Konstanz Von Zigarettenspitzen, Swing und nie endender Liebe

Ein Mann, ein Ziel: Er will die Liebe seines Lebens zurückgewinnen. Unter diesem Motto inszeniert das Uni-Theater „Der große Gatsby“

Das Uni-Theater hat das ausverkaufte Publikum bei der Premiere von „Der große Gatsby“ in eine Welt zwischen Schein und Sein entführt. Einem Heute, in dem die goldenen 20er-Jahre, die Roaring Twenties, weiterleben.

Als Nick Carraway (Victor Scharnhorst) an die Ostküste New Yorks zieht, erhält er durch seine Cousine Daisy (Carolin Pfänder) erstmals einen Einblick in das Leben der Reichen und Schönen. In dem palastartigen Nachbarhaus wohnt der geheimnisvolle Jay Gatsby (Paul Voell), von dem niemand zu wissen scheint, wer er ist und womit er seinen unermesslichen Reichtum unterhält. Dennoch ist er berüchtigt für seine prunkvollen Partys, bei denen auch Nick ihn persönlich kennen lernt. Je mehr sich Nick jedoch mit Gatsby anfreundet, desto mehr beginnt dessen sorgfältig errichtete Fassade zu bröckeln. Nick kommt einem von Gatsby jahrelang geschmiedeten Plan auf die Spur, der das Ziel hat, die Liebe seines Lebens zurückzugewinnen. Entsetzt muss Nick feststellen, dass er längst Teil dieses besessenen und verzweifelten Unterfangens ist.

„Es ging uns nicht darum, die Roaring Twenties wieder aufleben zu lassen, sondern Fitzgeralds Roman in seiner ganzen Aktualität auf unsere heutige Zeit zu übertragen“, erklärte Carolin Steilner, Mitwirkende an der Dramaturgie und dem Bühnenbild auf die Frage, wie versucht wurde, die Geschichte in die heutige Zeit zu übertragen. Butler werden über Smartphones angerufen, Partygäste googlen den gerüchteumwobenen Jay Gatsby über das Internet und getanzt wird zu Elektro-Swing. Trotz sprachlicher Abweichung von der Vorlage bleibt aber in der Mode, der Atmosphäre und den unentbehrlichen Zigarettenspitzen der Charme der goldenen Zwanziger erhalten.

Das Bühnenbild ist mit halbdurchsichtigen Stoffbahnen ganz in Weiß und damit abstrakt gehalten. Die ursprüngliche Inspiration seien die weißen Vorhänge im Hause Gatsbys gewesen, wie sie auch in der Verfilmung gezeigt werden, legte Bühnenbildnerin Sophia Cecco dar. „Wir haben versucht, uns auf die Sprache zu konzentrieren“, begründet Regisseur Andreas Bauer die Schlichtheit.

Die Besucher der Studiobühne haben diese neuartige Inszenierung begeistert aufgenommen. „Andreas Bauer macht zeitgenössische, aber von den bereits bestehenden Versionen unabhängige Regie mit fantastischen Ideen. Tolle Schauspieler!“, bekundet Monika Reif-Hülser, Amerikanistin und Literaturwissenschaftlerin.

 

Aufführungen in der Studiobühne der Universität: 30. und 31. Januar, 1., 3., 5. und 7. Februar. Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Vorverkauf bei der Buchhandlung Homburger und Hepp und werktags von 11.30 bis 14 Uhr im Eingangsbereich der Uni. Reservierungen unter Telefon (0 75 31) 88 29 52 und per E-Mail unter unitheater@uni-konstanz.de

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