Dettingen – Verbesserungen am Entwurf für das zukünftige Bürgerhaus vergrößern die bisher schon breite Zustimmung. Architekt Martin Bächle von bächlemeid architekten stadtplaner bda stellte seinen in Details geänderten Plan dem Ortschaftsrat Dettingen-Wallhausen vor. Immer noch ungelöst ist die Stellplatzfrage. Die Anlieferung über den Schulhof finden die Räte nicht wirklich prickelnd. Offen ist außerdem die Finanzierung.

Wenn er die Berechnung der Stellplätze niedrig ansetze, komme er auf mindestens 15 bis 18, rechnete Alfred Reichle (SPD) zurückhaltend vor. "Das kann nur beim neuen Parkhaus sein", sagte er nachdrücklich. Stellplätze müssen für den neu zu bauenden Multifunktionssaal nachgewiesen werden, wo um die ein hundert Menschen Platz finden sollen, und für den Gastronomiebetrieb, der auch über einen bewirteten Außenbereich verfügen wird. Darüber hinaus bleibt das ehemalige Schulhaus die Heimat des Musikvereins Dettingen-Wallhausen und der Narrenzunft Moorschrat. Reichle vermisste wie Daniel Späth (CDU) im Entwurf außerdem die Fahrradstellplätze. Bächle verwies darauf, dass hierfür der Außenarchitekt zuständig sei. "Es gibt Ideen", erklärte er. Er versprach eine Lösung, die die Schule einschließen soll. "Sie hängen ja räumlich zusammen".

Kurt Demmler (CDU) verwies erneut auf die ungünstige Anlieferung hin, die über den Schulhof erfolgen soll. "Über die Allensbacher Straße wird es wohl nicht gehen", sagte er bedauernd. "Eventuell müsste mit dem Betreiber geregelt werden, dass er nur zu bestimmten Zeiten beliefert wird". Darüber hinaus wünsche er sich, dass Schulhof, Schule und Bürgerhaus eine Einheit bilden.

Alfred Reichle wollte wissen, wie es mit einer Eigenbewirtung durch die Vereine sei, wenn diese den großen Saal nutzen. Dieser Wunsch müsse vor der Ausschreibung für die Gastronomie berücksichtigt werden, erklärte Ortsvorsteher Roger Tscheulin (CDU). "Der Wirt braucht den oberen Saal, um überleben zu können", erläuterte Thomas Stegmann, Leiter des Hochbau- und Liegenschaftsamts. So müsse er dort Hochzeiten ausrichten können. Es sei zu überlegen, ob mit dem Wirt etwa andere Preise für Getränke ausgehandelt werden könnten.

Weiter befürchtet Alfred Reichle steigende Nebenkosten, beispielsweise durch den Betrieb zweier Lifte. Roger Tscheulin verwies darauf, dass sich wegen der deutlich größeren Nutzfläche der Umlageschlüssel verändere. "Der eigene Anteil wird kleiner", betonte er.

Christian Broghammer zeigte sich erfreut darüber, dass eine öffentliche Toilette eingerichtet werden soll. Allerdings wird ihm der Wunsch eines Zugangs von außen wohl verwehrt bleiben. Die Nutzer würden den Zugang über den Haupteingang suchen, begründete Stegmann die Planung.

"Alle Räume sind barrierefrei erreichbar", berichtete Stegmann. "Ein Küchenplaner ist involviert, der überprüft, ob den Vorschriften genüge getan wird, so dass keine groben Schnitzer drin sind", ergänzte er. Zur Allensbacher Straße hin soll eine große Außentreppe entstehen, verkündete Bächle. Dort soll auch der bevorzugte Eingang zum Gastronomiebereich sein. Der Mehrzweckraum solle in erster Linie vom Eingang auf der Gebäuderückseite her betreten werden. Zwischen dem Alt- und dem Neubau entsteht eine neue Treppe. Sie werde lang, weil sie sehr weit hoch führt, erklärte der Architekt. Im Obergeschoss wird die Spielgruppe ihre Räume bekommen. Durch eine verbesserte Anbindung eines Lagerraums für den Musikverein an den großen Saal kann das Schlagzeug verschoben werden. Als eine Art Rucksack hat Bächle einen Müllverschlag auf der Westseite des Gebäudes eingeplant. Entgegen der bisherigen Planung wird der Neubau nun doch vollständig unterkellert. Dort entstehen weitere Toiletten und Räume für Lager und Technik.

Trotz der Wünsche erhielten die Planungen Lob von den Ortschaftsräten. "Sehr gut, sehr schön, sehr beeindruckend", fasste Christian Broghammer seine Eindrücke über die Qualität der Planung zusammen.

Der Zeitplan

Am 18. Juli berät der Technische und Umwelt-Ausschuss den Projektbeschluss, am 19. Juli der Ortschaftsrat Dettingen-Wallhausen, bevor am 20. Juli der Gemeinderat entscheidet. Zum Projektbeschluss sollen die aktuellen Kosten angegeben werden. Da sich die Planung von der bisherigen unterscheidet, scheint offensichtlich, dass die 950 000 Euro nicht reichen werden. Das Baugesuch könnte nach den Sommerferien eingereicht werden, der Baubeginn im Frühjahr 2018 sein. Anderthalb Jahre soll die Bauzeit dauern.

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