Drei Jahre in Folge hat schlechtes Wetter die Bilanz des Staader Hafenfestes getrübt. "Einen Tag darf es regnen", meint Veranstalter Heinz-Josef Diestel. Die Einbuße könne bei einem viertägigen Freiluftfest ausgeglichen werden. "Aber bei zwei Tagen ist es einfach bitter", stellt er zum Anschluss des siebten Staader Hafenfestes fest. "Ich befürchte, dass die meisten Standbetreiber mit einem Minus abschließen werden", meint Mitveranstalter Rainer Schmiederer, fügt aber gleich an: "Wir lassen uns nicht entmutigen. Wir kämpfen weiter. Das Fest wird auch im kommenden Jahr stattfinden." Ein wesentlicher Grund sind die treuen Festbesucher, die auch bei strömendem Regen auf dem William-Graf-Platz ausharrten.

Bereits zum Auftakt am Donnerstag regnete es. Dennoch kamen Besucher und machten es sich unter den Zeltdächern und Schirmen einigermaßen gemütlich. "Wir sind halt die Eisenharten", lachte beispielsweise Gerda Geltenbach, die mit Resi Schmiederer, Herbert Krieg, Fritz Schmiederer und Elfriede Wucherer trotzdem gekommen war. Auch am Samstagabend, als es – wie Rainer Schmieder feststellt – nicht nur nass, sondern sehr nass war, kamen Besucher und suchten sich ein einigermaßen trockenes Plätzchen. "Es war unglaublich: Sie saßen gruppenweise unter Schirmen und tranken ihren Wein. Die Allmannsdorfer und Staader sind wirklich tapfer und haben Durchhaltevermögen", stellt Stefanie Schneider vom Staader Fährhaus mit Hochachtung fest. "Respekt, dass die Leute trotzdem gekommen sind. Das hat uns sehr geholfen", sagt Standbetreiber Joachim Gretzmeier. "Die Gäste sind eisern", meint auch Michaela Wussow, die mit ihrem Crêpes-Stand bei fast jedem Fest dabei ist.

"Das Staader Hafenfest ist momentan das einzige Fest für die Einheimischen. Es ist sehr familiäre und friedlich", fügt sie an. Vor allem viele Bürger aus Allmannsdorf-Staad ließen sich die Freude an ihrem Stadtteilfest nicht nehmen. "Einige Nachbarn kamen jeden Tag", erzählt Michaela Wussow. Als "Riesenglück" bezeichnen alle den Freitag, der mit beständig guter Witterung als positive Ausnahme gewertet wurde. "Der Tag hat uns für vieles entschädigt", so Heinz-Josef Diestel. "Dieses Mal haben sich alle Cliquen, wie beispielsweise Piraten und Fürstenbergler, den Freitag ausgesucht", lacht Joachim Gretzmeier. Der Besucherandrang war enorm.

Sie zählten zu den treuen Festbesuchern, welche sich nicht vom Regen schrecken ließen (von links): Gerda Geltenbach, Resi Schmiederer, Herbert Krieg, Fritz Schmiederer und Elfriede Wucherer Bild: Aurelia Scherrer

Das Miteinander zeichne besonders die Standbetreiber aus. "Jeder hilft dem anderen", sagt Brigitte Sauter, die mit fünf Freundinnen erstmals selbst mit einem Stand präsent war. Die sechs Damen wollten eigentlich den Erlös des Festes für das Hilfsprojekt in Sierra Leone, welches die Kreuzgemeinde unterstützt, spenden. Brigitte Sauter geht nach aktuellem Stand nicht davon aus, dass sie ein Plus erwirtschaften konnten, sondern rechnet eher damit, dass die Kosten aus dem privaten Geldbeutel bezahlt werden müssen. Trotzdem hat ihr die Arbeit Spaß gemacht. "Es war eine sehr interessante Erfahrung", sagt Brigitte Sauter. "Ich habe so etwas noch nie zuvor gemacht. Es war schwer, die Mengen zu kalkulieren. Abends tun die Füße weh und morgens fällt das Aufstehen schwer. Vier Tage sind ganz schon hart", resümiert sie und spricht den erprobten und bewährten Standbetreibern ihre Hochachtung aus, denn jetzt weiß sie, wieviel Arbeit und Aufwand hinter einem solchen Fest stecken.

Staader Hafenfest

Obwohl die Bilanz des siebten Staader Hafenfestes nicht positiv ausgefallen ist, geben die Veranstalter nicht auf. Vielmehr steht der Termin für die achte Auflage des viertägigen Freiluftfestes bereits fest: Es findet vom 17. bis 20. August 2017 auf dem William-Graf-Platz statt. (as)