Konstanz Unsichtbar, aber wichtig: Sechs Litzelstetter erzählen, wieso sie sich für ihren Ort einsetzen

Als "Frauen und Männer für alle Fälle" zeichnete Litzelstetten 22 seiner Einwohner beim Ehrenamtsfest aus. Was bewegt die Menschen zum oft stillen Einsatz für Ihren Ort? Wir stellen sechs von ihnen vor.

"Warum wurde Litzelstetten nicht zur anonymen Schlafstadt, als der Ort innerhalb weniger Jahre auf ein Mehrfaches anwuchs? Warum fühlen sich Familien hier gut aufgehoben?", fragte Ortsvorsteher Wolfgang Gensle in den Raum. Weil es immer Menschen gab und gibt, die sich ehrenamtlich engagieren, Neubürger integrieren, die Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenbringen und sich um den Nächsten kümmern. Die meisten dieser aktiven Personen wirken eher im Stillen.

Der Arbeitskreis "Soziales Miteinander" des Litzelstetter Ortschaftsrates, Ortsvorsteher Wolfgang Gensle und Ortsverwaltungsleiter Klaus Frommer ist es wichtig, eben diese Menschen einmal in den Vordergrund zu rücken, um das ehrenamtliche Engagement zu würdigen und Dank zu sagen. Das Ehrenamtsfest werde im zweijährigen Turnus veranstaltet, "um im Laufe der Jahre alle verdienten Personen zu erfassen", so Gensle.

22 Personen wurden im Rahmen des zweiten Ehrenamtstags in den Fokus gerückt. Auf jeden einzelnen wurde eine individuelle Laudatio gehalten. Mitnichten wurden ausschließlich Personen ausgezeichnet, die sich bereits seit vielen Jahren und Jahrzehnten für das Gemeinwohl einbringen. Auch junge Menschen wurden beispielhaft ins Rampenlicht gerückt, als Beweis dafür, dass sich auch der Nachwuchs tatkräftig einbringt. Wir stellen exemplarisch für alle Litzelstetter im Ehrenamt sechs Preisträger des Abends vor.

 

Brunhilde Wolff, die mit ihrer offenen Art Jung und Alt für sich gewinnt, engagiert sich in vielen Bereichen. Sie hat alle Generationen mit dem Boule-Virus angesteckt, ist seit Anbeginn tatkräftig als Hobbyköchin für den Mittagstisch der Nachbarschaftshilfe aktiv, engagiert sich seit 2015 in der Flüchtlingshilfe und vieles mehr. Die Frage nach dem Warum, beantwortet sich schlicht mit: "Weil es mir Spaß macht. Ich kann nicht nur zu Hause sitzen. Ich muss raus und etwas tun", sagt sie. Es gebe nichts Schöneres, als anderen zu helfen und Freude zu schenken.
Bild: Aurelia Scherrer

Brunhilde Wolff, die mit ihrer offenen Art Jung und Alt für sich gewinnt, engagiert sich in vielen Bereichen. Sie hat alle Generationen mit dem Boule-Virus angesteckt, ist seit Anbeginn tatkräftig als Hobbyköchin für den Mittagstisch der Nachbarschaftshilfe aktiv, engagiert sich seit 2015 in der Flüchtlingshilfe und vieles mehr. Die Frage nach dem Warum, beantwortet sich schlicht mit: "Weil es mir Spaß macht. Ich kann nicht nur zu Hause sitzen. Ich muss raus und etwas tun", sagt sie. Es gebe nichts Schöneres, als anderen zu helfen und Freude zu schenken.

 

Helga Jauß-Meyer ist immer noch aktiv und bringt sich nach wie vor ein. Sie trat 1986 die Nachfolge der erste Litzelstetter Ortsvorsteherin Hermine Preisendanz an. Dieses Ehrenamt hatte sie bis 1999 inne; außerdem war sie beinahe ein Vierteljahrhundert im Konstanzer Gemeinderat tätig. "Wenn man einmal mitmacht, dann gibt es kein Halten mehr", schmunzelt Helga Jauß-Meyer. Mit Blick auf Litzelstetten und den amtierenden Ortsvorsteher Wolfgang Gensle fügt sie wohlwissend an: "Als Ortsvorsteher wird man in diesem Ort gut beschäftigt." Was sie auszeichnet: Sie hat die Menschen gern, nimmt ihre Sorgen ernst und hat sich immer für die Belange von Litzelstetten tatkräftig eingesetzt.
Bild: Aurelia Scherrer

Helga Jauß-Meyer ist immer noch aktiv und bringt sich nach wie vor ein. Sie trat 1986 die Nachfolge der erste Litzelstetter Ortsvorsteherin Hermine Preisendanz an. Dieses Ehrenamt hatte sie bis 1999 inne; außerdem war sie beinahe ein Vierteljahrhundert im Konstanzer Gemeinderat tätig. "Wenn man einmal mitmacht, dann gibt es kein Halten mehr", schmunzelt Helga Jauß-Meyer. Mit Blick auf Litzelstetten und den amtierenden Ortsvorsteher Wolfgang Gensle fügt sie wohlwissend an: "Als Ortsvorsteher wird man in diesem Ort gut beschäftigt." Was sie auszeichnet: Sie hat die Menschen gern, nimmt ihre Sorgen ernst und hat sich immer für die Belange von Litzelstetten tatkräftig eingesetzt.

 

Manfred Neher ist seit 35 Jahren Messner und gilt als die gute Seele der katholischen Kirchengemeinde, denn er tut weitaus mehr, als von einem Messner erwartet wird. "Für mich ist es nicht einfach ein Job", sagt Manfred Neher offen. "Es ist einfach etwas Besonderes: Man dient der Kirche als Institution; eine Verbindung zu Gott, ein starker Glaube gehört dazu." Das Feiern der heiligen Messe ist nach wie vor das Schönste für ihn. Er ist froh, dass seine Familie ihn unterstützt und ihn viele Stunden, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen, entbehrt. Neher liebt seine Tätigkeit als Messner. "Ich kann mir nichts anderes vorstellen", sagt er.
Bild: Aurelia Scherrer

Manfred Neher ist seit 35 Jahren Messner und gilt als die gute Seele der katholischen Kirchengemeinde, denn er tut weitaus mehr, als von einem Messner erwartet wird. "Für mich ist es nicht einfach ein Job", sagt Manfred Neher offen. "Es ist einfach etwas Besonderes: Man dient der Kirche als Institution; eine Verbindung zu Gott, ein starker Glaube gehört dazu." Das Feiern der heiligen Messe ist nach wie vor das Schönste für ihn. Er ist froh, dass seine Familie ihn unterstützt und ihn viele Stunden, insbesondere an Wochenenden und Feiertagen, entbehrt. Neher liebt seine Tätigkeit als Messner. "Ich kann mir nichts anderes vorstellen", sagt er.

 

Nadja Schludecker, geboren 1996, hatte ihr Debut im Jugendballett, leitet mittlerweile das Damenballett und bereicherte damit die bunten Abende in Litzelstetten. Vor drei Jahren trat sie in den Fanfarenzug Kuckuck ein, wo sie Natur-Fanfare spielt. Was sie in besonderem Maße auszeichnet: Trotz ihres jugendlichen Alters scheut sie nicht die Arbeit. Im Gegenteil: Mittlerweile ist sie Schriftführerin im Fanfarenzug. "Es macht einfach Spaß im Verein. Das Gemeinsame und die Gemeinschaft gefallen mir", sagt Nadine Schludecker. Worin sieht sie den Sinn ihres fasnächtlichen Mehrfach-Engagements? "Wir wollen anderen eine Freude machen."
Bild: Aurelia Scherrer

Nadja Schludecker, geboren 1996, hatte ihr Debut im Jugendballett, leitet mittlerweile das Damenballett und bereicherte damit die bunten Abende in Litzelstetten. Vor drei Jahren trat sie in den Fanfarenzug Kuckuck ein, wo sie Natur-Fanfare spielt. Was sie in besonderem Maße auszeichnet: Trotz ihres jugendlichen Alters scheut sie nicht die Arbeit. Im Gegenteil: Mittlerweile ist sie Schriftführerin im Fanfarenzug. "Es macht einfach Spaß im Verein. Das Gemeinsame und die Gemeinschaft gefallen mir", sagt Nadine Schludecker. Worin sieht sie den Sinn ihres fasnächtlichen Mehrfach-Engagements? "Wir wollen anderen eine Freude machen."

