Bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen einem 17-Jährigen, einem Spediteur und einem Händler, die in den Kälber-Transport auf einen leerstehenden Hof bei Dettingen verwickelt sind. Neben einer möglichen Straftat nach dem Tierschutzgesetz kommt aber auch eine Ordnungswidrigkeit in Betracht, die bis zu 25.000 Euro Geldbuße nach sich ziehen kann. Das teilte die Staatsanwaltschaft Konstanz auf SÜDKURIER-Nachfrage mit.

Kälber nicht wie vorgeschrieben während des Transports versorgt

In einer gemeinsamen Pressemitteilung mit Polizei und Staatsanwaltschaft teilte das Landratsamt außerdem mit, die Kälber seien „über zwei Wochen alt und durften transportiert werden“. Gesetzlich sei vorgeschrieben, dass bei Langstreckentransporten über acht Stunden spezielle Fahrzeuge mit Lüftung und Tränken eingesetzt werden.

Lkw festgefahren: Kälber erst am nächsten Tag ausgeladen

Derzeit werde ermittelt, welche Art von Tiertransporter für diese Fahrt eingesetzt wurde. Zudem müssten die Kälber nach neun Stunden während einer mindestens einstündigen Pause mit Elektrolyttränke getränkt werden. „Diese Versorgung der Kälber hat nach derzeitigen Erkenntnissen nicht stattgefunden“, heißt es in der Meldung. Darüber hinaus wurden die Kälber „erst im Laufe des nächsten Tages aus dem Anhänger ausgeladen“, nachdem sich dieser am Samstagabend gegen 22 Uhr auf dem Gelände in Dettingen festgefahren hatte.

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Weiteres Kalb eingeschläfert

Am Montagabend habe das Veterinäramt ein weiteres Kalb einschläfern müssen. Mit den zwei bereits tot aufgefunden Tieren und weiteren, zuvor eingeschläferten Kälbern sind nun zehn von den 40 gelieferten tot. Nach dem Verbleib eines Kalbes, das nicht in Dettingen angekommen ist, werde noch ermittelt.

40 Kälber für 1500 Euro

Am Sonntag sind auf einem Aussiedlerhof 39 schlecht versorgte Kälber entdeckt worden. Ein 17-Jähriger hatte, wie der SÜDKURIER berichtete, 40 Tiere über das Internet für 1500 Euro bestellt. Zeugen, die wegen des festgefahrenen Transporters zu Hilfe gerufen wurden, informierten die Polizei.