Biohof Müller, Kaltbrunn

Auf demBiohof Müller in Allensbach-Kaltbrunn hat Helmut Müller zehn Pferde, darunter ein eigenes, Sultan, der auch auf dem Bild zu sehen ist. Schon als Kind wuchs er mit Pferden auf dem Hof der Familie auf. „Als ich ein Kind war, hatten wir zwei, mit denen gearbeitet wurde“, erinnert er sich, „das eine oder andere wurde auch mal zum Reiten genommen.“ Sein Vater sei als Kavallerist ein großer Pferdeliebhaber gewesen, sodass schon immer Pferde auf dem Hof gewesen seien. In den 70er-Jahren kamen bereits die ersten Pensionspferde zu den Müllers. Mehr als die zehn aktuellen sollen es allerdings nicht mehr werden.
Auf demBiohof Müller in Allensbach-Kaltbrunn hat Helmut Müller zehn Pferde, darunter ein eigenes, Sultan, der auch auf dem Bild zu sehen ist. Schon als Kind wuchs er mit Pferden auf dem Hof der Familie auf. „Als ich ein Kind war, hatten wir zwei, mit denen gearbeitet wurde“, erinnert er sich, „das eine oder andere wurde auch mal zum Reiten genommen.“ Sein Vater sei als Kavallerist ein großer Pferdeliebhaber gewesen, sodass schon immer Pferde auf dem Hof gewesen seien. In den 70er-Jahren kamen bereits die ersten Pensionspferde zu den Müllers. Mehr als die zehn aktuellen sollen es allerdings nicht mehr werden. | Bild: Feiertag, Ingo

„Früher konnte sich nur die Oberschicht Pferde leisten, heute ist das für viel mehr Menschen möglich“, sagt Helmut Müller vom Biohof Müller in Allensbach-Kaltbrunn. Die Landwirtschaft funktioniere nicht mehr so wie früher, sodass manche seiner Berufsgenossen Pensionspferde unterstellen, „um die Gebäude einigermaßen sinnvoll zu nutzen und den Hof ein bisschen zu erhalten“.

Für ihn und seine Familie sind die zehn Pferdeboxen neben dem Demeter Bio-Hof „ein kleiner Zusatzverdienst“. Für den Allensbacher sind die vielen Reitausflüge allerdings „belastend für Naturschutzgebiete. Dabei sind es gar nicht die Pferde und die Reiter, aber die freilaufenden Hunde, die oft dabei sind“, sagt Müller.

Stöckenhof, Allensbach

Auf dem Stöckenhof hatte die Familie Serpi (im Bild Melissa Serpi mit Basted) schon immer Pferde. „Meine Frau reitet, seit sie ein Kind war“, sagt Andreas Serpi. Anfangs hatten sie nur Privatpferde, doch inzwischen ist die Herde auf zwischen 26 und 28 Tiere angewachsen, davon gehören "fünf bis sechs" den Serpis. Die Halter der Pensionspferde kommen aus der nahen Umgebung, einige wenige aus der Schweiz. Neben den Pferden, die in einem reinen Offenstall täglich Auslauf haben, gehören nach wie vor Rinder und Schafe zu dem landwirtschaftlichen Biobetrieb. Zudem baut die Familie auf dem Stöckenhof auch das Futter für ihre Tiere selbst an.
Auf dem Stöckenhof hatte die Familie Serpi (im Bild Melissa Serpi mit Basted) schon immer Pferde. „Meine Frau reitet, seit sie ein Kind war“, sagt Andreas Serpi. Anfangs hatten sie nur Privatpferde, doch inzwischen ist die Herde auf zwischen 26 und 28 Tiere angewachsen, davon gehören "fünf bis sechs" den Serpis. Die Halter der Pensionspferde kommen aus der nahen Umgebung, einige wenige aus der Schweiz. Neben den Pferden, die in einem reinen Offenstall täglich Auslauf haben, gehören nach wie vor Rinder und Schafe zu dem landwirtschaftlichen Biobetrieb. Zudem baut die Familie auf dem Stöckenhof auch das Futter für ihre Tiere selbst an. | Bild: Feiertag, Ingo

Auch Andreas Serpi und seine Familie halten auf dem Stöckenhof in Allensbach nicht nur Pferde. Als sie 1989 den Hof übernahmen, war das Fleisch von Schafen und Rindern ihre Haupteinnahmequelle, doch als die umgangssprachlich als Rinderwahn bezeichnete Tierseuche BSE sich Mitte der 90er-Jahre in Deutschland ausbreitete, „war das der Hauptgrund, um auf Pferde zu setzen“, wie Serpi erklärt.

