Für die Umweltverbände NABU und BUND liegen die Auswirkungen der häufig wechselnden Geschwindigkeits-Regelungen auf der Bundesstraße 33 zwischen Allensbach und Konstanz auf der Hand: Kurzfristige Tempo-Erhöhungen brächten kaum Zeitersparnis, sorgten andererseits aber für einen erhöhten Spritverbrauch, sowie höhere Staub-, Abgas- und Lärmbelastungen.

NABU: Auch in der Bauphase auf gleichbleibende Geschwindigkeit hinarbeiten

Eberhard Klein, Leiter des NABU-Bodenseezentrums, erklärt: "Wir haben bereits beim Planfeststellungsverfahren für den Neubau der B 33 gefordert, ab Beginn der Tunnelstrecken bei Allensbach bis nach Konstanz die zulässige Fahrtgeschwindigkeit durchgehend und nicht nur in den Tunnel- und Kreuzungsbereichen deutlich zu reduzieren." Auch in der aktuellen Bauphase sollte auf "gleichbleibende Geschwindigkeiten hingearbeitet werden", so Klein weiter.

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Zuvor räumte Robert Kloker von der zuständigen Neubauleitung Singen im Regierungspräsidium Freiburg gegenüber dem SÜDKURIER ein, die derzeitige Regelung im Bauabschnitt sei auch aus Sicht der Autofahrer nicht optimal. Allerdings müsste sich die derzeitige Baustellensituation an der B 33 in die bereits zuvor bestehenden Tempo-Begrenzungen einfügen.

Flüssiger Verkehr soll vor allem bei Diesel-Fahrzeugen Stickoxid-Ausstoß senken

Ähnlich wie Eberhard Klein vom NABU äußert sich Klaus-Peter Gussfeld, Referent für Mobilität des BUND-Landesverbands Baden-Württemberg. Es komme aus Sicht des Umweltschutzes darauf an, "ein möglichst einheitliches Geschwindigkeitsniveau über eine größere Strecke ohne größere Sprünge alle paar Kilometer zu erzielen", fasst er zusammen. Bei der B 33 sei das nicht der Fall.

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), die Politik und Verwaltung in Fragen des Umwelt- und Naturschutz berät, verweist bei der Situation auf der B 33 auf die allgemeine, durch wissenschaftliche Studien erarbeitete Feststellung: Insbesondere gegen den Ausstoß von Stickoxiden bei Diesel-Fahrzeugen sei ein flüssiger Verkehr sehr wirksam.

Verkehrsforscher Andreas Großmann: Kein Stau-, aber ein Umweltproblem

Andreas Großmann, Professor für Verkehrswesen, bezeichnet die Tempo-Regelung auf der B 33 – insbesondere im Bereich Kindlebild – als "unglücklich". Dies nicht wegen der Gefahr möglicher Staus, deren Entstehung Großmann an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung Konstanz erforscht. Darauf wirke sich die aktuelle Lösung mit den Geschwindigkeitsänderungen von 100 auf 70 und zurück auf 100 km/h innerhalb eines kurzen Straßenabschnitts kaum aus.

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"Es geht eher um den Umweltschutz", sagt Großmann. Auch wenn es für viele Verkehrsteilnehmer wohl schwer zu vermitteln sei, lautet sein Ratschlag ab dem Knotenpunkt Kindlebild: "Man sollte von dort bis zum Ortseingang von Konstanz das Tempo 70 durchziehen, die kurze Steigerung auf erneut 100 km/h ist nicht sinnvoll".

Einzig: Die Straßenverkehrsordnung lässt dort genau dies zu.