Sie haben mit Bravour ihr Ziel erreicht. "Ich wünsche mir, dass der Stolz und die Begeisterung der Tänzer auf die Zuschauer überspringt und alle glücklich sind", sagte Ingrid Blomeier-Wittig, Leiterin der Konstanzer Tanzschule "Dance4You", im Vorfeld der temporeichen Tanzshow "Step on Stage Vol. 7". Etwa 200 Tänzerinnen und Tänzer im Alter von fünf bis etwa 50 Jahren zeigten hervorragende Leistungen, vermittelten ihre Freude am Tanzen und wurden von den Zuschauern mit heftigem Applaus und Zugabe-Rufen bedacht.

Perfektion allein vermag nicht zu begeistern. Wichtig ist Ausdruck und Ausstrahlung der Tänzer, um den Funke überspringen zu lassen. Und eben dies ist den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bestens gelungen, denn sie haben Spaß am Tanzen. Wie ehrlich diese Freude ist, zeigte sich nicht nur während der Show. Die kurze Pause zwischen Generalprobe und Premiere nutze eine Gruppe und tanzte vor dem Kreuzgang des Münsters. In der Pause stellten die Jugendlichen erneut den Ghettoblaster an und tanzten in der Theatergasse spontan weiter, einfach so, getreu dem Motto: Genug ist nicht genug.

Die Show selbst verlockte zum Träumen, denn die Leistungsbereitschaft der Tänzerschar (ohne wirklichen Leistungsdruck) war deutlich zu spüren. Die Philosophie von Ingrid Blomeier-Wittig – "beim Tanzen gibt es keine Fehler, nur Variationen" – beflügelt Kinder und Erwachsene, denn sie werden gefördert, gefordert, aber nicht überfordert. Mit dem Puppentanz – eine Mischung aus Kindertanz und Robot Dance – beeindruckten die jüngsten Mitwirkenden; eine weitere Gruppe adaptierte Fred Astaires "Singing in the rain", während kleine Miezekatzen anmutig ihre Krallen zeigten.

Anmut und Grazie ist nicht nur beim klassischen Ballett, sondern auch bei Modern- und Contemporary-Dance zu erleben. Bild: Aurelia Scherrer
Anmut und Grazie ist nicht nur beim klassischen Ballett, sondern auch bei Modern- und Contemporary-Dance zu erleben. Bild: Aurelia Scherrer

Die Tanzschüler entführten die Zuschauer gekonnt in die Vielgestaltigkeit moderner Tänze. Die Contemporary- und Modern-Dance-Choreografien faszinierten nicht zuletzt aufgrund der fließenden Bewegungen, Hebefiguren, Sprünge und Anmut, wobei der Betrachter manchmal gar nicht wusste, wo er hinschauen sollten, so abwechslungsreich war das Dargebotene. HipHop ist nicht gleich HipHop, denn unter diesem Begriff verbergen sich wiederum unterschiedlichste Stilrichtungen, wie beispielsweise Locking und Popping.

Große Gesten – auch bei HipHop: Dance4You zeigte ein breites Spektrum an Stilrichtungen. Bild: Aurelia Scherrer
Große Gesten – auch bei HipHop: Dance4You zeigte ein breites Spektrum an Stilrichtungen. Bild: Aurelia Scherrer

Die Kunst besteht darin, die Muskeln isoliert zu bewegen. Was bei den Tänzerinnen und Tänzern so leicht und gefällig anmutete, ist gar nicht so einfach. Das Schöne an diesen Tanzstilen: Sie entwickeln sich weiter und sind nicht einem gestrengen Regelwerk unterworfen. Welche Freude hatte das Publikum beispielsweise mit der "Rasta Crew", welche HipHop mit Elementen afrikanischer Tänze ausdrucksstark mischte. Kein Wunder, dass das Premierenpublikum die Tänzer und ihre Leistungen lautstark würdigten und Zugabe verlangen. Hochmotiviert gaben die 200 Akteure noch zwei weitere, rund zweistündige Vorstellungen im Stadttheater.

Die Trainer

Etwa 200 Tänzerinnen und Tänzer präsentierten bei "Step on Stage" ihr Können im Stadttheater. Für die Choreografien und Einstudierungen zeichnen sich die Tanzlehrer Bali, Dennis, Jonatan, Marvin, Sara, Salome, Vivienne, Vanessa, Nadine und Sarah von "Dance4You" von und mit Leiterin Ingrid Blomeier-Wittig verantwortlich.