: „Wenn Sie die Wohnung haben möchten, behalten Sie die Schlüssel. Sie haben einen mündlichen Mietvertrag„, so berichtet es Anja Dobe.

Dann sprechen Anwälte miteinander

In der Folge gehen Anwaltsbriefe hin und her. Vom Anwalt der Vermieterin heißt es, Anja Dobe habe nie mit dieser gesprochen. Dem widerspricht Dobes Anwältin vehement und liefert den Nachweis mehrerer Telefonate. Schließlich telefonieren die Anwälte miteinander, um das Wohnungswirrwarr zu klären.

Das Ergebnis: Wenige Tage später ist ein Mietvertrag für die Allmannsdorfer Wohnung in Dobes Briefkasten, den sie prompt unterschreibt und an Haus und Grund zurücksendet. Jetzt packt sie ihren Hausrat in Kisten – zum zweiten Mal.

Anja Dobe noch in der alten Wohnung mit Hündin Liv und vielen gepackten Kisten. Dieses Mal klappt‘s mit dem Umzug.
Anja Dobe noch in der alten Wohnung mit Hündin Liv und vielen gepackten Kisten. Dieses Mal klappt‘s mit dem Umzug. | Bild: Wagner, Claudia

Was ist denn nun eigentlich passiert?

Wie ist es zu dem Missverständnis gekommen? Thomas Daiger, Geschäftsführer von Haus und Grund, versucht aufzuklären: Seine Firma habe den Vermittlungsauftrag gehabt. Offenbar habe die Hausbesitzerin allerdings am Telefon Zugeständnisse an Anja Dobe gemacht, die man als Zustimmung zu einem Mietvertrag interpretieren könne: das entspricht einem mündlichen Mietvertrag. Der Hausbewohner, der Dobe ursprünglich angesprochen hatte, habe keine Befugnis gehabt, einen Mieter zu suchen.

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„Im Ergebnis hat nun Frau Dobe den Mietvertrag bekommen und die Wohnung“, sagt Thomas Daiger auf Nachfrage des SÜDKURIER. Im Moment warteten alle, bis die Hausbesitzerin den Mietvertrag zurückschicke. Dann aber sei alles in bester Ordnung. Bis auf den Mietinteressenten, der ebenfalls Interesse an der Wohnung zeigte, bereits unterschrieben hatte und nun ohne Wohnung dastehe. Doch in seinem Fall sei man in Gesprächen, möglicherweise finde sich ein Ersatz.

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