Der See lässt einen nie mehr los. Diese Erfahrung hat auch Stefan Klare aus Konstanz machen müssen. Der ehemalige Abiturient des Humboldt-Gymnasiums hat eine Idee bis zur Marktreife gebracht, die ihn dem Bodensee, aber auch anderen Gewässern der Welt näher bringt. Denn Stefan Klare wohntin München und kommt derzeit nur noch nach Konstanz, um seine Familie und Freunde zu besuchen. Hier jedoch hat er letztlich den Grundstein für sein späteres Wissen gelegt.

Am Humboldt-Gymnasium absolvierte er sein Abitur unter anderem in Physik. Das wiederum war ihm dann im anschließenden Maschinenbau-Studium und der Promotion in Robotik hilfreich. Die nun von ihm präsentierte Entwicklung hat auf den ersten Blick nicht viel mit seinen erworbenen Kenntnissen zu tun. Stefan Klare hat ein aufblasbares Stand Up-Paddlingboard (SUP) entwickelt, das einen neuen Ansatz bei der Weiterentwicklung der aufblasbaren SUPs, sogenannte iSUP, darstellen könnte. Die iSUPs sind vor allem bei Einsteigern und Familien beliebt, während Fortgeschrittene und Profis aufgrund der besseren Performance zumeist auf klassische Hardboards aus Faserverbundstoffen wie Karbon oder Glasfaser setzen.

Stefan Klare hält sein neu entwickeltes aufblasbares Stand Up Paddlingsboard (iSUP) unter Arm. Bild:Gerald Jarausch
Stefan Klare hält sein neu entwickeltes aufblasbares Stand Up Paddlingsboard (iSUP) unter Arm. Bild:Gerald Jarausch

Das Münchner Startup Unternehmen Tripstix, dessen Mitarbeiter Stefan Klare ist, hat sich zum Ziel gesetzt, die Vorteile beider Technologien zu vereinen. Die von den Studenten neu entwickelte Zwei-Kammer-Konstruktion bietet nach Aussage von Stefan Klare große Vorteile gegenüber herkömmlichen iSUPs. "Dank ihrer präzisen Form und hohen Biegesteifigkeit kommen sie an die Performance eines klassischen Surfboards aus Faserverbundstoffen heran", sagt er. "Außerdem sind sie durch einen zweiten Auftriebskorper aus Granulat sicherer als klassische iSUPs und dabei genauso schnell aufzublasen, komfortabel zu transportieren und zu verstauen", führt er weiter aus. Diese Einschätzung wird auch von Fachleuten geteilt: Stephan Gölnitz, verantwortlicher Redakteur des SUP-Magazins in München, gibt der Tripstix-Idee Chancen auf dem Markt: "Wenn das Produkt das einhält, was der Prototyp verspricht, kann man es vermutlich gut verkaufen", sagte er dazu auf Nachfrage des SÜDKURIER. Die Ansicht wird durch zwei Auszeichnungen bestätigt, die die Firma Tripstix bereits für ihre Idee bekommen hat.

Zunächst aber muss man mit dem Produkt auf den Markt kommen. Das will Klare über das private Finanzierungsportal Kickstarter erreichen. Dort sollen in den nächsten Wochen mindestens 100 000 Euro gesammelt werden. Stattliche 44 000 Euro sind bereits zusammen gekommen. Mit dem Betrag möchte Stefan Klare den ersten Container mit Boards beim Hersteller in Korea bestellen. Falls der Betrag in der gesetzten Frist nicht eingesammelt wird, kommt es nicht zur frühzeitigen Produktion. Doch selbst dann ist das Projekt nicht gestorben.

Tripstix muss sich gegen viele andere Neuentwicklungen durchsetzen. "Da ist viel in Bewegung", sagt Stefan Klare. Bis dahin muss er auf den verschiedenen Prototypen seiner Entwicklung für sein iSUP werben. Das macht er bis auf Weiteres am berühmten Eisbach in München. Oder wahlweise auf dem Bodensee, wenn er zu Besuch in der Heimat ist.

 

Zum Unternehmen

Tripstix hat zwei Wettbewerbe für sich verbucht: Seit über 15 Jahren verleiht die Ispo jährlich den Brandnew Award für die innovativsten Start-Ups der Sportbranche. 2016 setze sich Tripstix gegen 372 Bewerber durch und wurde als Sieger mit dem Ispo Brandnew Award in der Kategorie Hardware Summer ausgezeichnet. Der Edison Award wird in den USA vergeben und zeichnet innovative Produkte aus. 2017 belegten die Tripstix Boards dank ihres Zwei-Kammern- Systems im Bereich Outdoor Sports den zweiten Platz belegt.