Das Papier, das Karl-Ulrich Schaible im Namen des örtlichen Vorstandes des BUND verschickte, hat es in sich. Direkt bevor der Technische und Umweltausschuss heute um 16 Uhr erstmals über das Konstanzer Zukunftsthema Nummer eins debattiert, bezeichnet die Erklärung das bisherige Handlungsprogramm Wohnen für gescheitert: Weder seien die Mieten gesunken, noch seien in nennenswertem Umfang Sozialwohnungen errichtet worden. "Neubau ist nicht Lösung, sondern Teil des Problems", heißt es in der Pressemitteilung wörtlich.

Damit grenzt sich der BUND noch deutlicher als zuvor von einer Stadtentwicklung mit Neubauten ab. Bereits in der Vergangenheit hatte es dazu eine streckenweise hitzige Auseinandersetzung zwischen regionalen BUND-Geschäftsführerin Antje Boll und Oberbürgermeister Uli Burchardt gegeben Jetzt wirft auch der Vorstand der Verwaltungsspitze vor, das von ihr ausgerufene Prinzip eines intelligenten Wachstums habe versagt.

Der BUND fordert, dass nur noch "alternative Wohnkonzepte" genehmigt werden. Wer also keinen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat oder Mitglied einer Genossenschaft wird dem Spar- und Bauverein ist, soll demnach nur noch im Rahmen eine Baugruppe zu einer neuen Wohnung kommen. Private Investitionen in den Wohnungsmarkt, vom BUND pauschal als "Bauträgergeschäft" bezeichnet, sollten zurückgedrängt werden – und in der Summe sollen dann nur ein Drittel so viele neue Wohnungen entstehen als es das Konzept der Stadtverwaltung vorsieht.