Konstanz Verunglückter Taucher ist wegen technischer Probleme ertrunken

Der 41-jährige Taucher, der am Sonntag am Wrack der Jura ums Leben gekommen ist, ist ertrunken. Er hatte laut Staatsanwaltschaft technische Probleme.

Ein eingefrorenes Luftventil war die Ursache für das Tauchunglück vom vergangenen Sonntagmorgen. Wie Patrick Müller von der Thurgauer Staatsanwaltschaft mitteilte, ist der 41-Jährige, der vor Bottighofen zum Wrack der Jura getaucht war, wegen dieses technischen Defektes ums Leben gekommen. „Die offizielle Todesursache lautet Ertrinken“, so Müller. Für den Taucher aus Esslingen kam jede Hilfe zu spät, wie auch die Aufzeichnungen des Tauchcomputers des Opfers beweisen. Dieser dokumentiert minutiös den Tauchvorgang. So erfolgte der Abstieg laut Aussage des Staatsanwaltes noch korrekt. Nach etwa vier Minuten habe er eine Tiefe von 35 Metern erreicht. Anschließend tauchte der 41-Jährige für etwa drei Minuten am Wrack des gesunkenen Dampfers. Dann habe die Luftversorgung ausgesetzt, berichtet Müller weiter. Ab diesem Zeitpunkt müsse alles sehr schnell gegangen sein. „Um 9.53 Uhr war er abgetaucht, acht Minuten später hat er schon nicht mehr atmen können“, sagt Müller.

Der 41-jährige aus Esslingen war am Sonntagmorgen mit einer zehnköpfigen Tauchgruppe unterwegs gewesen. Sein Tauchpartner hatte ihn während dem Tauchgang aus den Augen verloren. In diesem Zeitraum muss, so das offizielle Untersuchungsergebnis der Staatsanwaltschaft Thurgau, das Unglück passiert sein. Nachdem die Luftversorgung unterbrochen war, sei der Taucher anscheinend in Panik geraten und habe Wasser eingeatmet, berichtet der Staatsanwalt. „Im Prinzip war es für eine Rettung bereits zu spät, als der Tauchpartner die Wasseroberfläche erreicht hatte“, fasst Müller zusammen. Für den Aufstieg aus dieser Tiefe habe der Tauchpartner ebenfalls einige Minuten Zeit gebraucht. Der Notruf erreichte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und deutsche Wasserschutzpolizei um 10.12 Uhr.

Die DLRG war gegen 10.45 Uhr als erstes am Unfallort und hatte alles für eine etwaige Lebend-Rettung der Verunglückten vorbereitet. Neben einem Notfallseelsorger, der sich um die Mitglieder der Tauchgruppe kümmerte, standen Krankenwagen, Notarzt und Druckkammer bereit. Die Seepolizei der Thurgauer Kantonspolizei traf wenige Minuten nach den Kollegen aus Deutschland ein. Die Frage, ob ein schnelleres Einschreiten der Rettungskräfte den 41-Jährigen noch gerettet hätte, hatte für Verwirrungen gesorgt. „Die DLRG-Taucher waren für eine mögliche Rettung einsatzbereit gewesen“, bestätigt Clemens Menge von der DLRG-Ortsgruppe Konstanz. Da es auf Grund der fortgeschrittenen Zeit jedoch nur geringe Chancen auf eine Lebend-Rettung gegeben habe, hätten die Einsatzkräfte die Risken eines Tauchgangs abwägen müssen. „Man taucht nicht einfach so auf 38 Meter Tiefe“, gibt Menge zu bedenken.

Von Kompetenzgerangel bei der Einsatzleitung möchte Andy Theler, Pressesprecher der Kantonspolizei, nichts wissen. „Die Zusammenarbeit mit der DLRG ist sehr gut. Da gibt es keine Unterschiede zwischen den Kollegen der Polizei und den Freiwilligen der DLRG“, sagt er. Der Tauchgang sei wegen der polizeilichen Dokumentation, die bei der Schweizer Seepolizei lag, von dieser auch durchgeführt worden.
 

Das Wrack

Das Wrack des ehemaligen Raddampfers Jura, welches nahe der Gemeinde Bottighofen bei Kreuzlingen liegt, zieht zahlreiche Taucher an den Bodensee. 1864 kollidierte es mit dem Schiff Stadt Zürich und sank. Der Tauchtourismus ist für das Wrack nicht ohne Folgen geblieben. Durch den Sauerstoff der Taucherflaschen und die Anker der Boote ist die Korrosion am Dampfer vorangeschritten. (ans)

Ihre Meinung ist uns wichtig
Herbstliche Weine vom Bodensee
Neu aus diesem Ressort
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Konstanz
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren