Wo er herkam und wo er hinwollte, das wusste Heinrich Frommknecht zeit seines Lebens. So erzählen es langjährige Weggefährten und Freunde, und als Heinrich Frommknecht wusste, dass sein Leben sich dem Ende zuneigt, wollte er zurück in die Heimat, nach Konstanz. Dieser Wunsch ist ihm erfüllt worden.

Im Alter von 86 Jahren starb der langjährige Freund und Förderer von Kultur und Kunst in der Stadt, der frühere Leistungsruderer im legendären Konstanz-Achter, der über die Branche hinaus geschätzte Versicherungsmanager. Nach einem Leben mit vielen Verknüpfungen in die geliebte Heimatstadt ist die Trauer um Heinrich Frommknecht groß.

Er bleib stets ein waschechter Konstanzer

Aufgewachsen in der Brauneggerstraße, schildert sein Lions-Freund Konrad Frommer, hat sich Heinrich Frommknecht als Ministrant in St. Stephan engagiert, am Suso-Gymnasium gebüffelt. Die Karriere in der Versicherungsbranche führte ihn über Stuttgart 1974 nach Dortmund an die Spitze der Signal-Versicherung, wo er bis 1997 Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor war und das Unternehmen zu einem erfolgreichen Konzern ausbaute.

Auch in den Dortmunder Jahren verlor er den Kontakt in seine Heimatstadt nie, wo er auch mit dem Aufbau eines Versorgungswerks für die Beschäftigten der Handwerkskammer nachhaltig wirkte. Sein Netzwerk in Wirtschaft und Politik zeigte sich in regelmäßigen Treffen mit Persönlichkeiten, die die Stadt und den Standort voranbringen wollten.

Ein Förderer von Brauchtum, Musik und Kunst

Heinrich Frommknecht wird in seiner Heimatstadt aber auch deshalb nicht vergessen werden, weil er über Jahrzehnte unter anderem als Turmherr der Blätzlebuebe das Brauchtum mitgeprägt hat. Auch den Sinfonischen Chor, wo schon sei Vater sang, förderte er, ebenso die Südwestdeutsche Philharmonie. Sein besonderes Interesse galt der Kunst, er sammelte Bodenseebilder von Künstlern wie Bruno Epple, Hans Breinlinger und Otto Dix und unterstützte auch die städtische Wessenberg-Galerie nach Kräften.

Vielfach geehrt auch als Versicherungsmanager in Dortmund

Auch in Dortmund engagierte sich Heinrich Frommknecht für Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur und wurde dafür vielfach geehrt, unter anderem mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik und dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen. Seine Liebe aber galt immer dem See.

Die zwei Kunstbände mit Bodensee-Bildern, die er herausgab, tragen den Titel "Ein Stück See muss zu sehen sein". Genau das hatte er sich auch für die letzte Etappe seines Lebens gewünscht. Am 25. Mai, wie seine Ehefrau Christa Frommknecht sagt, ist er in seiner Staader Wohnung friedlich eingeschlafen – mit Blick auf den See.

Trauerfeier und Beisetzung von Heinrich Frommknecht finden statt am Freitag, 8. Juni, um 10.45 Uhr auf dem Konstanzer Hauptfriedhof. Den Gedenkgottesdienst am 18. Juni in Dortmund leitet Konzilspreistäger Prälat Peter Klasvogt.