Eigentlich wollte die Familie nur übergangsweise damit ihr Geld verdienen, doch nach BSE blieben die Reiter neben Schafen und Rindern einfach auf dem Hof nahe des Mindelsees.

Reitanlage am Mindelsee

Auf der noch jungenReitanlage am Mindelsee kümmert sich Clarissa Müller (hier mit Donnie) seit 2012 um die Pferde von Reitern aus der ganzen Region. Einige der Pferdebesitzer kommen aus Stockach oder Überlingen. Vor sechseinhalb Jahren fing Clarissa Müller mit vier Pensionspferden an, heute leben 27 Pferde auf ihrem Hof, darunter drei eigene. „Ich habe versucht, den Stall so zu machen, wie ich ihn selber gerne hätte“, sagt die Pferdeliebhaberin. Im Winter sind die Tiere auf der Anlage nahe des Wild- und Freizeitparks in Paddocks, im Sommer auf der Weide. Das Heu wird als Futtergrundlage selbst angebaut.
Auf der noch jungenReitanlage am Mindelsee kümmert sich Clarissa Müller (hier mit Donnie) seit 2012 um die Pferde von Reitern aus der ganzen Region. Einige der Pferdebesitzer kommen aus Stockach oder Überlingen. Vor sechseinhalb Jahren fing Clarissa Müller mit vier Pensionspferden an, heute leben 27 Pferde auf ihrem Hof, darunter drei eigene. „Ich habe versucht, den Stall so zu machen, wie ich ihn selber gerne hätte“, sagt die Pferdeliebhaberin. Im Winter sind die Tiere auf der Anlage nahe des Wild- und Freizeitparks in Paddocks, im Sommer auf der Weide. Das Heu wird als Futtergrundlage selbst angebaut. | Bild: Feiertag, Ingo

Als zuletzt der Bodenseereiter in Radolfzell und der Stockfelder Hof in Orsingen den Reitbetrieb einstellten, „wussten die Leute nicht, wo sie ihre Pferde hinstellen sollen“, sagt Clarissa Müller von der Reitanlage am Mindelsee, nahe des Wild- und Freizeitparks. Ihre Ställe und Paddocks sind nun komplett belegt. „Wir haben eine lange Warteliste und viele Anfragen“, sagt die Allensbacherin.

Ziegelhof, Dettingen-Wallhausen

DerZiegelhof der Familie Braunbarth (links im Bild Nicole Märkl, rechts Anja Braunbarth mit Finley) in Dettingen-Wallhausen ist einer der ersten Pferdehöfe auf dem Bodanrück. Bereits vor 40 Jahren begann Willi Braunbarth, von Milchvieh und Schweinen auf Pferde umzustellen. „Das war damals völliges Neuland“, erinnert er sich. Zeitweise kümmerte sich der Familienbetrieb um knapp 100 Tiere. Inzwischen haben die Braunbarths noch 70 Pferde und wollen diese Zahl aus Mitarbeitermangel nochmals reduzieren. Der Ziegelhof bewirtschaftet 85 Hektar, davon 15 Hektar Ackerland, der Rest Grünfläche, und schafft sich so eine Futtergrundlage.
DerZiegelhof der Familie Braunbarth (links im Bild Nicole Märkl, rechts Anja Braunbarth mit Finley) in Dettingen-Wallhausen ist einer der ersten Pferdehöfe auf dem Bodanrück. Bereits vor 40 Jahren begann Willi Braunbarth, von Milchvieh und Schweinen auf Pferde umzustellen. „Das war damals völliges Neuland“, erinnert er sich. Zeitweise kümmerte sich der Familienbetrieb um knapp 100 Tiere. Inzwischen haben die Braunbarths noch 70 Pferde und wollen diese Zahl aus Mitarbeitermangel nochmals reduzieren. Der Ziegelhof bewirtschaftet 85 Hektar, davon 15 Hektar Ackerland, der Rest Grünfläche, und schafft sich so eine Futtergrundlage. | Bild: Feiertag, Ingo

Willi Braunbarth vom Ziegelhof in Dettingen-Wallhausen hat das Gefühl, dass der Höhepunkt des Pferdebooms überschritten ist. „Es stagniert seit drei bis vier Jahren“, hat er beobachtet.

