Schon wieder haben wir Sommer. Etliche Tage, die man sehr genießt, doch die für September einfach viel zu warm wirken. Die Klimaerwärmung hat mal wieder zugeschlagen. Könnte man sagen. Doch stimmt das überhaupt?

Warm ja, aber nicht einmal echte Sommertage

Erst einmal kann beruhigt werden. Die Spätsommertage im September waren zwar schön warm, laut Meteorologen aber gar keine Sommertage. Denn um als solcher zu gelten, muss ein Tag Temperaturen von mindestens 25 Grad haben.

Insgesamt vier dieser Sommertage gab es diesen Monat bisher in Konstanz. Damit liegt 2019 ganz nah am Durchschnitt der letzten 30 Jahre, der laut Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes für September auf 3,6 Sommertage in Konstanz berechnet wird. Letztes Jahr hingegen gab es mit 13 Tagen einen viel sommerlicheren September.

Durch die viele Sonne nehmen wir die Tage als wärmer wahr

Neben Sommertagen haben Meteorologen eine weitere Abstufung: heiße Tage, welche ab 30 Grad so bezeichnet werden. So hoch ist die Temperatur im September 2019 in Konstanz aber nicht einmal gestiegen. Und das kam in den vergangenen 30 Jahren auch so gut wie nie vor.

Der Temperatur-Trend sei schon ansteigend, gibt Hanns Ulrich Kümmerle vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg zu. „Aber das ist nicht linear, es gibt eine große Variabilität von Jahr zu Jahr.“

Eine Erklärung für den so sommerlich wahrgenommenen Monat liefert er auch: „Die Sonnenscheindauer war überdurchschnittlich hoch dieses Jahr.“ Schon jetzt im September sind es 280 Stunden mehr als der jährliche Durchschnitt. Bei Sonne nehme man den Tag schließlich viel wärmer war, als es zum Beispiel bei Regen der Fall sei.

Keinen Regen? Von wegen!

Davon gab es in Konstanz bisher auch nicht zu wenig. Momentan liegt der durchschnittliche Niederschlag für dieses Jahr definitiv höher als das Mittel aus 30 Jahren.

Insgesamt lässt sich also leicht erkennen: Den bis in den September hinein ungewöhnlich lang anhaltenden Sommer, den viele wahrgenommen haben, gab es in Wirklichkeit gar nicht. Der Spätsommer ist laut Statistiken des Deutschen Wetterdienstes ganz normal.