"Wir haben erst das Laufen gelernt, schließlich besteht der Verein erst seit zwei Jahren", sagt Renate Schmitz, Vorsitzende des Vereins DingelsDorfLeben, und lacht. Die Erfolge, die der Vorstand und die engagierten Mitglieder zu verzeichnen haben, sind jedoch enorm. Unter dem Dach des Vereins werden aktuell elf Aktionen angeboten; die meisten der Veranstaltungen sind schon fest etabliert. Ein erklärtes Ziel hat der Verein bereits erreicht: "Die Bürgerschaft ist näher zusammengerückt", freut sich Renate Schmitz. Und seitdem habe auch sie selbst viele neue Leute kennengerlernt.

Anstoß für die Gründung eines solchen Bürgervereins gab eigentlich eine Klausurtagung des Ortschaftsrates. Ziel war es in Anbetracht des demografischen Wandels, Angebote für ältere Bürger zu schaffen. Die Initiative "Älter werden in Dingelsdorf" engagierte sich aktiv und kreativ, und die Angebote wurden dankbar angenommen. Gleichzeitig wuchs das Bedürfnis, auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene einzubinden. So wurde im Jahr 2015 der Verein DingelsDorfLeben gegründet, mit dem Ziel, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern und zu bündeln, um die Gemeinde Dingelsdorf/Oberdorf für alle Generationen noch lebenswerter zu machen.

Offen für weiteres Engagement

"Das Vereinsleben in Dingelsdorf ist sehr rege. Wir sehen uns als Ergänzung. DingelsDorfLeben ist das Dach, der Rahmen für alle anderen Gruppen und Aktivitäten", erläutert Renate Schmitz. Die Veranstaltungen der Initiative "Älter werden in Dingelsdorf", wie beispielsweise "Café bei mir" und der Stammtisch, sind jetzt ebenfalls im Verein gebündelt und viele weitere Engagierte haben zusätzliche Aktionen ins Leben gerufen. "Wir sind offen für weiteres Engagement, denn der Verein lebt von den Ideen und Wünschen der Mitglieder. Das sorgt letztlich für eine Lebendigkeit im Ort", sagt Renate Schmitz.

Lebhaft ist es mit dem Verein in Dingelsdorf bereits geworden. Aushängeschild ist seit mehr als einem Jahr der Mittagstisch. Die Idee hatte es im Ort schon länger gegeben, dass mit dieser zweiwöchigen Veranstaltung wirklich eine Marktlücke gefüllt würde, übertraf die Erwartungen aller. Der Mittagstisch vereint eigentlich sämtliche Ziele des Vereins: Eine ehrenamtliche Kochgruppe bereitet Speisen zu und alle Generationen von Jung bis Alt kommen, genießen die gemeinsame Zeit und unterhalten sich. So wird alle zwei Wochen der Vorraum der Thingolthalle zum Restaurant.

Hilfe für engagierte Eltern

Nicht nur regelmäßige Veranstaltungen werden von den Ehrenamtlichen geboten. Es gibt auch immer wieder unterschiedliche Aktionen mit verschiedenen inhaltlichen Ausrichtungen. Zwei bis drei Mal im Jahr gibt beispielsweise ein Bäckermeister Tipps rund um "die Backstube". Auch ein Kurs zum Thema Gedächtnistraining hat bereits stattgefunden. Worüber sich Renate Schmitz sehr freut, ist die neue Basar-Unterstützergruppe. "In Dingelsdorf findet schon traditionell der Basar statt. Für die engagierten Eltern ist es manchmal schwer, Helfer zu finden", skizziert Renate Schmitz. Über den Verein können nun Interessierte gefunden werden, die punktuell mithelfen möchten. "So wird das Miteinander im Dorf ebenfalls gefördert", sagt sie.

