Wer ein Smartphone besitzt, nutzt automatisch auch die Apps auf seinem Gerät. Diese sind manchmal nützliche Alltagshelfer, manchmal nur technische Spielereien. Inzwischen haben die Applikationen sogar einen Platz in der zeitgenössischen Medienkunst gefunden. Wie das aussieht, zeigt jetzt die Ausstellung "Appdate" im Neuwerk, die Studierende der Universität Konstanz entwickelt haben.

"Wir haben zusammen überlegt, welche wichtigen Themen rund um Apps es im Moment gibt, dann Künstler gesucht und die Ausstellung vorbereitet", erzählt Studentin Janine Quinger. "Die sogenannte App-Art ist noch sehr neu." Mit Unterstützung von Isabell Otto, Professorin für Medienwissenschaft an der Universität, und Samantha Schramm, Dozentin für Literaturwissenschaft, ist so eine interaktive und moderne Ausstellung entstanden, die Apps nach ihrer Ästhetik und nach ihren gesellschaftlichen Bezügen beleuchten. Die Kunstprojekte spielen mit den Nutzungsweisen der Apps, aber hinterfragen auch deren Kommunikationsmuster.

Besonders interessant sind die Objekte im Bereich der Augmented Reality, was in etwa vergrößerte Realität bedeutet. Dabei geht es um eine Erweiterung der Wahrnehmung durch Computer. Das kann für Informationen genutzt werden, wenn man zum Beispiel seine Handykamera auf das Brandenburger Tor richtet und dabei Informationen zur Sehenswürdigkeit erscheinen. Künstlerisch wird es aber in der Ausstellung: In der App "Layar" fixiert man mit der Kamera ein rechteckiges Bild, das dann zu einem Video mit Geräuscheffekten wird. So lebt das Bild an der Wand in der App auf. Entwickelt wurde diese Installation von Friedrich Förster und Sabine Weisinger aus Tübingen.

Zur Vernissage am Donnerstag kamen auch viele der Künstler. Margarete Jahrmann, Professorin an der Züricher Hochschule, stellte ihre App "Triple A Profiler" vor. Dabei wird ein kleiner Bildcode mit der Kamera erfasst und ein Wort erscheint. Zusammen bilden sie eine versteckte Nachricht. "Es entstehen unterschwellige Botschaften, die dann automatisch über Twitter veröffentlicht werden", erklärt Jahrmann. Wer es spielerischer mag, kann sich mit seinem Gegenüber in der App "Fingerbattle" duellieren. Wer schneller tippen kann, gewinnt. Interaktiv wird es auch mit der von den Konstanzer Studenten entwickelten Installation zu dem Thema Selfie, dem Porträt des 21. Jahrhunderts. Mit einem Handy kann man ein Bild von sich machen, direkt ausdrucken und an die dafür vorgesehene Pinnwand hängen.

Die Ausstellung "Appdate" ist noch bis Donnerstag, 26. Januar, zu sehen. Öffnungszeiten: samstags und sonntags 12-18 Uhr, werktags 14-18 Uhr; Ort: Großer Saal, Neuwerk. Der Eintritt ist frei