Viel zu sehen ist nicht. Das Projekt von Felix Petersen ist beim Regionalwettbewerb von Jugend forscht zu großen Teilen geschwärzt. "Classified", geheim, steht rot auf schwarz auf der Pinnwand des 17-Jährigen. Sein Laser ist über das Unternehmen Desy als Patent angemeldet und deshalb nicht für die Augen eines Publikums bestimmt. Was seine Erfindung besonders macht: Der Aufbau eines solchen Lasers sei sonst viel größer. Sein Röntgenlaser, mit dem man Strukturen untersuchen kann, ist kompakter, genauer und schneller – und hat weitere Vorteile, "die ich nicht nennen darf", sagt er.

Für sein Projekt "Kompakte Laserstrahl-Diagnose mit Stabilisierung" ist Felix Petersen als Regionalsieger von Jugend forscht ausgezeichnet worden. Nun tritt er im Landeswettbewerb an. Die Chancen seien ganz gut, auch im Landeswettbewerb weit vorne zu landen, "aber ich weiß natürlich nicht, womit ich rechnen soll und was an Konkurrenz da ist. Die, die da sind, haben auch mal einen ersten Platz gewonnen", erklärt der Schüler des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums.

Felix Petersen, gebürtig aus Hamburg, lebt seit zwei Jahren in Konstanz. Er geht in die elfte Klasse, studiert im vierten Semester Informatik an der Universität Konstanz und wohnt im Studentenwohnheim. Für Physik und Informatik habe er sich schon immer interessiert, erzählt er im Gespräch, während die Schüler der Jugend-forscht-AG um ihn herumwuseln, Versuche durchsprechen und ein Schall-Experiment durchführen. Das Wissen habe er sich meist selbst angeeignet, erklärt der junge Forscher, der kurz nach seinem Abitur die Uni mit einem Bachelor abschließt und anschließend den Master anstrebt. "Ich will einfach noch mehr lernen", erklärt der Schüler und Student.

Der 17-Jährige gibt zudem Tutorien an der Uni und betreut die Robotik-AG des Humboldt-Gymnasiums. Das eine oder das andere bleibe dabei manchmal auf der Strecke. Entweder fehlt er an der Uni oder an der Schule, wenn sich Vorlesung und Unterricht überschneiden. "Ich kann nicht an zwei Orten gleichzeitig sein." Den Stoff muss er trotzdem können. Wie er das alles schaffe? "Man muss sich auf die Themen konzentrieren, und einfach machen."

Jan Böhrer (hinten) und Florian Nittbaur haben ebefalls gewonnen. Bild: Luisa Rische
Jan Böhrer (hinten) und Florian Nittbaur haben ebefalls gewonnen. Bild: Luisa Rische

Jeden Freitag findet im Humboldt-Gymnasium die Jugend-forscht-AG statt, an der Felix Petersen unregelmäßig teilnimmt. Die Jüngeren schauen zu ihm auf. Jan Böhrer und Florian Nittbaur, elf und zwölf Jahre alt, haben für den Wettbewerb Schüler experimentieren das Schmelzverhalten von Eiswürfeln in verschiedenen Flüssigkeiten wie Öl, Sahne, Milch und Cola untersucht und in der Kategorie Physik gewonnen. Was sie am Experimentieren reizt? Es mache Spaß, nicht genau zu wissen, was da rauskommt und man kann Dinge besser verstehen, sagt Florian. Jan antwortet: "Und man kann damit echt Erfolg haben, so wie der Felix mit seinem Powerlaser."

Kyle Paulwell, Arthur Schaus und Jonah Linzer haben mit ihrem Experiment den ersten Preis beim Regionalwettbewerb von Schüler experimentieren gewonnen. Die Schüler haben die Eigenschaften von Milchschaum mit verschiedenen Milchsorten getestet. Bild: Luisa Rische
Kyle Paulwell, Arthur Schaus und Jonah Linzer haben mit ihrem Experiment den ersten Preis beim Regionalwettbewerb von Schüler experimentieren gewonnen. Die Schüler haben die Eigenschaften von Milchschaum mit verschiedenen Milchsorten getestet. Bild: Luisa Rische

Arthur Schaus, Jonah Linzer und Kyle Paulwell haben ebenfalls an dem Wettbewerb teilgenommen. Sie haben die Eigenschaften von Milchschaum mit verschiedenen Milchsorten getestet und festgestellt, dass mit Sojamilch der beste Schaum entsteht. Da aber nicht so viele Sojamilch mögen, gibt Arthur den Tipp: "Heiß ist besser als kalt. H-Milch 3,5 Prozent ist auch gut." Sie haben in der Kategorie Arbeitswelt gewonnen. Als nächstes wollen sie einen Roboter bauen – "einen, der Milchschaum machen kann", sagt Jonah. Dabei setzen sie auch auf die Hilfe von Felix Petersen.
 

Die Lehrer Silke Däumling-Horray, Katja Tschischak, Sebastian Haber, Holger Schühle und Tilman Irmscher betreuen die 20 Schüler der Jugend-forscht-AG. Ziel sei es, an dem Wettbewerb teilzunehmen. "Aber es geht auch darum, unsere Schüler für naturwissenschaftliches Arbeiten zu interessieren. Oder umgekehrt, interessierten Schülern die Möglichkeit zu geben, selbstständig zu forschen", sagt Irmscher. Das wissenschaftliche Arbeiten, Messungen durchführen, Ergebnisse protokollieren steht dabei im Vordergrund. Wichtig sei es, die Schüler immer wieder zu motivieren, dranzubleiben. "Wissenschaftliches Arbeiten hat auch viel mit scheinbar langweiligen Messprozessen zu tun", erklärt Irmscher. Schwierig sei es, die Kinder zu halten. "Der Reiz der Freiheit am Freitagnachmittag ist für viele doch recht groß." Deshalb sei es auch so wichtig, jemanden wie Felix Petersen dabei zu haben, der die jüngeren Schüler motiviert, dabei zu bleiben. "Er ist ein super Ansprechpartner für die Kleinen. Es ist aber auch für ihn eine tolle Erfahrung."

Der Wettbewerb

  • Jugend forscht zeichnet seit 1965 junge Forscher aus. Die jüngeren Schüler nehmen bei Schüler experimentieren teil. Nach dem dem Regionalwettbewerb treten die jeweiligen Sieger im Landes- und im Bundeswettbewerb an. Diese finden vom 22. bis 24. März (Jugend forscht) sowie am 4. und 5. Mai (Schüler experimentieren) statt, das Finale ist vom 25. bis 28. Mai.
  • Erste Preise haben neben den bereits genannten Humboldt-Preisträgern folgende Konstanzer Schüler gewonnen, alle im Wettbewerb Schüler experimentieren: Emma Jonner und Kati Burkhart vom Ellenrieder-Gymnasium, Kategorie Biologie, sowie Felix Hauswald und Felix Romer vom Heinrich-Suso-Gymnasium, Kategorie Chemie.

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