Thomas Adam, Rektor der Geschwister-Scholl-Schule, bestätigt, dass ein Schüler oder eine Schülerin an seiner Schule an offener Tuberkulose erkrankt ist. Das Gesundheitsamt habe der Schule den Fall bereits am vergangenen Mittwoch gemeldet, die Presse ist vom Gesundheitsamt allerdings erst am Freitagabend informiert worden.

Thomas Adam, Leiter der Geschwister-Scholl-Schule.
Thomas Adam, Leiter der Geschwister-Scholl-Schule. | Bild: Oliver Hanser

Ebenfalls am Freitag habe die Schulleitung die Information an alle Schüler und Eltern der Schule und das Kollegium inklusive eines Begleitbriefs des Gesundheitsamts weitergegeben. "Mit der umfassenden Information geht es mir vor allem darum, Panik zu vermeiden", sagt Thomas Adam.

Infektionsquelle ist inzwischen bekannt

Dem betroffenen Schulkind gehe es den Umständen entsprechend gut, meldet das Landratsamt, es werde voraussichtlich bald aus dem Krankenhaus entlassen und dann zu Hause isoliert ärztlich behandelt, so dass keine weitere Ansteckungsgefahr bestehe. Zudem sei dem Gesundheitsamt inzwischen auch die vermutliche Infektionsquelle bekannt.

Die Person, die nicht im Landkreis Konstanz lebt, sei ebenfalls behandelt worden und nicht mehr infektiös.

Schüler und Lehrer können sich an der Schule untersuchen lassen

Der Schule und dem Gesundheitsamt geht es nun darum, herauszufinden, wer sich eventuell noch angesteckt haben könnte. Geplant ist ein Informationsabend des Gesundheitsamts an diesem Mittwoch, 16. Januar, an der Schule.

Außerdem wird es kommende Woche die Gelegenheit geben, sich an der Schule direkt untersuchen zu lassen. Das Gesundheitsamt stellt das ärztliche Personal. Wie das Gesundheitsamt auf Nachfrage des SÜDKURIER schreibt, beinhaltet diese Untersuchung eine Blutentnahme oder eine Hauttestung, mit der man abklären kann, ob sich die betroffene Person angesteckt haben könnte.

Das Vorgehen des Gesundheitsamts orientiere sich dabei an den Vorgaben des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose. Die Leitlinien sehen eine zweimalige Untersuchung vor: sofort und etwa acht Wochen nach dem letzten Kontakt mit der betroffenen Person. Auf Wunsch können sich Schüler und Eltern jedoch auch bei ihrem Hausarzt testen lassen.

Darüber hinaus seien keine hygienischen Maßnahmen an der Schule nötig, wie Schulleiter Thomas Adam bekräftigt.

Bis jetzt gibt es kaum Anfragen besorgter Konstanzer Eltern

Seitens der Eltern scheint die Information durch Schule und Gesundheitsamt positiv angenommen zu werden. Schulleiter Thomas Adam hat lediglich zwei Anrufe von Eltern erhalten.

Auch er habe noch keine Nachfragen von Eltern bezüglich des Falls erhalten, schreibt Elternbeiratsvorsitzender Thomas Choinowski in einer E-Mail auf Anfrage: "Dies zeigt vermutlich, dass es keine allzu große Aufregung gibt". Die Informationen des Gesundheitsamts hätten auch keinen Anlass zur Sorge geboten.

Das Gesundheitsamt hat eine Telefon-Hotline eingerichtet

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit engere Kontaktpersonen, um diese auf eine Ansteckung hin zu untersuchen. In Frage kommen Klassenkameraden und Mitschüler in AGs, Lernwerkstatt, Hausaufgabenbetreuung. Für Fragen Betroffener hat das Gesundheitsamt eine Telefon-Hotline eingerichtet: (07531) 800-2616 und -2659. Die Hotline ist besetzt von Montag bis Donnerstag, 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, am Freitag von 9 bis 12 Uhr.

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