Reiterhof Hegne

Auf demReiterhof Hegne hat Roland Schmidt (hier neben Suse) 45 Pferde, darunter zwei eigene. „Der Trend ist ungebrochen, seit ich angefangen habe“, sagt Schmidt, „ich könnte den Hof immer weiter ausbauen, will aber nicht noch mehr machen.“ Seine Kunden kommen in der Mehrzahl aus Konstanz. Vor fast 30 Jahren hat der gelernte Koch begonnen, eigene Pferde zu halten. Schnell kamen erste Anfragen von Fremden, die eine Unterkunft für ihre Tiere suchten. Anfang der 90er-Jahre gab Schmidt seinen alten Job auf und baute den Hof aus, sodass die Familie davon leben konnte. Der Hegner bewirtschaftet 80 Hektar Land für eigenes Stroh und Heu.
Auf demReiterhof Hegne hat Roland Schmidt (hier neben Suse) 45 Pferde, darunter zwei eigene. „Der Trend ist ungebrochen, seit ich angefangen habe“, sagt Schmidt, „ich könnte den Hof immer weiter ausbauen, will aber nicht noch mehr machen.“ Seine Kunden kommen in der Mehrzahl aus Konstanz. Vor fast 30 Jahren hat der gelernte Koch begonnen, eigene Pferde zu halten. Schnell kamen erste Anfragen von Fremden, die eine Unterkunft für ihre Tiere suchten. Anfang der 90er-Jahre gab Schmidt seinen alten Job auf und baute den Hof aus, sodass die Familie davon leben konnte. Der Hegner bewirtschaftet 80 Hektar Land für eigenes Stroh und Heu. | Bild: Feiertag, Ingo

Roland Schmidt vom Reiterhof Hegne hingegen sagt, „dass der Trend ungebrochen ist, seit ich angefangen habe. Ich könnte den Hof immer weiter ausbauen, will aber nicht noch mehr Pferde haben.“

Reitanlage am Gückenbühl, Litzelstetten

Als die Reitanlage am Guckenbühl in Litzelstetten vor etwa 30 Jahren zwangsversteigert wurde, kauften die Eltern der heutigen Leiterin Anja Theilig (hier mit Bienvenidos) den Hof. Jüngst wurde die Anlage ausgebaut, sodass heute knapp 60 Pferde auf dem Guckenbühl leben. Zwölf davon gehören Anja Theilig, die auch Reitunterricht anbietet. Sie hat beobachtet, dass die Leute allgemein mehr Tiere halten als in vergangenen Zeiten. Bei den Reitern gehe die Tendenz zum Offenstall. „Die Besitzer wollen ihre Pferde versorgt haben. Sie kommen zwei-, dreimal die Woche vorbei und wollen Spaß haben.“
Als die Reitanlage am Guckenbühl in Litzelstetten vor etwa 30 Jahren zwangsversteigert wurde, kauften die Eltern der heutigen Leiterin Anja Theilig (hier mit Bienvenidos) den Hof. Jüngst wurde die Anlage ausgebaut, sodass heute knapp 60 Pferde auf dem Guckenbühl leben. Zwölf davon gehören Anja Theilig, die auch Reitunterricht anbietet. Sie hat beobachtet, dass die Leute allgemein mehr Tiere halten als in vergangenen Zeiten. Bei den Reitern gehe die Tendenz zum Offenstall. „Die Besitzer wollen ihre Pferde versorgt haben. Sie kommen zwei-, dreimal die Woche vorbei und wollen Spaß haben.“ | Bild: Feiertag, Ingo

Ein Grund für den Pferdeboom ist, dass „die Leute wieder deutlich mehr Geld haben“, wie Anja Theilig von der Reitanlage am Gückenbühl in Litzelstetten erklärt. „Als wir vor etwa 30 Jahren angefangen haben, war Reiten noch ein Luxushobby.“

Wie lange wird das Pferd noch ein Tier für jedermann sein? Die Hof-Betreiber sind sich da nicht sicher.

Helmut Müller hat so seine Zweifel, ob sich die breite Masse auch künftig noch ein Pferd wird leisten können. „Im Moment kann sich jeder ein Pferd leisten. Aber auch noch in zehn Jahren? Ich würde nicht darauf wetten, dass das noch so ist“, sagt er.

Ähnlich sieht es Andreas Serpi vom Stöckenhof. „Lange konnte sich eine breite Mittelschicht das Reiten leisten“, sagt er, inzwischen sei der Trend aber schon wieder rückläufig, weil der Unterhalt immer teurer werde. Besonders sei das im vergangenen Jahr zu spüren gewesen, als wegen der großen Trockenheit die Preise für Heu extrem gestiegen waren.