 

Brigitte Grundel ist weit über Litzelstetten hinaus als die "Mutter" der Narrenzunft Kuckuck bekannt. Seit 50 Jahren ist sie unermüdlich für ihren Verein im Einsatz. 1977 trat sie erstmals als Gardemädchen auf, hat bis heute die Häsgruppe unter ihren Fittichen, leitet seit 20 Jahren das Männerballett, kümmert sich insbesondere um die Kinder und Jugendlichen im Verein und hat im Laufe dieser Zeit unzählige Kostüme und Narrenbändel genäht. "Gefeiert habe ich eigentlich nie. Bei den bunten Abenden bin ich fast immer in der Küche", lächelt Brigitte Grundel ohne jegliches Bedauern, denn: "Man kommt trotzdem unter die Leute und trifft Bekannte. Das ist nett. Und mit den Kuckucks-Kindern habe ich jede Menge Spaß."
Bild: Aurelia Scherrer

Brigitte Grundel ist weit über Litzelstetten hinaus als die "Mutter" der Narrenzunft Kuckuck bekannt. Seit 50 Jahren ist sie unermüdlich für ihren Verein im Einsatz. 1977 trat sie erstmals als Gardemädchen auf, hat bis heute die Häsgruppe unter ihren Fittichen, leitet seit 20 Jahren das Männerballett, kümmert sich insbesondere um die Kinder und Jugendlichen im Verein und hat im Laufe dieser Zeit unzählige Kostüme und Narrenbändel genäht. "Gefeiert habe ich eigentlich nie. Bei den bunten Abenden bin ich fast immer in der Küche", lächelt Brigitte Grundel ohne jegliches Bedauern, denn: "Man kommt trotzdem unter die Leute und trifft Bekannte. Das ist nett. Und mit den Kuckucks-Kindern habe ich jede Menge Spaß."

 

Nadine Honsel (21) ist seit drei Jahren aktives Mitglied des Löschzugs 4 der Feuerwehr Konstanz. Sie ist nach ihrem Großvater und Vater bereits die dritte Honsel-Generation, die sich für die Sicherheit der Bürger einsetzt. "Nicht selbstverständlich", wertet Zugführer Winfried Romer. Die hauptberufliche Erzieherin ist begeistert von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. "Die Kameradschaft ist toll und der Dienst macht Spaß", sagt sie. Wenn man jemandem helfen kann oder einen Brand löscht und damit Schlimmeres verhindert, das seien eindrucksvolle Erfolgserlebnisse. "Auch zierlichen Frauen können sich so etwas zutrauen, denn man muss nichts alleine stemmen", so Nadine Honsel. "Ich kann es jedem nur empfehlen."
Bild: Aurelia Scherrer

Nadine Honsel ist seit drei Jahren aktives Mitglied des Löschzugs 4 der Feuerwehr Konstanz. Die 21-Jährige ist nach ihrem Großvater und Vater bereits die dritte Honsel-Generation, die sich für die Sicherheit der Bürger einsetzt. "Nicht selbstverständlich", wertet Zugführer Winfried Romer. Die hauptberufliche Erzieherin ist begeistert von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit. "Die Kameradschaft ist toll und der Dienst macht Spaß", sagt sie. Wenn man jemandem helfen kann oder einen Brand löscht und damit Schlimmeres verhindert, das seien eindrucksvolle Erfolgserlebnisse. "Auch zierlichen Frauen können sich so etwas zutrauen, denn man muss nichts alleine stemmen", so Nadine Honsel. "Ich kann es jedem nur empfehlen."

Die Geehrten

Für ihr ehrenamtliches Engagement gewürdigt wurden: Hubert Klausmann, Ulrike Leinenbach und Gerd Leinenbach (Sportverein Litzelstetten), Manfred Neher und Karl-Heinz Armbruster (katholische Kirchengemeinde), Brunhilde Wolff und Annemarie Linke-Ehe (Nachbarschaftshilfe), Lothar März (Yachtclub), Anke und Tibor Scherfel (evangelische Kirchengemeinde), Nadine und Martin Honsel (Feuerwehr), Dieter Pietscher (Seglerverein), Brigitte Grundel (Narrenzunft Kuckuck), Kai Lehmann (Mainauer Paradiesvögel), Holger Feldmann und Nadja Schludecker (Fanfarenzug Kuckuck), Brigitte Fuchs und Sonali Mhalas-Bartels (Verwaltung). Der Ehrenpreis Ortsvorsteher wurde den bisherigen Ortsvorstehern Helga Jauß-Meyer, Rudolf Riedle und Heribert Baumann verliehen.

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