Aktuell hat der Verein DingelsDorfLeben rund 100 Mitglieder. Der Jahresbeitrag für Einzel- und Familienmitgliedschaft beträgt 20 Euro im Jahr. Nähere Informationen gibt es unter www.dingelsdorfleben.de Interessierte können auch Kontakt via E-Mail aufnehmen: kontakt@dingelsdorfleben.de
 

Mitglieder stellen wichtige Projekte des Vereins vor

Romy Schmid, stellvertretende Vorsitzende von DingelsDorfLeben, ist stolz auf das Flaggschiff des Vereins: den Mittagstisch. Eine ehrenamtliche Kochgruppe hatte sich zusammengefunden und bietet seit über einem Jahr im zweiwöchigen Turnus einen Mittagstisch in der DingelsdorferThingolthalle. "Die Aktion ist der Renner. Wir hatten gedacht, es würden etwa 30 Personen kommen. Inzwischen sind es regelmäßig 60 Gäste", so Schmid. "Das Schöne: Alle Generationen – von Kindern bis hin zu Senioren – kommen zusammen, essen gemeinsam und unterhalten sich. Es ist eine beliebte Begegnungsstätte für alle Dingelsdorfer und Oberdorfer geworden."

Renate Schmitz, Vereinsvorsitzende, erklärt, dass der Verein eine weitere neue Idee umsetzen will: "Wir wollen eine Gruppe gründen, die sich um die Kulturlandschaftspflege kümmert." Dingelsdorf lebe von der Landschaft, die allerdings mangels Nutzung sukzessive zuwächst. "Die Obstbäume auf den Streuobstwiesen vergreisen und die eigentlich offene Landschaft verbuscht", schildert Schmitz. Jetzt sucht der Verein Naturliebhaber, die von November bis Februar tatkräftig Hand anlegen, und zwar in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz. "Mit der Unteren Naturschutzbehörde sind wir bereits in Kontakt", so die Vorsitzende.
 

<strong>Renate Schmitz</strong>, Vereinsvorsitzende, findet das neue Projekt für Kulturlandschaftspflege gut. Nicht überall soll dabei die Gartenschere so rabiat angesetzt werden wie sie es hier augenzwinkernd andeutet – aber dort, wo Flächen zuwuchern, könnte das auch mal nötig sein.
Renate Schmitz, Vereinsvorsitzende, findet das neue Projekt für Kulturlandschaftspflege gut. Nicht überall soll dabei die Gartenschere so rabiat angesetzt werden wie sie es hier augenzwinkernd andeutet – aber dort, wo Flächen zuwuchern, könnte das auch mal nötig sein.

Ben Papke, Schriftführer, weiß: Kultur hat bei den Mitgliedern ebenfalls einen hohen Stellenwert. An verschiedenen Stellen im Ort stehen schon längst Bücherkisten, aus denen Bücher entliehen, aber auch eingestellt werden können. Jeden dritten Donnerstag im Monat trifft sich der Literaturkreis, um sich über zuvor ausgewählte Bücher auszutauschen. Dabei handelt es sich mitnichten um einen geschlossenen Zirkel – Interessierte sind immer willkommen. Auch all jene, die lieber Filme schauen, sind bei DingelsDorfLeben richtig. Einige Cineasten aus dem Kreis des Vereins führen jeden ersten Donnerstag im Monat im Bürgersaal Filme vor.

Bernd Renner, Rechnungsführer, betont, dass gegenseitige Hilfe den Mitgliedern von DingelsDorfLeben ebenfalls wichtig ist. Deshalb bieten kompetente Vereinsmitglieder vertrauliche Hilfe bei Behördengängen und Schriftverkehr an. Denn nicht nur ältere Mitbürger haben mit dem Stellen notwendiger Anträgen ihre Mühe. Das Leben wird ein Stück weit leichter, wenn man jemanden an der Seite hat, der sich mit dieser Materie auskennt. Wer sich helfen lassen möchte, kann sich an die Mitarbeiterinnen der Ortsverwaltung wenden, die den Kontakt herstellen. Ferner gibt es alle zwei Wochen montags von 17 bis 19 Uhr im Bürgersaal eine PC-Hilfe.