Spitzentechnik vom Bodensee hilft der Post in Australien beim Sortieren von Großbriefen, Zeitschriften und kleinen Paketen: Die Siemens-Tochter SPPAL (Siemens Postal, Parcel and Airport Logistics) mit Hauptsitz in Konstanz hat sechs moderne Anlagen in vier Großstadt-Verteilzentren in Betrieb genommen. Mit dem laut einer Pressemitteilung anspruchsvollen und erfolgreich abgewickelten Auftrag festigt das Unternehmen seine Marktposition. Zugleich unterstreicht das erfolgreiche Geschäft, dass der Umzug des Unternehmens und der Neubau einer riesigen Fertigungshalle an der Byk-Gulden-Straße wohl der richtige Schritt in Richtung Zukunft war.

Hochmoderne Technik spart viel Handarbeit

Für Siemens ist der Auftrag ein doppelter Vertrauensbeweis. Denn bereits die Vorgänger der Sortieranlagen stammten von den Konstanzer Experten für Postautomatisierung. Sie waren vor mehr als zehn Jahren in Betrieb genommen worden, jetzt kommt ganz neue Technik zum Einsatz: Das Open Mail Handling System (OMS, offenes Post-Verarbeitungssystem). Es zeichnet sich durch einen hohen Automatisierungsgrad aus, was dem Anwender Kosten spart. Zugleich nimmt das Tempo bei der Verarbeitung von Sendungen zu.

Michael Reichle, Chef von Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) GmbH mit Hauptsitz in Konstanz auf dem Dach des Campus Konstanz, rechts der Neubau der Fertigungshalle für den Bau von Briefsortieranlagen und Maschinen zur Abfertigung von Paketen und Fluggpäck.
Michael Reichle, Chef von Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics (SPPAL) GmbH mit Hauptsitz in Konstanz auf dem Dach des Campus Konstanz, rechts der Neubau der Fertigungshalle für den Bau von Briefsortieranlagen und Maschinen zur Abfertigung von Paketen und Fluggpäck. | Bild: Jörg-Peter Rau

Und: „Das OMS ist unsere Antwort auf die hohen Anforderungen unseres Kunden, denn es verarbeitet eine größere Bandbreite an Sendungsarten und -formaten als andere Sortiersysteme auf dem Markt“, wird der Konstanzer SPPAL-Geschäftsführer Michael Reichle in der Mitteilung zitiert.

Bis zu 50.000 Sendungen in einer einzigen Stunde

Die Flexibilität war für die Kunden ein wesentlicher Grund, sich für ein Produkt vom Bodensee zu entscheiden. Jadd Bammall, der zuständige Manager bei Australia Post, wird mit den Worten zitiert, es sei wichtig, "die Menge an automatisch verarbeitbaren Sendungen zu maximieren." Er lobte laut der Mitteilung auch die schnelle Lieferung und Inbetriebnahme in einem engen Zeitplan.

Die sechs Systeme stehen in Sydney, Melbourne, Brisbane und Perth. Fünf von ihnen können 50.000 Sendungen pro Stunde verarbeiten, das sechste 25.000. Sie verteilen die eingehenden Sendungen vollautomatisch auf bis zu 284 Endstellen mit Postbehältern.

Flughafen-Aufträge aus London, Paris, Madrid und Mexiko-Stadt

Mit dem Auftrag aus Australien ist für die Siemens-Sparte mit Hauptsitz in Konstanz ein Jahr zu Ende gegangen, in dem sie auch in dem besonders zukunftsträchtigen Flughafen-Geschäft Erfolge feiern konnte. Während die Mengen an Briefpost seit Jahren zurückgehen, steigt das Passagier- und Frachtaufkommen in der Luft beständig an. Mit der Kompetenz aus der automatischen Zeichenerkennung ist Siemens schon vor Jahren in das Geschäft mit der Kofferabfertigung eingestiegen.

2017 hat Siemens Gepäckförderanlagen unter anderem auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle installiert, dort rasen Koffer mit bis zu fünf Metern pro Sekunde (18 Kilometer pro Stunde) über die Bänder. Wirtschaftlich bedeutsame Wartungsaufträge hat das Unternehmen in Madrid und Mexiko-Stadt gewonnen, und aus London-Heathrow kam der Auftrag für ein hochmodernes Luftfrachtzentrum.

Das Unternehmen: Was Siemens in Konstanz macht

Siemens Postal, Parcel & Airport Logistics GmbH (SPPAL) mit Sitz in Konstanz ist eine 100-prozentige Tochter der Siemens AG. SPPAL bezeichnet sich als führender Anbieter für Brief- und Paket-Automation und Flughafenlogistik, hinzu kommen Softwarelösungen und Kundenservice. Das Unternehmen ist in mehr als 60 Ländern aktiv. Unter den Hauptkunden befinden sich Flughäfen sowie Post- und Paketdienstleister. Der Hauptsitz befindet sich in den früheren Nycomed-Gebäuden an der Lilienthalstraße, nebenan ging Anfang 2017 die riesige Fertigungshalle in Betrieb.