Konstanz – Hier stehen die Studenten Schlange, um ehrenamtlich zu arbeiten. Der Asta der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) hat auf dem Campus am Seerhein ein neues Café eröffnet, und mobilisiert viele zur gemeinnützigen Mitarbeit. Dabei geht es nicht nur ums Aufbrühen und Servieren von Kaffee, sondern auch um einen großen Umbau, der in den Sommerferien geplant ist. Denn der gerade angelaufene Betrieb des Cafés Endlicht soll nur der Testlauf für das noch namenlose ganz neue Café sein.

Das jetzt eröffnete Café nützt die Räume der alten Asta-Bar Endlicht, die zuletzt nicht mehr angenommen worden sei, wie Fiona Dietz sagt. Sie gehört zusammen mit Marc Bormeth und Max Nuding zu den treibenden Kräften der Neukonzeption. Die Studierenden überlegten, wie sie das alte Endlicht neu beleben könnten und seien darauf gekommen, was dem Campus wirklich fehle – ein Café. Denn das in der Mensa sei überfüllt und schließe zudem schon um 16 Uhr. Das neue Asta-Café wolle ein Rückzugsraum zum Arbeiten am Laptop oder für entspannende Gespräche sein. Der Aufenthalt solle nicht viel kosten: Das Asta-Café biete Tee für 0,50 Euro, Café Creme für einen Euro und die Cola für 1,20 Euro an. Mit viel weißer Farbe und Möbeln aus einem ehemaligen Hotel, welche das Studentenwerk Seezeit organisierte und stiftete, hat das Asta-Team das alte Endlicht für den Neubetrieb als Café vorbereitet. Die Gäste sitzen auf drei Ebenen, es gibt Platz für rund 40 Personen.

Nach den Sommerferien soll es in dem Raum ganz anders aussehen. Denn es ist geplant, den Hauptraum auf eine Ebene zu legen, alte Metallverkleidungen an den Wänden zu beseitigen und der Theke ein völlig neues Design zu geben. Seit einem Semester plant eine Arbeitsgruppe des Astas mit Studenten aus verschiedenen Fachbereichen, den Umbau. Sie hat ein visuelles Konzept und einen Finanzplan entworfen, welche sie im Präsidium der HTWG präsentierte. Offenbar mit Erfolg. Inzwischen sei eine finanzielle Förderung in Aussicht gestellt worden, sagt Fiona Dietz. Weitere Unterstützung erhoffen sich die Studenten bei der Fördergesellschaft der HTWG. Inzwischen sei eine Gruppe von Architekturstudenten an der HTWG eingeschaltet, um Details für die Neugestaltung zu erarbeiten. Mit der Holz- und Metallwerkstatt der Hochschule habe die Planungsgruppe des Asta schon Kontakte aufgenommen. Der Umbau solle so weit wie möglich über die Fachkräfte im eigenen Haus bewältigt werden. Mit dem Umbau steht ein weiteres Großprojekt an: Die Suche nach einem neuen Namen. Momentan seien sich nur alle einig, dass Endlicht nicht mehr passt.

Fiona Dietz, die seit einem Semester mit anderen Kollegen vom Asta am Projekt Café arbeitet, sagt auf Nachfragen: „Mein Studium ist gerade Nebenberuf.“ Üblicherweise widmet sie sich dem Thema Wirtschaftssprachen Asien und Management. Jetzt aber mobilisiere sie die Aussicht, etwas von Studenten für Studenten zu machen. Für ihren Einsatz fürs Café bekomme sie keine Scheine, Punkte oder Noten, aber eine Art Arbeitszeugnis, in dem ihr bestätigt werde, dass sie das Semester nicht verbummelt habe. Die Arbeit bereite ihre Freude, weil sie auf so viele offene Türen stoße. „Es ist toll, wie hier alle zusammen arbeiten.“ Das Campus-Radio werde das Café auch unterstützen, etwa mit einem speziellen Musikprogramm.

Das Endlicht

Das neue Café an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) ist auf der Rückseite des Gebäudes E (Brauneggerstraße 55) zu finden. Es steht von Montag bis Donnerstag zwischen 9 und 11.30 Uhr und 13 und 18 Uhr offen. Im Raum gibt es die drahtlose Verbindung ins Internet (WLAN). (rin)